Buch-Veröffentlichung von VCI-Präsident Kley

„Deutschland braucht Chemie“: Eine neue Grundlage für den politischen Diskurs

Es fehlte bislang ein Buch, das die herausragende Bedeutung der Chemie für den Wohlstand unseres Landes umfassend erklärt. Dieser Gedanke sei im Verlauf seiner VCI-Präsidentschaft in ihm gereift, so Karl-Ludwig Kley auf der Buch-Präsentation in Frankfurt. Das Buch solle dazu dienen, die „siloartigen“ Diskussionen in politischen Gesprächen aufzubrechen und das öffentliche Bild über die Chemie zu korrigieren. Zum Auftakt hatte er unter anderem den hessischen Ministerpräsidenten eingeladen.

Über hundert Gäste waren der Einladung von VCI-Präsident Kley zur Diskussion über sein Buch gefolgt. © VCI/Mendel
Über hundert Gäste waren der Einladung von VCI-Präsident Kley zur Diskussion über sein Buch gefolgt. © VCI/Mendel

„Die Chemie wird häufig in einer Ecke positioniert, die bizarr ist“, beklagte Karl-Ludwig Kley zu Beginn der Podiumsdiskussion, an der neben Ministerpräsident Volker Bouffier die Professoren Barbara Albert und Uwe Lahl teilnahmen. Wenn ein Haarwaschmittel vom Markt genommen werden müsse, weil es angeblich zu viel Formaldehyd enthalte – aber von Natur aus in einem Apfel 15 mal mehr von dem Stoff enthalten ist als in einer einzigen Shampoo-Flasche, dann laufe etwas in der öffentlichen Meinungsbildung fundamental falsch.

Missverständnisse und Skepsis

Beispiele wie dieses zeigten, mit welchen Missverständnissen und Fehlinterpretationen eine auf naturwissenschaftliche Fakten begründete Industrie wie die Chemie konfrontiert werde.

Deshalb, so Kley, sei der Zeitpunkt zum Verfassen eines Buchs gekommen, in dem die Skepsis gegenüber einer der leistungsstärksten Branchen des Landes ebenso aufgegriffen wird wie deren Beiträge zur Lösung der Herausforderungen der Zukunft.

Das Resultat: sein 144 Seiten starkes Buch „Deutschland braucht die Chemie. Warum Wachstum und Wohlstand nur mit einer starken Chemieindustrie machbar sind.“ Das Buch gibt in zehn abwechslungsreichen Kapiteln Denkanstöße für die politische Debatte und ist mit interessanten Fakten und Anekdoten aus der Geschichte der Chemie-Industrie angereichert.

Pro und Contra der Chemie

„Die hessische Landesregierung ist sich der Bedeutung der Chemie für unser Land bewusst. Sie ist ein Garant für Arbeitsplätze und Wohlstand in Hessen“, sagte Bouffier. Der Regierungschef lobte den Einsatz der chemischen Industrie, bei den Bürgern für mehr Vertrauen zu werben. „Auch die Politik tut sich manchmal schwer, den unmittelbaren Nutzen von Chemie zu erkennen. Zwar ist der Erfolg der Branche unbestritten, doch es bleibt Aufgabe der chemischen Industrie und der Wissenschaft, über Risiken für Mensch und Natur aufzuklären. Dabei spielt der Schutz natürlicher Ressourcen und der Aspekt der Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle“, so der Ministerpräsident.

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Volker Bouffier, hessischer Ministerpräsident:
„Zwar ist der Erfolg der Branche unbestritten, doch es bleibt Aufgabe der chemischen Industrie und der Wissenschaft, über Risiken für Mensch und Natur aufzuklären.“

Schnell waren die Diskutanten bei den Herausforderungen einer „Bürgerdemokratie“. In einer solchen gelte es, die zunehmend in Bürgerinitiativen organisierten Menschen mit Argumenten zu überzeugen, statt sie zu überreden. „Bürgerschelte zur mangelnden Akzeptanz von Chemie-Risiken ist unangemessen. Die chemische Industrie sollte für ihre Belange kämpfen und Ergebnisse des Meinungsstreits akzeptieren, auch wenn sie hier oder dort mal verliert“, forderte Uwe Lahl.

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Prof. Dr. Uwe Lahl, Technische Universität Darmstadt:
„Das Buch soll die Debatte versachlichen. Deshalb sollte man auch die Risiken nicht bagatellisieren oder marginalisieren.“

Und Barbara Albert ergänzte: „Wir alle haben die Aufgabe, mit Investitionen in Bildung und Wissenschaft das Chemieverständnis in der Bevölkerung zu verbessern. Man kann nur dann den Nutzen und mögliche Risiken von Chemie bewerten, wenn man grundlegende naturwissenschaftliche Fakten und Phänomene kennt.“

Prof. Dr. Barbara Albert, Vizepräsidentin der Gesellschaft Deutscher Chemiker:
„Deutschland muss sich der Leistungen der Chemie bewusst werden.“
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In die anschließende Fragerunde brachten sich die anwesenden Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Politik mit kenntnisreichen und durchaus auch kritischen Beiträgen ein. Dass das Podium interessante Denkanstöße geliefert hatte, zeigte sich auch, als die mehr als 100 Teilnehmer ihre Unterhaltungen über die Bedeutung der Chemie rege fortführten.

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Auch das Publikum brachte sich in die Diskussion ein:
„Wir brauchen das Pro und Contra über die Chemie, damit die Menschen – zum Beispiel Schüler und Studierende der Chemie – abwägen können“,
forderte dieser Teilnehmer, der an der Universität Frankfurt Chemie-Didaktik lehrt.

Die Diskutanten

Im Frankfurter Westhafen diskutierten (im Bild unten v. r. n. l.):

Ministerpräsident Volker Bouffier, VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley sowie die Professoren Barbara Albert, Vizepräsidentin der GDCh, und Uwe Lahl von der Technischen Universität Darmstadt über das Pro und Contra einer starken Chemie. Die Moderation lag bei der Fernsehjournalistin Corinna Wohlfeil.

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Den vollständigen Bericht über die Veranstaltung lesen Sie im chemie report 05/2014. Sie finden ihn im Downloadbereich im Kopf dieser Seite unter "Ergänzende Downloads".

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Jenni Glaser

E-Mail: glaser@vci.de

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