VCI-Veranstaltung zur „Woche der Industrie“

Gute Diskussionen für gute Industriepolitik

Der VCI hat zum Auftakt der „Woche der Industrie“ (17. – 25. September 2016) unter dem Titel „Wohlstand und Zukunft sichern mit der Industrie“ mit Vertretern der Politik über seine industriepolitischen Standpunkte diskutiert. In die Landesvertretung Nordrhein-Westfalen in Berlin waren Vertreter von Fraktionen, Parteien, Landesvertretungen und politischen Stiftungen eingeladen.

Reger Austausch bei der Diskussion der industriepolitischen Standpunkte des Chemieverbandes mit der Politik. Die Veranstaltung fand unmittelbar im Vorfeld der "Woche der Industrie" statt. - Foto: © VCI / BILDSCHÖN
Reger Austausch bei der Diskussion der industriepolitischen Standpunkte des Chemieverbandes mit der Politik. Die Veranstaltung fand unmittelbar im Vorfeld der "Woche der Industrie" statt. - Foto: © VCI / BILDSCHÖN

Utz Tillmann (links) und Thomas Jostmann
Utz Tillmann (links) und Thomas Jostmann © VCI / BILDSCHÖN
Nach einer schnellen Begrüßung durch VCI-Hauptgeschäftsführer Tillmann führte Thomas Jostmann (Vorsitzender des VCI-Koordinierungskreises Industrieland Deutschland und Senior Vice President Corporate EHSQ bei Evonik Industries AG) in die Gesprächsthemen ein. Jostmann betonte: „In den derzeitigen Zeiten dynamischer Veränderungen, etwa beim Thema Industrie 4.0, ist der Dialog mit der Politik besonders wichtig.“

Thomas Jostmann, Evonik Industries AG - Foto: © VCI / BILDSCHÖN

Der VCI stellte gemeinsam mit Experten aus den Mitgliedsunternehmen seine Vorschläge vor, welche Weichen für eine gute Zukunft des Industriestandorts Deutschland gestellt werden könnten. Die politischen Partner bekamen ihrerseits die Gelegenheit, ihre Ideen für die Industriepolitik in der nächsten Legislaturperiode vorzustellen.

Die Gespräche wurden im Rahmen eines „World Café“-Konzeptes an drei getrennten Tischen geführt. Je einer der Tische war den Themen Innovations-, Energie-/Klimapolitik sowie Umweltpolitik/Kreislaufwirtschaft gewidmet. Die Gäste wechselten im Laufe der Veranstaltung von Tisch zu Tisch, um zu allen Themenfeldern diskutieren zu können.

Das Format kam gut an, es wurde in lockerer und dennoch konzentrierter Arbeitsatmosphäre diskutiert.

Nermin Fazlic - Foto:
Nermin Fazlic - Foto: © VCI / BILDSCHÖN
Nermin Fazlic, Referent für Bildung und Forschung im Büro von Hubertus Heil (stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion): „Ich finde World Café-Konzepte interessant, vor allem für einen schnellen Diskurs. Die Themenvielfalt heute war gut, um einen Überblick zu bekommen – auch, wenn ich der Detailtiefe bei mir fachfremden Themen nicht immer folgen konnte.“

Tisch Innovationspolitik

Die Gäste ermutigten die Chemieindustrie grundsätzlich, in der Politik stärker Interesse für Innovationsthemen zu wecken und waren offen für Input. Nicht bewusst war ihnen etwa, dass bei staatlichen Förderprogrammen Schlüsseltechnologien aus dem Anwendungsbereich – etwa die Materialforschung – stärker berücksichtigt werden sollten. Grundsätzliche Offenheit bestand gegenüber einem Innovations-Check in der Gesetzesfolgenabschätzung. Die Industrie wurde aber auch aufgefordert, einen solchen Check gleichfalls in eigenen Positionspapieren durchzuführen.

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Tisch Energie- und Klimapolitik

Henning Wins - Foto:
Henning Wins - Foto: © VCI / BILDSCHÖN
Konsens bestand bei allen Diskussionsteilnehmern, dass die Energiewende effizienter gestaltet werden müsse. Die Politik warb aber auch ihrerseits für Verständnis – etwa Henning Wins aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: „Bei diesem komplexen Thema sind immer wieder politische Nachsteuerungen nötig. Das ist leider nicht immer mit dem Ruf der Industrie nach Planungssicherheit vereinbar.“ Die Stabilisierungsfunktion der energieintensiven Industrien für die Netzstabilität durch deren gleichmäßige Abnahme großer Energiemengen wurde aber anerkannt.

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Tisch Umweltpolitik/Kreislaufwirtschaft

Die Umsetzung der Seveso-III-Richtlinie in deutsches Recht war wiederholt Diskussionsthema. Der VCI und die Firmenvertreter wiesen dabei immer wieder auf die Bedeutung einer möglichst einheitlichen Umsetzung hin. Interessierte Nachfragen gab es auch zu den Vorstellungen der Chemieindustrie beim Thema Kreislaufwirtschaft. Die Chemievertreter erläuterten, dass ihre Industrie grundsätzlich offen für Kreislaufansätze ist, die Ermöglichung neuer Geschäftsmodelle und Innovationen aber zielführender sei als strengere Recyclingvorschriften.

von links: Gerd Romanowski, VCI; Thomas Jostmann, Evonik Industries AG, Hendrik Rosenthal, Landesvertretung Schleswig-Holstein beim Bund © VCI / BILDSCHÖN

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Ansprechpartner

Jürgen Udwari

E-Mail: udwari@vci.de