Standpunkt

Die Basis des deutschen Wohlstandes sichern

Die Industrie ist das Herz der deutschen Wirtschaft. Damit das so bleibt, haben sich Politik, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände, darunter auch der VCI, zum Bündnis „Zukunft der Industrie“ zusammengeschlossen. Die Partner bringen Maßnahmen auf den Weg, mit denen der Industriestandort seine Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit langfristig sichern kann. VCI-Präsident Marijn Dekkers appelliert an die Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie, sich vor allem an der zentralen Aktionswoche des Bündnissen zu beteiligen.

VCI-Präsident Dr. Marijn Dekkers - Foto: © Bayer AG
VCI-Präsident Dr. Marijn Dekkers - Foto: © Bayer AG

Die deutsche Industrie bietet sechs Millionen Menschen einen überdurchschnittlich gut bezahlten Arbeitsplatz. Sie exportiert Waren im Wert von über einer Billion Euro in die gesamte Welt und trägt mit gut 120 Milliarden Euro Steuern zur Finanzierung des Gemeinwesens bei. Diese Zahlen machen deutlich: Die Industrie ist das Herz der deutschen Wirtschaft. Über ein Fünftel der Wertschöpfung entsteht in der Industrie. Mit ihren Innovationen leben wir besser und gesünder – und sie ermöglichen es uns, sorgsamer mit unseren Ressourcen umzugehen. Die Beschäftigten in der Automobil- und Elektroindustrie, im Maschinenbau, der Chemie und weiteren Branchen erarbeiten gemeinsam die Basis für Wohlstand und Fortschritt.

Diese Funktion kann nur eine starke Industrie wahrnehmen, die wettbewerbsfähig und innovativ ist. Damit das auch morgen zutrifft, müssen wir Kräfte bündeln. Fünfzehn Partner aus Politik, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden – darunter der VCI – haben sich zum Bündnis „Zukunft der Industrie“ zusammengeschlossen. Gemeinsam entwickeln wir Handlungsempfehlungen, definieren Rahmenbedingungen und identifizieren Maßnahmen, mit denen der Industriestandort seine internationale Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit langfristig sichern kann.

Deutschland ist derzeit in einer guten wirtschaftlichen Verfassung. Dennoch müssen hierzulande deutlich mehr öffentliche und private Investitionen mobilisiert werden. Wir brauchen sie für die Instandsetzung der klassischen Verkehrsnetze und den Ausbau der digitalen Infrastruktur, für mehr Bildung und Forschung, für eine bessere Innovationskultur in den Unternehmen, für Fachkräftesicherung und Integration. Denn die Welt verändert sich: Schwellenländer in Asien investieren massiv in Forschung und Wissenschaft, um sich vom reinen Produktions- zum Hightech-Standort zu entwickeln. Der Wettbewerb auf den weltweiten Märkten wird dadurch in der Zukunft noch intensiver. Wer nicht beständig Neues entwickelt, fällt zurück – dies gilt nicht nur für die Produktentwicklung. Um die Herausforderungen der Globalisierung, die Veränderung der Arbeitswelt durch die Digitalisierung und den demografischen Wandel erfolgreich zu bewältigen, ist die Industrie auf Rückhalt in der Bevölkerung angewiesen. Akzeptanz für die anstehenden Veränderungsprozesse und ihre Lösungen kann nur durch Dialog und das Wissen der Menschen um die Bedeutung der Industrie in unserem Wirtschaftsmodell entstehen.

Ich rufe daher die Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie dazu auf, sich vor allem an der zentralen Aktionswoche des Bündnisses im Herbst zu beteiligen. Sie ist eine große Chance, um für Verständnis bei den Bürgern zu werben. Als zentraler Teil des deutschen Industrienetzwerkes können und wollen wir zeigen: Die Chemie schafft Wohlstand und Arbeit – und sie ist ein guter Nachbar.

Dr. Marijn E. Dekkers,
Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI)

Ansprechpartner:
dialog@vci.de

Zum chemie report 1+2/2016 mit Leitartikel zum Bündnis „Zukunft der Industrie"