Internationale Industriekonferenz in Berlin

Gemeinsam für eine starke Industrie

Wie verändern Megatrends wie Globalisierung und Digitalisierung sowie die politischen Ereignisse der letzten Monate die Weltwirtschaft? Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat dazu gemeinsam mit den Partnern des Bündnisses „Zukunft der Industrie“ am 7. Februar eine „Internationale Industriekonferenz“ veranstaltet. Mit dabei war auch VCI-Präsident Bock.

Bundeswirtschaftsministerium und Bündnis „Zukunft der Industrie“ hatten am 7. Februar zu einer „Internationalen Industriekonferenz“ nach Berlin eingeladen. - Foto: © BMWi
Bundeswirtschaftsministerium und Bündnis „Zukunft der Industrie“ hatten am 7. Februar zu einer „Internationalen Industriekonferenz“ nach Berlin eingeladen. - Foto: © BMWi

Die neue Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries hat auf der Konferenz die Themen Kooperation und Dialog in den Mittelpunkt ihrer Eröffnungsrede gestellt. Diese seien national wie global wichtig: „Eine kurzfristige Standortpolitik mit Handelsbarrieren schadet allen und führt zu einem Klima der Unsicherheit. In einer globalen Wirtschaft geht es immer nur um die richtige Idee, nie um den falschen Pass.“ Zypries mahnte aber auch, die Sorgen derjenigen Menschen ernst zu nehmen, die durch die Globalisierung das Gefühl eines Verlustes von Sicherheit haben. Als Antwort auf die Sorgen brauche es auskömmliche Löhne und einen hohen Beschäftigungsgrad.

„Die Industrie ist das heiße Herz des Wirtschaftsstandorts Deutschland.“ – Brigitte Zypries (SPD) bei ihrer ersten großen Rede als Bundeswirtschaftsministerin. - Foto: © BMWi/Maurice Weiss

Zypries betonte auch die Bedeutung der Industrie für den Wohlstand in Deutschland und bekannte sich zum Bündnis Zukunft der Industrie: „Wir müssen die Industrie weiter stärken – in Deutschland und Europa. Lassen Sie uns im Bündnis gemeinsam für eine gute Zukunft der Industrie werben.“

Podiumsdiskussion mit VCI-Präsident Bock

Panel 2 der Veranstaltung: „Die Industrie in der Weltwirtschaft – Zukunft gemeinsam gestalten“ - Foto: © BMWi
Anschließend diskutierte VCI-Präsident Kurt Bock über das Thema „Die Industrie in der Weltwirtschaft – Zukunft gemeinsam gestalten“. Seine Gesprächspartner waren Emma Marcegaglia, Präsidentin des europäischen Arbeitgeberverbands BusinessEurope, und Manfred Schoch, Vorsitzender des Gesamt- und Europabetriebsrats von BMW.

VCI-Präsident Kurt Bock auf der Industriekonferenz : „Mit Abschottung und Protektionismus würde es am Ende nur Verlierer geben.“ - Foto:
VCI-Präsident Kurt Bock auf der Industriekonferenz : „Mit Abschottung und Protektionismus würde es am Ende nur Verlierer geben.“ - Foto: © BMWi/Maurice Weiss
Bock äußerte sich unter anderem zu den globalen politischen Entwicklungen: „Ich sehe leider angesichts protektionistischer Tendenzen in aller Welt keinen Anlass zu Gelassenheit.“ Er mahnte aber gerade wegen der politischen Turbulenzen einen Fokus auf die Situation in Europa an: „Die deutsche und europäische Politik betrifft uns viel unmittelbarer als die Tagesform von US-Präsident Trump.“ Bock kritisierte in diesem Zusammenhang die Energiepolitik, die für eine nachlassende Attraktivität des Standortes Deutschland und Europa verantwortlich sei.

Emma Marcegaglia, Business Europe: „Wenn wir in Europa die einzigen sind, die das Pariser Klimaabkommen einhalten, werden wir das globale Problem Klimawandel nicht lösen können“. - Foto:
Emma Marcegaglia, Business Europe: „Wenn wir in Europa die einzigen sind, die das Pariser Klimaabkommen einhalten, werden wir das globale Problem Klimawandel nicht lösen können“. - Foto: © BMWi
Marcegaglia von BusinessEurope betonte ebenfalls die Bedeutung der Entwicklungen am Heimatmarkt Europa: „Die EU braucht eine ambitionierte Industriepolitik. Dazu gehören die richtigen Rahmenbedingungen für mehr Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit sowie für neue Technologien. Beim Thema Innovationen etwa müssen wir vertretbare Risiken akzeptieren.“











BMW-Gesamtbetriebsratsvorsitzender Manfred Schoch - Foto:
BMW-Gesamtbetriebsratsvorsitzender Manfred Schoch - Foto: © BMWi
BMW-Gesamtbetriebsratsvorsitzender Schoch hielt in seinen Diskussionsbeiträgen ein Plädoyer für weltweiten Freihandel: „Abschottungstendenzen wie der Brexit kosten Wohlstand und Arbeitsplätze. Das muss den Menschen besonders in Deutschland klar sein.“ Die meisten Autos, die in Deutschland gebaut werden, würden schließlich außerhalb der Bundesrepublik gefahren.








Für Europa und globale Kooperation

Die Mitglieder des Bündnisses zur Zukunft der Industrie haben ihre Arbeit bei einer internationalen Industriekonferenz in Berlin vorgestellt. - Foto: © BMWi/Maurice Weiss

Im Rahmen der Industriekonferenz wurde auch eine gemeinsame Erklärung der High-Level Group des Bündnisses „Zukunft der Industrie“ veröffentlicht. Das Bündnis spricht sich hierin für eine starke und enge wirtschaftliche Zusammenarbeit in der EU sowie für offene Märkte und ein wertebasiertes und faires Handelssystem auf globaler Ebene aus. Zypries dazu: „Jetzt ist die Zeit, Europa zu stärken. Wir brauchen ein wirtschaftlich starkes und soziales Europa, um global mit einer Stimme für offene Märkte und fairen Handel eintreten zu können. Ein starkes Europa gibt es nur mit einer starken Industrie.“

Zum „Nachschauen": Die Diskussion mit VCI-Präsident Kurt Bock

Panel 2: „Die Industrie in der Weltwirtschaft – Zukunft gemeinsam gestalten“ (Dauer: knapp 1 Stunde) BMWi

Mehr zum Thema

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Jürgen Udwari

E-Mail: udwari@vci.de