Standpunkt

Auf die eigenen Stärken besinnen

VCI-Präsident Kurt Bock meint: Trotz aller globaler Unwägbarkeiten können wir die Rahmenbedingungen für eine zukunftsorientierte Industrie- und Innovationspolitik selbst gestalten. Die Bundestagswahl ist dafür eine wichtige Weichenstellung. Bock ermuntert daher nicht nur die Mitarbeiter in der Chemieindustrie, sondern alle Bürger dazu, sich aktiv damit auseinanderzusetzen, welche Konzepte die Parteien hier in ihren Wahlprogrammen anbieten.

VCI-Präsident Dr. Kurt Bock © BASF SE
VCI-Präsident Dr. Kurt Bock © BASF SE

2017 ist ein europäisches Super-Wahljahr: In Deutschland stehen drei Landtagswahlen sowie die Bundestagswahl, in Frankreich Präsidentschafts- und in den Niederlanden Parlamentswahlen an. Der Ausgang ist heute nicht vorhersehbar. Die bevorstehenden Verhandlungen über den Brexit und die Ankündigungen über den zukünftigen Kurs der neuen US-Regierung führen zu weiterer politischer Unsicherheit.

Wir dürfen es nicht zulassen, dass solche Unwägbarkeiten unsere Handlungsfähigkeit in Deutschland schwächen. Stattdessen müssen wir das gestalten, was wir selbst in der Hand haben: die Rahmenbedingungen für eine zukunftsorientierte Industrie- und Innovationspolitik. Die Bundestagswahl ist hierfür eine wichtige Weichenstellung. Ich will daher nicht nur die Mitarbeiter in der Chemieindustrie, sondern alle Bürger dazu ermuntern, sich aktiv damit auseinanderzusetzen, welche Konzepte die Parteien hier in ihren Wahlprogrammen anbieten. Eine starke Wirtschaft ist die Grundlage für Stabilität und Sicherheit.

Eine wichtige Aufgabe der neuen Bundesregierung wird es sein, sich auf europäischer und internationaler Ebene für Kooperation und Freihandel einzusetzen. Denn in Deutschland hängt jeder vierte Arbeitsplatz vom Export ab. Die Unternehmen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie erzielen 60 Prozent ihres Umsatzes mit Kunden im Ausland. In anderen industriellen Kernbranchen wie dem Fahrzeug- und Maschinenbau liegt die Exportquote noch höher. Offene Märkte sind daher ein wichtiger Baustein für den Erhalt von Wohlstand und Arbeitsplätzen in Deutschland.

Die beste Versicherung gegen globale Unwägbarkeiten aber ist eine starke, innovative Wirtschaft hier bei uns zu Hause. Die Energiekosten deckeln, Forschung fördern, Infrastruktur verbessern und mehr in Bildung investieren, das sind vordringliche Handlungsfelder. Das erhöht die Qualität des Standorts, schafft Wachstum und Arbeitsplätze und sichert soziale Teilhabe.

Mit über sechs Millionen Beschäftigten ist die Industrie in Deutschland ein wirtschaftlicher wie gesellschaftlicher Stabilitätsanker. Sie bietet den Menschen überdurchschnittlich gut bezahlte und attraktive Arbeitsplätze mit hohen Sozialleistungen. Dreh- und Angelpunkt der industriellen Wertschöpfungsketten ist die Chemie. Ihre Lösungen ermöglichen Partnern in anderen Branchen besonders innovative Produkte, die weltweit gefragt sind.

Gute Industriepolitik ist Zukunftspolitik für unser Land. Das sollten alle Parteien im Wahljahr 2017 bedenken.

Dr. Kurt Bock,
Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI)

Zum chemie report 01+02/2017 mit Leitartikel zum Wahljahr 2017

Ansprechpartner:
dialog@vci.de