Standort- und Innovationspolitik im Fokus

Kein Fortschritt ohne Innovationen

Wie innovationsfit ist Deutschland? Diese Frage stellte sich erneut beim 3. Innovationskongresses, der Ende November in Berlin vom VCI gemeinsam mit der Friedrich-Naumann-Stiftung, der Fraunhofer-Gesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen durchgeführt wurde. Dabei ging es neben der deutschen Standort- und Innovationspolitik auch um die Biologisierung der Wirtschaft.

VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup (r.) im Gespräch mit dem FDP-Bundestagsabgeordneten Thomas Sattelberger. - Foto: © Thomas Koehler/photothek.net
VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup (r.) im Gespräch mit dem FDP-Bundestagsabgeordneten Thomas Sattelberger. - Foto: © Thomas Koehler/photothek.net

Ohne technischen Fortschritt sowie innovative Techniken und Produkte wären viele politische Ziele nicht erreichbar. Gleichzeitig können sich Unternehmen in der schnelllebigen Zeit von heute nicht mehr auf bewährte Konzepte verlassen. Das machte Prof. Uwe Cantner von der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) der Bundesregierung im Berliner Spreepalais in seiner Eröffnungskeynote deutlich. Darum ging es auch in der Podiumsdiskussion mit Martin Neumann, FDP-Bundestagsfraktion, Stefan Rinck, Singulus Technologies, und VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup. Über das gesamte Podium herrschte Einigkeit, dass Deutschland innovationsfit ist, man sich aber nicht auf dem Erreichten ausruhen dürfe.

Die Rolle des Staats

Große Entrup verwies darauf, dass Deutschlands einziger Rohstoff in den Köpfen der Menschen liege. Diesen gelte es nachhaltig zu heben und zu fördern. Weiter zeigte er, dass die chemische Industrie eine innovationsfreudige Branche ist. Neue Produkte und Regelungen müssten dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Die jüngst eingeführte steuerliche Forschungsförderung bezeichnete er dabei als richtigen und wichtigen Schritt. Jetzt gelte es, den administrativen Aufwand gering zu halten, damit gerade die wichtigen kleinen und mittelständischen Unternehmen von der Förderung profitieren könnten.

Mit Blick auf das Thema Klimaschutz verwies Große Entrup auf die gesellschaftliche Dimension, die die Politik nicht außer Acht lassen dürfe. Die neue Roadmap 2050 des VCI zeige, dass eine treibhausgasneutrale Chemie technisch möglich ist, allerdings große Mengen an grünem Strom benötigt. Dieses Ziel könne nur erreicht werden, wenn es gesamtgesellschaftlich getragen werde. Gleichzeitig müsse Deutschland es schaffen, den Klimaschutz wirtschaftlich zu gestalten. Denn nur wenn sich die Industrie im internationalen Wettbewerb behaupten könne, wäre das Land ein internationales Vorbild.

Das nächste große Ding?

Beim Thema „Biologisierung der Wirtschaft“ ging es beim Innovationskongress auch um die Frage, wie sich nachhaltig erzeugte biologische Ressourcen und Prozesse in bestehende Abläufe integrieren lassen, zum Beispiel in der chemischen Industrie. Es wurde deutlich, dass die biologischen Entwicklungen das Potenzial haben, in vielen Bereich ein echter Game-Changer zu werden. Aus Sicht von Ricardo Gent, Geschäftsführer der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) , sind Bioökonomie und Biologisierungen Bestandteil eines Prozesses, an dem die chemisch-pharmazeutische Industrie schon lange arbeitet. Sie würden die Wirtschaft verändern, allerdings als Evolution. Dabei komme die Bioökonomie nicht von selbst, sie müsse gestaltet werden, was nicht einfach sei.

Dieser Artikel stammt aus dem chemie report 12/2019.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Torsten Kiesner

E-Mail: kiesner@berlin.vci.de