VCI-Diskussionsveranstaltung in Brüssel

Europäische Industriepolitik: Chance jetzt nutzen

Wie kann eine erfolgreiche Re-Industrialisierung Europas gelingen? Darüber diskutierte der VCI am 18. November 2014 in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Brüssel mit über 100 Gästen aus Europäischem Parlament, Rat, Kommission und der Brüsseler Politikszene.

Über 100 Gäste aus der Brüsseler Politikszene disutierten mit dem VCI über Industriepolitik in Europa © VCI/Bernal Revert
Über 100 Gäste aus der Brüsseler Politikszene disutierten mit dem VCI über Industriepolitik in Europa © VCI/Bernal Revert

Der Anteil der europäischen Industrie an der Bruttowertschöpfung sinkt kontinuierlich. In der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/ 2009 hat sich die Industrie aber als Stabilitätsanker erwiesen. Länder mit starker Industrie überstanden die Krise deutlich besser. Spätestens seitdem herrscht in der EU Konsens darüber, dass eine Re-Industrialisierung Europas notwendig ist.

Leider gab es bislang nur wenig konkrete Vorschläge, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Das neu gewählte Parlament und die neue Kommission bieten nun die Chance für eine Trendwende. Der VCI wünscht sich dazu einen partnerschaftlichen Dialog mit der Brüsseler Politik, durch welche Maßnahmen eine Re-Industrialisierung erreicht werden kann. Die Diskussionsveranstaltung sollte den Startschuss dazu geben.

© VCI/Bernal Revert



Zeno Danner, Referatsleiter Europapolitik (kom.) bei der Landesvertretung des Landes Baden-Württemberg bei der EU, betonte bei der Begrüßung die Bedeutung einer starken Industrie für das „Ländle“:

„Wir verstehen uns als Bundesland der Tüftler und Erfinder. Dabei ist die Innovationskraft der Industrie sehr wichtig.“



VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann hob in seiner Rede die Chancen für einen Neuanfang in der europäischen Politik hervor: „Ich begrüße die Ankündigung der großen Fraktionen im Parlament, in der neuen Legislaturperiode miteinander und – stärker als bisher – mit der Kommission konstruktiv zusammenzuarbeiten.“ Auch die Neustrukturierung der Kommission sieht der VCI positiv. Das gilt besonders für die herausgehobene Stellung des Ersten Vizepräsidenten Timmermans und des für industrielle Wettbewerbsfähigkeit zuständigen Vize-Präsidenten Katainen. Tillmann: „In ihren Aufgaben und ihrer strukturellen Verankerung erkennen wir zwei Hüter der Wettbewerbsfähigkeit“. Der Anfang in Parlament und Kommission sei vielversprechend. „Auf dieser Basis muss die Agenda von Kommissionspräsident Juncker für mehr Wachstum und Arbeitsplätze jetzt umgesetzt werden. Diese große Aufgabe wollen wir als Chemieindustrie gemeinsam mit der Politik angehen.“

Über die Möglichkeiten zur Umsetzung diskutierte Tillmann anschließend auf dem Podium mit Karl Falkenberg (Generaldirektor der Generaldirektion Umwelt in der Europäischen Kommission), Dr. Andreas Schwab (MdEP) und Peter Simon (MdEP). Hauptthemen der lebhaften Diskussion waren die Energie- und Klimapolitik, das transatlantische Freihandelsabkommen und die neue Arbeitsweise in Kommission und Parlament. Moderator war Udo van Kampen (ZDF-Korrespondent in Brüssel).

Stimmen aus der Podiumsdiskussion

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Karl Falkenberg,
Generaldirektor der Generaldirektion Umwelt, Europäische Kommission:
„Die Struktur der neuen Kommission ist eine Chance. Sollte sie im Alltag tatsächlich zu mehr Teamarbeit zwischen den Kommissaren führen, wäre das sehr positiv.“

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​Dr. Andreas Schwab,
MdEP:
„Wir brauchen in ganz Europa eine starke Industrie – nicht nur in Deutschland.“

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Peter Simon,
MdEP:
„Wir dürfen nicht so lange ohne konkrete Inhalte über die Re-Industrialisierung reden, bis die Industrie abgewandert ist.“

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Dr. Utz Tillmann,

VCI-Hauptgeschäftsführer:
„Nur der Dialog bringt Politik, Industrie und Gesellschaft zusammen.“







Das vollständige Statement von VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann anlässlich der Diskussionsveranstaltung des VCI am 18. November 2014 in Brüssel (PDF, Umfange: 7 Seiten) finden Sie im Downloadbereich im Kopf dieser Seite.

Einen ausführlichen Bericht zur Veranstaltung finden Sie in Bälde im chemie report 12/2014.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Attila Gerhäuser

E-Mail: gerhaeuser@bruessel.vci.de

Jürgen Udwari

E-Mail: udwari@vci.de

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