Konferenz „Zukunftsperspektive Industrie 2030“

Säulen einer erfolgreichen Industriepolitik

„Eine faktenbasierte Regulierung und eine offene Innovationskultur sind notwendig für eine erfolgreiche Industriepolitik.“ Das sagte VCI-Präsident Marijn Dekkers im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf der Konferenz „Zukunftsperspektive Industrie 2030“ in Berlin. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem Bündnis „Zukunft der Industrie“ organisiert. Das Bündnis ist seither unter www.buendnis-fuer-industrie.de im Web präsent.

BMWi und das Bündnis "Zukunft der Industrie" organisierten in Berlin die Veranstaltung "Zukunftsperspektive Industrie 2030". VCI-Präsident Dekkers in einem Impulsreferat:„Eine faktenbasierte Regulierung und eine offene Innovationskultur sind notwendig für eine erfolgreiche Industriepolitik.“ - Foto: © BMWi
BMWi und das Bündnis "Zukunft der Industrie" organisierten in Berlin die Veranstaltung "Zukunftsperspektive Industrie 2030". VCI-Präsident Dekkers in einem Impulsreferat:„Eine faktenbasierte Regulierung und eine offene Innovationskultur sind notwendig für eine erfolgreiche Industriepolitik.“ - Foto: © BMWi

Dekkers setzt sich dafür ein, dem Vorsorgeprinzip in der EU ein Innovationsprinzip an die Seite zu stellen, um so die Innovationsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu steigern. Die Förderung von Innovation müsse ein Grundprinzip für jede Form von Regulierung in der EU werden, die Einfluss auf die Wirtschaft habe.

VCI-Präsident Dr. Marijn Dekkers - Foto:
VCI-Präsident Dr. Marijn Dekkers - Foto: © BMWi
„Das Vorsorgeprinzip ist ein richtiger Ansatz zum Umgang mit Risiken und zu Recht eine Leitlinie der Europäischen Verträge. Wir brauchen aber auch einen Ansatz zum Umgang mit Chancen. Wir brauchen ein Innovationsprinzip. Es soll das Vorsorgeprinzip nicht ersetzen. Es soll es aber komplementär ergänzen. Damit der Regulierer eine vernünftige, wohl-informierte und transparente Abwägung von Chancen und Risiken vornehmen kann.“

Für eine „Better Regulation“ sei zudem ein transparenter Austausch von Fakten und öffentlicher Dialog nötig. Dekkers schlug in diesem Zusammenhang wissenschaftliche Akademien als Katalysator vor. „Sie verbinden fachliches Know-how mit öffentlicher Relevanz“, betonte der VCI-Präsident. Diese Verbindung stelle eine optimale Voraussetzung für einen faktenorientierten Dialog dar. Dekkers sieht aber noch mehr Potenzial. Deutschland fehle es an einer gemeinsamen Zukunftsvision von der deutschen Industrie. Das Bündnis, vom Bundeswirtschaftsminister angestoßen, sei eine gute Initiative, dieses Verständnis zu entwickeln.

Im Bündnis haben sich 15 Partner aus Politik, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden – darunter der VCI – zusammengeschlossen. Sein Ziel ist es, internationale Wettbewerbsfähigkeit und Akzeptanz des Kerns der deutschen Wirtschaft zu sichern.

Im Rahmen der Konferenz tagte die High-Level-Group des Bündnisses. Sie verabschiedete eine gemeinsame Erklärung zur Industriepolitik in Europa (siehe Download im Kopfbereich dieser Seite). Darin setzt sich der Kreis auch dafür ein, an den Grundfreiheiten des Binnenmarktes festzuhalten. „Eine Beschädigung oder gar ein Scheitern des Schengen-Raums wäre eine Katastrophe für die Europäische Union“, unterstreicht die HLG. Das Bündnis erwartet zudem, dass der Ankündigung aus Brüssel zur Re-Industrialisierung Europas nun Taten folgen. Dazu zählt aus Sicht des Bündnisses, dem 20-Prozent-Ziel für den Anteil der Industrie am BIP der EU den gleichen politischen Stellenwert einzuräumen wie dem 20-Prozent-Klimaziel. „Je moderner die Industrie in Europa produziert, desto schneller können weltweite Klimaschutzziele erreicht werden.“ In mehreren europäischen Politikfeldern sieht das Bündnis konkreten Handlungsbedarf. Dazu gehören folgende Elemente:

