Standpunkt

Aha-Erlebnisse auf beiden Seiten

Die industrielle Chemie sorgt nicht nur für mehr Lebensqualität, sondern ist auch ein Garant für wirtschaftliches Wachstum, gute Arbeit und mehr sozialen Ausgleich. Die Chemie bemüht sich darum, dies im Dialog mit Politikern in Bund und Ländern immer wieder deutlich zu machen, wenn es darum geht, welche Anforderungen eine nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft an uns alle stellt.

VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley © Merck KGaA, Darmstadt Deutschland
VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley © Merck KGaA, Darmstadt Deutschland

Vieles von dem, was unser Leben sicher und gesund, sauber und komfortabel macht, wäre ohne die Chemie nicht denkbar: Ob modernste Kommunikations- und Unterhaltungsgeräte, Dämmstoffe, Solarmodule oder Batterietechnologien, Leichtbaumaterialien für Autos und Flugzeuge, und nicht zuletzt Medikamente – die Innovationen aus der Chemischen Industrie sorgen für einen hohen Lebensstandard unserer Gesellschaft und tragen zur Lösung der großen Herausforderungen der Zukunft bei. Sie bleiben aber für die Menschen meist unsichtbar.

Die Leistungen und den Nutzen der Chemischen Industrie für die Gesellschaft deutlich und verständlich zu machen, daran arbeiten Mitgliedsunternehmen und VCI seit vielen Jahren mit vereinten Kräften. Durchaus mit messbarem Erfolg. Das unterstreichen repräsentative Umfragen. Analysen zeigen andererseits aber auch, dass in den Jugendorganisationen der politischen Parteien eine besonders kritische Haltung zur Branche nicht selten anzutreffen ist.

Deshalb bieten ressortübergreifende Gespräche mit Politikern in Bund und Ländern eine Chance, mehr Akzeptanz für die Chemie durch Aha-Erlebnisse auf beiden Seiten zu erreichen. Nur im intensiven, offenen Dialog können wir uns darüber austauschen, welche Anforderungen eine nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft an uns alle stellt. Wir wollen dabei deutlich machen, dass die industrielle Chemie nicht nur für mehr Lebensqualität sorgt. Sie ist auch ein Garant für wirtschaftliches Wachstum, für gute Arbeit und für mehr sozialen Ausgleich in Deutschland. Über dieses Profil haben die Allianzpartner der Initiative Chemie3 – der VCI, der Arbeitgeberverband BAVC und die Gewerkschaft IG BCE – im Februar gemeinsam neue Abgeordnete im Deutschen Bundestag informiert. Es war ein guter und motivierender Austausch mit Lerneffekten bei allen Beteiligten.

Je mehr es uns gelingt, die Lösungskompetenz der Chemie in allen Bereichen transparent zu machen, umso mehr können wir darauf hoffen, Zerrbilder unserer Branche zu korrigieren. Wer in der Politik unseren Nutzen für die Gesellschaft einzuordnen weiß und anerkennt, wird sich eher für bessere Rahmenbedingungen einsetzen. Das heißt für die Zukunft zum Beispiel: „Energiewende und Klimaschutz voraus“ – aber mit der Chemie, nicht gegen sie. Oder: „Mobilität für alle“ – am besten mit innovativen Konzepten, die mit Ideen aus der Chemischen Industrie erst möglich werden.

Der VCI und seine Mitgliedsunternehmen stehen für einen intensiven Dialog mit der Politik über Leistungen und Herausforderungen der Branche, über Erwartungen und konträre Positionen. Wir können dabei selbstbewusst sagen: Wir sind Teil der Lösung, nicht Teil des Problems. Selbst kritische Stimmen erkennen inzwischen durchaus an: Nachhaltigkeit braucht mehr Chemie, nicht weniger.

Karl-Ludwig Kley,
Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI)

Ansprechpartner
dialog@vci.de

Zum chemie report 03/2014