Investitionen in Deutschland

Mehr Geld muss fließen

Rund 450 Milliarden Euro an Investitionen fehlen hierzulande laut einer aktuellen Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft. Davon betroffen sind vor allem die kommunale Infrastruktur und der Verkehr, der Energiebereich, digitale Netze, die Bildungsinfrastruktur und die Klimapolitik. Auch in der Industrie erfordern Digitalisierung und Nachhaltigkeit höhere Investitionen.

Steigender Bedarf: Die digitale Transformation, die Erfordernisse der Circular Economy, die Anforderungen von Kunden und die Forderung nach Treibhausgasneutralität machen größere Investitionen nötig. - Bild: © ipopba - stock.adobe.com
Steigender Bedarf: Die digitale Transformation, die Erfordernisse der Circular Economy, die Anforderungen von Kunden und die Forderung nach Treibhausgasneutralität machen größere Investitionen nötig. - Bild: © ipopba - stock.adobe.com

Was für die Gesamtwirtschaft und die Industrie als Ganzes zutrifft, stimmt auch für die Chemie- und Pharmabranche. Themen wie die digitale Transformation, die Erfordernisse der Circular Economy, die Anforderungen von Kunden und die Forderung nach Treibhausgasneutralität setzen mehr Investitionen voraus. Eine Abschätzung der benötigten Ausgaben für Sachanlagen sowie für Forschung und Entwicklung wurde in der VCI-Studie „Wege in die Zukunft“ vorgenommen. Bis 2050 sollten die Zukunftsinvestitionen der Branche demnach um jährlich real 2 Prozent steigen.

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In den vergangenen Jahren lagen die Investitionen über dem langfristigen Trend. 2018 investierten die Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie 7,8 Milliarden Euro in Sachanlagen – ein Plus gegenüber Vorjahr von 6,4 Prozent. Zusätzlich investierte die Branche rund 12 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung (FuE). Damit beliefen sich die Zukunftsinvestitionen insgesamt auf fast 20 Milliarden Euro. Die Pläne für 2019 lassen ein weiteres Plus erwarten.

Stimmen die Rahmenbedingungen?

Ein Selbstläufer sind die geplanten Investitionen der Branche aber nicht. Ohne die richtigen Rahmenbedingungen werden die Unternehmen die notwendigen Ausgaben hier nicht aufbringen können. Voraussetzung sind unter anderem technologieoffene Anreize für Innovationen und Investitionen, schnelle Genehmigungsverfahren, Planungssicherheit und auch eine Akzeptanz für Industrieanlagen am Standort.

Harter internationaler Wettbewerb

Die Unternehmen der Chemie sind längst global aufgestellt. Die Direktinvestitionen, also die Beteiligungen an Unternehmen in anderen Ländern, sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Damit einhergehend nahmen auch die Sachanlageinvestitionen deutscher Unternehmen im Ausland zu. Seit 2012 übersteigen diese die Investitionen am Standort Deutschland. Auch bei den FuE-Ausgaben investieren deutsche Chemieunternehmen kräftig an ausländischen Standorten. Insgesamt betrugen die Zukunftsinvestitionen deutscher Chemie- und Pharmaunternehmen, die außerhalb Deutschlands getätigt wurden, gut 15 Milliarden Euro. Die Auslandsinvestitionen erhalten die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen – zeigen aber auch den harten Wettbewerb um den besten Investitions- und Forschungsstandort. Hier darf Deutschland den Anschluss nicht verlieren.

Dieser Artikel stammt aus dem chemie report 1+2/2020.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dipl.-Volksw. Christiane Kellermann

E-Mail: kellermann@vci.de