EU 2019 bis 2024

Potenziale einer starken Gemeinschaft nutzen

Europa bewegt die Gemüter wie selten zuvor. Immer mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Mitgliedstaaten der EU im Zusammenschluss die besten Aussichten haben, ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen selbstbewusst gegenüber China, den USA und Russland zu vertreten. Auch die Chemie- und Pharmaindustrie bekennt sich zu einer starken Europäischen Union. Sie gibt konkrete Empfehlungen, wie die EU mit guter Industriepolitik in einer zunehmend multipolaren Welt bestehen kann.

Die Chemie- und Pharmaindustrie bekennt sich zu einer starken Europäischen Union und gibt konkrete Empfehlungen, wie die EU mit guter Industriepolitik in einer zunehmend multipolaren Welt bestehen kann. - Foto: © weyo/stock.adobe.com
Die Chemie- und Pharmaindustrie bekennt sich zu einer starken Europäischen Union und gibt konkrete Empfehlungen, wie die EU mit guter Industriepolitik in einer zunehmend multipolaren Welt bestehen kann. - Foto: © weyo/stock.adobe.com

Die bisherige Erfolgsgeschichte der Europäischen Union, die von Jahrzehnten des Friedens und wachsenden Wohlstands geprägt ist, hängt eng mit dem Binnenmarkt und seinen Grundfreiheiten zusammen. Doch angesichts globaler Veränderungen wachsen die Herausforderungen. Dass die neue EU-Kommission unter ihrer Präsidentin Ursula von der Leyen den europäischen Binnenmarkt zukunftsorientiert gestalten möchte, interpretiert die Chemie- und Pharmaindustrie als konkretes Anzeichen für eine Revitalisierung der europäischen Industriepolitik.

Ein weiterer Erfolgsfaktor der EU liegt in der Innovationskraft der hier ansässigen Industrieunternehmen. Das unterstreicht: Die Industrie sollte weiterhin als Teil der Lösung für viele wirtschaftliche und politische Herausforderungen verstanden werden. Insbesondere die Chemie spielt mit ihren innovativen Produkten und Technologien eine Schlüsselrolle für wesentliche Wertschöpfungsketten und kann Antworten auf viele Fragen geben – insbesondere im Umwelt- und Klimaschutz.

INFOGRAFIK: Klima-Vorreiter Chemie

Entwicklung von Produktion, Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen (energie- und prozessbedingt) 1990–2017; Quelle: VCI

Die Chemie beweist es: Wachstum und Klimaschutz schließen sich nicht aus. Seit 1990 stieg die Produktion um fast 70 Prozent. Absoluter Energieverbrauch und Treibhausgasausstoß haben sich dennoch erheblich verringert. Copyright:
Die Chemie beweist es: Wachstum und Klimaschutz schließen sich nicht aus. Seit 1990 stieg die Produktion um fast 70 Prozent. Absoluter Energieverbrauch und Treibhausgasausstoß haben sich dennoch erheblich verringert. Copyright: © VCI

Damit die Branche ihre Lösungskompetenz auch künftig in Europa entfalten und zugleich die ökologische, ökonomische und soziale Dimension der Nachhaltigkeit erfolgreich vorantreiben kann, ist sie auf eine zukunftsorientierte und mutige Industriepolitik angewiesen. EU-Kommission und EU-Parlament sollten die kommenden fünf Jahre nutzen, um:

  • Industrie- und Klimapolitik miteinander zu verzahnen
  • für offene Märkte und weltweit fairen Wettbewerb einzutreten
  • Innovationskraft und Forscherdrang engagiert zu fördern
  • Nachhaltigkeit durch zirkuläre Wirtschaft und Digitalisierung zu fördern

INFOGRAFIK: Mit anderen auf Augenhöhe

Bruttoinlandsprodukte in Billionen US-Dollar, 2017; Quelle: Weltbank

Die Wirtschaftskraft der EU kann sich mit der chinesischen und US-amerikanischen durchaus messen. Das zeigt: Dank ihres Schulterschlusses behaupten sich die Mitgliedstaaten gut gegenüber den großen Volkswirtschaften. - Copyright:
Die Wirtschaftskraft der EU kann sich mit der chinesischen und US-amerikanischen durchaus messen. Das zeigt: Dank ihres Schulterschlusses behaupten sich die Mitgliedstaaten gut gegenüber den großen Volkswirtschaften. - Copyright: © VCI/Weltbank

Dieser Beitrag ist Teil des VCI-Politikbriefs spezial "EU 2024" (Oktober 2019).

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Jenni Glaser

E-Mail: glaser@vci.de