Zirkuläre Wirtschaft und Digitalisierung

Wertschöpfung in Netzwerken realisieren

Industrielle Wertschöpfungsnetzwerke haben die Kraft, Lösungen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu entwickeln. In der Chemie ist die zirkuläre Wirtschaftsweise deshalb ein wichtiger Baustein. Sie betrachtet den gesamten Lebenszyklus von Produkten und nimmt ganz neue Kreisläufe in den Blick, die weit über Abfallrecycling hinausgehen.

Die zirkuläre Wirtschaftsweise ist in der Chemie ein wichtiger Baustein, um Lösungen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu entwickeln. Sie betrachtet den gesamten Lebenszyklus von Produkten und nimmt ganz neue Kreisläufe in den Blick, die weit über Abfallrecycling hinausgehen. - Foto: © Fabien Cimetière - Fotolia.com
Die zirkuläre Wirtschaftsweise ist in der Chemie ein wichtiger Baustein, um Lösungen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu entwickeln. Sie betrachtet den gesamten Lebenszyklus von Produkten und nimmt ganz neue Kreisläufe in den Blick, die weit über Abfallrecycling hinausgehen. - Foto: © Fabien Cimetière - Fotolia.com

Dass die zirkuläre Wirtschaft jetzt Fahrt aufnehmen kann, hat auch mit der Digitalisierung zu tun. Denn diese ist Kern der neuen Industriewelt. Die EU-Kommission sollte sich dem Ansatz einer zirkulären Wirtschaft anschließen und industrielle Wertschöpfungsnetzwerke und Digitalisierung unterstützen.

Die zirkuläre Wirtschaftsweise gewinnt Kohlenstoff am Ende eines Produktzyklus wieder zurück. Hierzu kann das chemische als Ergänzung zum mechanischen Recycling einen wichtigen Beitrag leisten. Dabei werden Abfälle zunächst in Grundstoffe umgewandelt, aus denen wieder neue Produkte entstehen. Mit der Realisierung beschäftigen sich derzeit zum Beispiel Verfahren der Pyrolyse, Vergasung und Solvolyse. Darüber hinaus erlaubt die energetische Verwertung, den Kohlenstoff in Form von CO2 „im Kreis zu führen“. Schon jetzt wird deutlich, dass die Transformation zur zirkulären Wirtschaft komplex ist. Die Politik sollte sie unterstützen durch:

  • Offenheit für alle Verfahren
    Sowohl mechanische als auch chemische Verfahren tragen zur Kreislaufwirtschaft des Kohlenstoffs und somit zum Recycling effektiv bei. Entscheidend ist, welches Verfahren die beste ökologischwirtschaftliche Gesamtbilanz ausweist. Wo zum Beispiel das mechanische Recycling von Kunststoffabfällen nicht mehr greift, sollten chemische Methoden anerkannt werden und zum Zuge kommen. Auch eine effiziente energetische Verwertung muss möglich sein.
  • Freiräume für Innovationen
    Nur in einem forschungsfreundlichen Umfeld können die Unternehmen die Entwicklung neuer Verfahren vorantreiben – beispielsweise für innovative Kunststoffe, die einerseits komplexe Anwendungsbereiche weiter optimieren und andererseits die Umwelt nicht unnötig belasten.

INFOGRAFIK: Gute Ergänzung zum mechanischen Recycling

Schema des chemischen Recyclings in der zirkulären Wirtschaft

Das mechanische und das chemische Recycling ergänzen einander optimal: Anstatt Kunststoffe mittels physikalischer Verfahren aufzubereiten, kann der entstehende Abfall auch in seine chemischen Bausteine zerlegt werden. Das Rohmaterial wird in den Kreislauf eingespeist, sodass daraus wieder neue Produkte entstehen können. - Copyright:
Das mechanische und das chemische Recycling ergänzen einander optimal: Anstatt Kunststoffe mittels physikalischer Verfahren aufzubereiten, kann der entstehende Abfall auch in seine chemischen Bausteine zerlegt werden. Das Rohmaterial wird in den Kreislauf eingespeist, sodass daraus wieder neue Produkte entstehen können. - Copyright: © VCI

Zum Gelingen beitragen kann auch die Digitalisierung: Denn durch die Auswertung von Massendaten werden präzisere Verfahren möglich, die neue Innovationssprünge erwarten lassen. Aus diesen können bestenfalls Impulse für noch mehr Ressourceneffizienz entstehen. Deshalb kommt es an auf:

  • Förderung der Digitalisierung
    Um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, sind die Unternehmen auf schnellen und sicheren Datenaustausch angewiesen. Der Ausbau der Infrastruktur gehört ebenso dazu wie ein leistungsfähiges IT-Sicherheitsnetzwerk zwischen Behörden, Unternehmen und Forschung. Zudem müssen die Behörden bei Krisen schnell reagieren können. Vollendung des Binnenmarkts AA Regulierungsbedingte Barrieren zwischen den EU-Märkten müssen beseitigt und der grenzüberschreitende Verkehr mit digitalen Gütern und Daten erleichtert werden. Europa braucht den digitalen Binnenmarkt, um mit China oder den USA mithalten zu können.
  • Gestaltung des Datenschutzes
    Unternehmen müssen individualisierte und Big-Data-basierte Lösungen vorantreiben können. Dafür braucht es zur Datenschutz-Grundverordnung harmonisierte Vereinbarungen, die sich den Wirtschaftsbedürfnissen anpassen und den internationalen Datenaustausch rechtssicher ermöglichen – das gilt beispielsweise für die Nutzung gängiger Cloud- und Softwarelösungen.

Dieser Beitrag ist Teil des VCI-Politikbriefs spezial "EU 2024" (Oktober 2019).














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Ansprechpartner

Jenni Glaser

E-Mail: glaser@vci.de