Standpunkt

Ja zu Europa!

Im Vorfeld der Wahl des Europäischen Parlaments macht VCI-Präsident Hans Van Bylen deutlich, dass die Erfolgsgeschichte Europa kein Selbstläufer mehr ist. Die chemisch-pharmazeutische Industrie hat deshalb eine ganze Reihe von Maßnahmen angestoßen, um mit vielen guten Argumenten für ein starkes und geeintes Europa zu werben. So will die Branche viele Menschen für die Stimmabgabe am 26. Mai motivieren.

VCI-Präsident Hans Van Bylen - Foto: © Henkel AG & Co. KGaA
VCI-Präsident Hans Van Bylen - Foto: © Henkel AG & Co. KGaA

In den nächsten Tagen erhalten alle wahlberechtigten EU-Bürger ihre Benachrichtigung zur mittlerweile neunten Wahl des Europäischen Parlaments. Wie viele von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen werden, ist noch ungewiss.

Denn die Wahlbeteiligung ging leider immer weiter zurück: 1979 gaben mehr als 60 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Zuletzt waren es nur noch 43 Prozent. Rechnet man Belgien, Luxemburg und andere Länder mit einer Wahlpflicht heraus, dann ist das Interesse an der Europawahl sogar noch niedriger.

Was ist zu tun, um das Verständnis für den Wert der Europäischen Union zu verbessern? Die großen Verdienste der EU um Versöhnung, Demokratie, Freiheit und Wohlstand sind im Grunde unbestritten. Auch die Vorteile des europäischen Binnenmarkts und des damit verbundenen freien Verkehrs von Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital liegen auf der Hand – für Unternehmen wie für jeden Einzelnen.

Wie schwierig es dennoch ist, den Bürgern diese Errungenschaften ausreichend zu vermitteln, hat das Brexit-Votum vor drei Jahren deutlich vor Augen geführt. Das war ein Weckruf, dass die über Jahrzehnte fortgeschriebene Erfolgsgeschichte Europa kein Selbstläufer mehr ist. Auch EU-kritische Entwicklungen in anderen Mitgliedstaaten – und sogar hierzulande – zeigen, dass wir die Erfolge der EU viel häufiger hervorheben und ständig neu erklären sollten. Gerade gegenüber jungen Menschen, deren Zukunft in einem weiterhin friedlichen und wirtschaftlich erfolgreichen Europa liegt.

Die chemisch-pharmazeutische Industrie hat deshalb eine ganze Reihe von Maßnahmen angestoßen, um mit vielen guten Argumenten für ein starkes und geeintes Europa zu werben. Wir wollen viele Menschen für die Stimmabgabe am 26. Mai motivieren: in persönlichen Gesprächen, gegenüber den Medien und der Politik, bei Dialogveranstaltungen mit Europapolitikern für unsere Mitarbeiter und Nachbarn und nicht zuletzt in den sozialen Netzwerken.

Damit Europa auch in Zukunft ein Garant für Wohlstand und Frieden bleibt.

Hans Van Bylen,
Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI)

Ansprechpartner:
dialog@vci.de