Bericht des VCI-Präsidenten

Interessenvertretung in Zeiten des Umbruchs

Über die zentralen Erfahrungen seiner zu Ende gehenden VCI-­Präsidentschaft hat Kurt Bock Ende September auf der Mitgliederversammlung 2018 in Ludwigshafen berichtet. Besonders umgetrieben habe ihn die Frage: Wie betreibt man effektive Lobbyarbeit in Zeiten politischer Verwerfungen?

Die VCI-Mitgliederversammlung 2018 fand im BASF-Konferenzzentrum in Ludwigshafen statt. - Foto: © VCI/Darchinger
Die VCI-Mitgliederversammlung 2018 fand im BASF-Konferenzzentrum in Ludwigshafen statt. - Foto: © VCI/Darchinger

„Wir müssen noch stärker als bisher den Dialog mit Politik und Gesellschaft führen und aktives Agenda-Setting betreiben“, stellte Kurt Bock klar. Dabei gelte es, stets verlässlich und konstruktiv zu bleiben. Darüber hinaus empfahl Bock, nicht auf Forderungen seitens der Politik an die Wirtschaft zu warten, sondern frühzeitig eigene Lösungskonzepte zu präsentieren. Dies sei dem VCI unter anderem mit dem Vorschlag für eine Reform der EEG-Finanzierung gelungen. Auch in die Diskussionen um den vorzeitigen Kohleausstieg bringe sich der Verband proaktiv ein. So werde derzeit eine Roadmap zur CO2-Minderung in der Chemie erarbeitet – inklusive der dazugehörigen Investitionskosten. „Damit können wir zeigen, mit welchen Technologien und zu welchen Kosten wir zur Treibhausgasneutralität beitragen und gleichzeitig international wettbewerbsfähig bleiben können.“

Innovativ und zukunftsorientiert

Kurt Bock bei seiner Abschiedsrede. - Foto:
Kurt Bock bei seiner Abschiedsrede. - Foto: © VCI/Darchinger
Egal um welches Thema es auch gehe – folgende Erkenntnis habe er aus seinen vielen Gesprächen während der VCI-Präsidentschaft mitgenommen: „Wir müssen herausstellen, wie innovativ und zukunftsorientiert unsere Branche ist. Mit Problemverursachern und Nörglern möchte sich niemand gerne ins Boot setzen.“ Wie innovativ die Chemiebranche auch auf „nicht-konventionellen“ Gebieten sei, habe der VCI bei diversen Gelegenheiten gezeigt: unter anderem im vergangenen Jahr mit dem erstmals im Vorfeld einer Bundestagswahl eingesetzten „Chemie-Navigator“ sowie kürzlich mit der im Schulterschluss mit Transparency International Deutschland in die Wege geleiteten Initiative für mehr Lobbytransparenz.

Ungewöhnliche Allianzen

Auch das gerade frisch aus der Taufe gehobene „Forum Startup Chemie“ sei ein Beleg für die hohe Innovationsorientierung der Chemie. Zusammen mit fünf anderen Organisationen wolle der VCI den Gründergeist in der Branche verstärkt fördern. „Ich freue mich, dass wir uns jetzt auf den Weg gemacht haben“, sagte Bock. Und offenbarte in diesem Zuge eine weitere zentrale Erkenntnis seiner Präsidentschaft: „Ungewöhnliche Allianzen eröffnen neue Chancen – und auch so manche Türen.“

Kurt Bock dankte den Gästen der Mitgliederversammlung zum Abschluss seiner zweijährigen Präsidentschaft ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit im Verband und forderte sie auf, sich auch weiterhin in den Gremien zu engagieren: „Ihre Expertise und Kompetenz sind für den Erfolg als Verband unverzichtbar.“


Dieser Artikel ist im chemie report 10/2018 erschienen.


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