Wirtschaftsministerien und Chemieverbände im Dialog

7+7 - Neues Bündnis für eine starke europäische Chemie

Ein Bündnis aus den Wirtschaftsministerien und Chemieverbänden der sieben größten Chemienationen Europas setzt sich unter dem Namen „7+7" für eine gute Zukunft der Chemieindustrie in Europa ein. Die Initiative präsentierte ihre Ideen Mitte November bei einer gemeinsamen Veranstaltung in Brüssel. Sie stand unter dem Titel „Safeguarding the future of the chemical industry in Europe".

Erkenntnis bei der Diskussion der 7+7-Gruppe mit der Brüsseler Politikszene: Sowohl die Mitgliedstaaten als auch die chemische Industrie brauchen eine kohärente europäische Industriepolitik, die die Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit im Auge hat. - Foto: © VCI
Erkenntnis bei der Diskussion der 7+7-Gruppe mit der Brüsseler Politikszene: Sowohl die Mitgliedstaaten als auch die chemische Industrie brauchen eine kohärente europäische Industriepolitik, die die Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit im Auge hat. - Foto: © VCI

Die „7+7"-Gruppe stellte dabei ihre Vorstellungen zur Diskussion, wie die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Chemieindustrie auch in Zukunft gesichert werden kann. Das Bündnis unterstrich die Notwendigkeit einer europäischen Industriepolitik. Schwerpunktthemen waren Energie- und Klimapolitik, Steigerung der Innovationsfähigkeit und Chemikaliensicherheit. Zu der Veranstaltung in der Ständigen Vertretung der Niederlande bei der EU kamen rund 80 Gäste aus der Brüsseler Politikszene. Dazu zählten etwa Vertreter der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments, anderer Mitgliedstaaten, von Gewerkschaften und aus der Industrie.

Maarten Camps
Maarten Camps © VCI
In seiner Begrüßung machte Maarten Camps, Generalsekretär des niederländischen Wirtschaftsministeriums und Vorsitzender der High-Level Group „Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum" im Wettbewerbsfähigkeitsrat der EU, klar: „Die Industrie muss Antworten auf die gesellschaftlichen Herausforderungen geben. Die Zukunft der Chemieindustrie hängt daher von Innovationen ab: von Innovationen lässt sich eine gerade Linie hin zur Wettbewerbsfähigkeit ziehen.“





Reinhard Büscher
Reinhard Büscher © VCI
Reinhard Büscher, Leiter der Abteilung „Chemische Stoffe" in der Generaldirektion GROW der Europäischen Kommission, betonte: „Die chemische Industrie braucht eine langfristige Strategie. Sie sollte über Systeminnovationen, zum Beispiel den Einsatz von CO2 als Rohstoff, nachdenken.“


Marco Mensink
Marco Mensink © VCI
Marco Mensink, Generaldirektor des europäischen Chemieverbandes Cefic, entgegnete: „Wir müssen aber sichergehen, dass die Investitionen in Innovationen auch in Europa getätigt werden. Dazu müssen die Rahmenbedingungen stimmen.“









Podiumsdiskussion zu Energie, Innovationen und Chemikaliensicherheit

Danach gab es zu jedem der drei Schwerpunktthemen nacheinander eine Podiumsdiskussion unter dem verbindenden Motto: „Retaining competitiveness in a changing world". Zur Eröffnung jeder Runde hielt ein Experte aus der Chemieindustrie einen Impulsvortrag, auf den die Diskussionsteilnehmer reagierten. Die Besetzung des Podiums blieb immer unverändert; ihm gehörten an: Luc Triangle, Generaldirektor des europäischen Gewerkschaftsdachverbandes IndustriALL, Colette Alma, Generaldirektorin des niederländischen Chemieverbandes VNCI, und Lieven Top, Beauftragter für "green economy" beim flandrischen Ministerium für Wirtschaft, Industrie und Innovation.

Els Brouwers
Els Brouwers © VCI
Els Brouwers, Leiterin der Abteilung Energie und Klima des belgischen Chemieverbandes Essenscia, sagte in ihrem Kurzvortrag: „Ein ausreichender Schutz vor Carbon Leakage und wettbewerbsfähige Energiekosten sind entscheidend, damit Innovationskraft und industrielle Produktion in Europa bleiben.“








Colette Alma
Colette Alma © VCI
Colette Alma, Generaldirektorin des niederländischen Chemieverbandes VNCI, ergänzte in der anschließenden Diskussion: “Die chemische Industrie wird immer energie- und CO2-intensiv sein. Sie kann aber in Zukunft noch weniger CO2-Emissionen ausstoßen.”









Utz Tillmann
Utz Tillmann © VCI
VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann betonte: “Innovationen sind der zentrale Erfolgsfaktor für die chemische Industrie. Sie eröffnen neue Märkte, sichern die Wettbewerbsfähigkeit und schaffen so gute Arbeitsplätze. Darüber hinaus bereiten sie den für eine nachhaltige Zukunft notwendigen Übergang von quantitativem zu qualitativem Wachstum.”

Luc Triangle
Luc Triangle © VCI
Luc Triangle, Generaldirektor des europäischen Gewerkschaftsdachverbandes IndustriALL, sagte: „Bei Innovationen geht es vor allem um Menschen, die gut ausgebildet werden müssen. Das ist auch für die gesellschaftliche Akzeptanz von Innovationen wichtig. Das Wissen über Chemie muss in der Gesellschaft verstärkt werden – angefangen beim Schulunterricht.“







Maurizio Colombo
Maurizio Colombo © VCI
Maurizio Colombo, REACH- und CLP-Koordinator beim italienischen Chemieverband Federchimica, setzte auch bei der gesellschaftlichen Akzeptanz an: „Das tatsächliche Risiko sollte betrachtet werden, nicht nur die Gefahr.“










Brigitte Irsfeld
Brigitte Irsfeld © VCI
Brigitte Irsfeld aus dem deutschen Wirtschaftsministerium warb zum Abschluss der Veranstaltung darum, das Format der 7+7 fortzusetzen und im Dialog zu bleiben: „Die politischen Entscheidungsträger brauchen die Expertise aus der Industrie.“










Die Vertreter der Chemieindustrie machten unisono deutlich, dass sowohl die Mitgliedstaaten als auch die Chemie eine kohärente europäische Industriepolitik brauchen. Zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit komme dabei auch dem Wettbewerbsfähigkeitsrat eine wichtige Rolle zu.

Veranstalter und Auditorium waren sich am Ende des Tages einig: Es lohnt sich, den Dialog zwischen Industrie und Politik im Format "7+7" fortzusetzen. - Foto: © VCI


Was ist die 7+7-Gruppe?
Eine Gruppe von Wirtschaftsministerien und Chemieverbänden aus sieben EU-Ländern mit starker Chemieindustrie (Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Spanien). Unterstützt wird die Gruppe vom europäischen Chemieverband Cefic.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Katharina Mayer

E-Mail: mayer@bruessel.vci.de