  • Globale Wettbewerbsfähigkeit durch Innovationen und Investitionen stärken
  • Energieunion schaffen und Potenziale für Energieeffizienz nutzen
  • Weltweit Verbindlichkeit in der Klimapolitik erreichen
  • Zukunftsfähige Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche europäische Automobilindustrie setzen
  • Mehr Geschwindigkeit auf dem Weg zu einem digitalen europäischen Binnenmarkt
  • Handelsbeziehungen zwischen EU und China gestalten

Hinweis:
Das Impulsreferat von VCI-Präsident Marijn Dekkers und die Gemeinsame Erklärung der High-Level Group des Bündnisses „Zukunft der Industrie" finden Sie im Downloadbereich im Kopf dieser Seite.

Zitate aus der Konferenz:

© BMWi/Maurice Weiss
BDI-Präsident Ulrich Grillo:
„Die EU muss Augenmaß bei der Regulierung der großen Industriebranchen beweisen."





Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel:
„Ich bin fest davon überzeugt, dass Europa nur mit einem starken industriellen Kern auf Dauer zukunftsfähig bleiben kan. Die Bedingungen dafür werden heute immer stärker in Brüssel gesetzt."

„Die Industrie ist ein gutes und starkes Stück Deutschland."

Matthias Machnig, Staatssekretär im BMWi:
„Das Bündnis ist eine konzertierte Aktion für die Zukunft der Industrie"




Die Konferenz zum Nachschauen

Video mit einer Zusammenfassung der Konferenz (Dauer: 3:38 Minuten):

Gemeinsam für eine moderne Industriepolitik: Die Konferenz am 18. Februar war auch der offizielle Startschuss für die Aktivitäten des Bündnisses „Zukunft der Industrie". - Copyright: BMWi

© BMWi
Zum Mitschnitt der Konferenz „Zukunftsperspektive Industrie 2030", Teil 1 , mit:

  • Rede von Matthias Machnig, Staatssekretär im BMWi
  • Industriepolitische Perspektiven: Wo steht die Industrie 2030 - Vorstellung der Ergebnisse des BMWi-Gutachtens "Lage und Zukunft der deutschen Indusrie" durch Dr. Michael Böhmer, Prognos AG; Rede von Prof. Dr. Stephan von den Eichen, Universität Bremen & IMP
  • Moderierter Politik-Talk: Wie sehen Politik, Unternehmen und Gewerkschaften die Perspektiven für 2030?
  • Europäische Industriepolitik: Welche Erwartungen hat das Bündnis "Zukunft der Industrie": BDI-Präsident Ulrich Grillo und IG-BCE-Vorsitzender Michael Vassiliadis

© BMWi
Zum Mitschnitt der Konferenz „Zukunftsperspektive Industrie 2030", Teil 2, mit:

  • Grundsatzrede von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zur Industriepolitik in Deutschland und Europa (Minuten 14:35 - 49:25)
  • Grundsatzrede von Maros Sefcovic, Vizepräsident der EU-Kommission für die Energieunion (Minuten 49:40 - 68:35)
  • Impulsvortrag von VCI-Präsdient Dekkers (Minuten 71:30 bis 85:22)
  • Podiumsdiskussion zu den notwendigen europäischen Rahmenbedingungen für Industriepoliik
  • Schlusswort von Matthias Machnig, Staatssekretär im BMWi

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Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Stud. Ass. Manfred Ritz

E-Mail: ritz@vci.de