Standpunkt

Deutschland, ein Chancenland

VCI-Präsident Kurt Bock wirbt für Vertrauen, Neugier und Zuversicht, wenn es um die Chancen neuer Technologien und damit um eine klare Zukunftsperspektive für Deutschland geht. Die politischen Entscheidungsträger sollten zu einer solchen Perspektive beitragen, damit die Gesellschaft und die Unternehmen Globalisierung und Digitalisierung erfolgreich und gemeinsam meistern können. Die Chemie- und Pharmaindustrie steht bereit, in neuen Partnerschaften mit der Politik, mit NGOs und mit Wissenschaftsorganisationen tragfähige Lösungen zu entwickeln.

VCI-Präsident Kurt Bock - Foto: © BASF SE
VCI-Präsident Kurt Bock - Foto: © BASF SE

Der Standort Deutschland lebt seit geraumer Zeit von seiner Substanz. Dabei wären gerade das aktuell positive konjunkturelle Umfeld, die prall gefüllte Staatskasse und die sinkenden Arbeitslosenzahlen der richtige Moment, um zu investieren und für die Zukunft vorzubauen. Wie dringend notwendig dies ist, zeigt ein Blick um uns herum: auf den handelspolitischen Kurs unseres transatlantischen Bündnispartners USA, die laufenden Brexit-Verhandlungen oder auf China, das sich einen Innovationsschub verpasst. Wenn wir dann noch berücksichtigen, dass Deutschland noch kaum auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorbereitet ist, dann kann die Antwort nur lauten: Wir müssen jetzt für morgen investieren – in Infrastruktur, in die Bildung und Ausbildung der hier lebenden Menschen, in Forschung und vor allem: in Vertrauen. Der wachsenden Verunsicherung vieler Bürger sollten die politischen Entscheidungsträger mit einer klaren Zukunftsperspektive begegnen, damit wir – und damit meine ich auch unsere Unternehmen – Globalisierung und Digitalisierung erfolgreich meistern können.

Die gute Nachricht ist: Wir haben eigentlich eine faszinierende Zukunftsperspektive – denn selten zuvor haben uns neue Technologien so viele neue Möglichkeiten eröffnet wie zurzeit. Und gerade Deutschland ist ein Chancenland. Ob in der Gesundheits- oder Energieversorgung, in der Mobilität, der Kommunikation oder bei der Ernährung: Für all diese Bereiche haben wir bereits vielversprechende technologische Ansätze. Wir müssen uns nur zutrauen loszugehen – mit Neugier und Zuversicht. Und wir müssen dafür sorgen, dass möglichst alle diesen Weg gemeinsam gehen. Dafür brauchen wir eine neue Form des gesellschaftlichen Dialogs und der gesellschaftlichen Kooperation.

In der Chemie geht es immer darum, neue Verbindungen zu finden. Aber dabei beschränken wir uns nicht auf die Moleküle, sondern wir tun das auch zwischen den Menschen. So ist gerade die Chemie bekannt für innovative Lösungen, die aus einer stabilen Sozialpartnerschaft erwachsen. Die Fähigkeit, stabile Verbindungen zu schaffen, wollen wir gerne auch für den Weg Deutschlands in den nächsten vier Jahren einsetzen. Wir stehen bereit, in neuen Partnerschaften mit der Politik, mit NGOs und mit Wissenschaftsorganisationen tragfähige Lösungen zu entwickeln. Denn Deutschlands Chancen sind zu faszinierend, um sie ungenutzt verstreichen zu lassen.

Dr. Kurt Bock
Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI)

Ansprechpartner:
dialog@vci.de