Standpunkt

Sorgsamer, gesünder und besser leben – mit Chemie

VCI-Präsident Dekkers sieht keinen Grund, vor den Herausforderungen der Zukunft zu verzagen. Für ihre Lösung braucht es seiner Ansicht nach Optimismus und eine starke Kultur für Innovationen – in den Unternehmen, in der Politik, in der ganzen Gesellschaft. Die Innovationskraft der Chemie spielt dabei eine besondere Rolle – ob bei nachhaltigen Lösungen für die Giga-Städte der Zukunft in Asien und Afrika oder beim Erhalt von Lebensqualität bis ins fortgeschrittene Alter.

VCI-Präsident Dr. Marijn E. Dekkers - Foto: © Bayer AG
VCI-Präsident Dr. Marijn E. Dekkers - Foto: © Bayer AG

Im Jahr 2030 werden 8,5 Milliarden Menschen die Erde bewohnen – eine Milliarde mehr als heute. Viele von ihnen leben dort, wo Wasser knapp, Landwirtschaft schwierig, Einkommen gering und Zugang zu Bildung eingeschränkt ist. Die Hoffnung auf bessere Lebensumstände zieht die Bevölkerung in die Städte. Gerade in den Schwellen- und Entwicklungsländern ist die Dynamik der Urbanisierung hoch. Dadurch steigt der Bedarf an Wohnraum, Energie, Rohstoffen, Nahrung, medizinischer Versorgung und Mobilität stark an.

Um Raubbau an den natürlichen Ressourcen zu verhindern und einen intakten Zustand der Umwelt zu wahren, sind nachhaltige technische Lösungen für die Giga-Städte der Zukunft in Asien und Afrika gefragt. Ein spezifisches Phänomen in den Industrienationen: Die Menschen werden immer älter. Der Erhalt von Lebensqualität bis ins fortgeschrittene Alter stellt die Gesellschaft vor große soziale und medizinische Herausforderungen.

Bei allen Unwägbarkeiten: Ich bin davon überzeugt, dass die Menschen in der Zukunft sorgsamer mit der Umwelt umgehen, gesünder und besser leben können. Diese Vision wird durch Innovationen Realität. Die Innovationskraft der Chemie spielt eine besondere Rolle, wenn es zum Beispiel um Speichertechnologien für saubere Energie, umweltverträgliche Mobilität und viele andere globale Aufgaben geht, die wir bewältigen müssen. Das immer schneller wachsende Wissen über die Eigenschaften von Molekülen befähigt die Chemie, als Katalysator für disruptive Entwicklungen zu wirken. Mit leistungsfähigeren Werkstoffen treiben die Unternehmen in Zusammenarbeit mit ihren Kunden den Fortschritt im Automobilbau, der Elektroindustrie, dem Maschinenbau oder der Bauwirtschaft voran. Neue Wirkstoffe ermöglichen bessere und individuellere Therapien für schwere Krankheiten. Organische Elektronik und personalisierte Medizin haben das Potenzial, große positive Veränderungen im Alltag zu bewirken.

Nicht zu vergessen: Im Jahr 2030 wird es Innovationen geben, die wir heute noch nicht erahnen können. Das ist kein bloßes Versprechen, sondern verlässliche Perspektive für Deutschlands drittgrößte Branche: Die chemisch-pharmazeutische Industrie hierzulande macht 20 Prozent ihres Umsatzes mit Produkten, die jünger als fünf Jahre sind. In unseren Labors arbeiten über 40.000 Wissenschaftler. Mehr als zehn Milliarden Euro fließen pro Jahr in Forschung und Entwicklung – Tendenz weiter steigend bis 2030.

Es gibt keinen Grund, vor den Herausforderungen der Zukunft zu verzagen – wenn wir die richtige Einstellung haben. Für ihre Lösung brauchen wir Optimismus und eine starke Kultur für Innovationen – in den Unternehmen, in der Politik, in der ganzen Gesellschaft.

Dr. Marijn E. Dekkers,
Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI)

Ansprechpartner:
dialog@vci.de

Zum chemie report 11/2015 mit Leitartikel zum Beitrag von VCI-Präsident Dekkers auf dem Tag der Deutschen Industrie des BDI