Standpunkt

In Europa zu Hause

VCI-Präsident Hans Van Bylen ruft alle Mitgliedsunternehmen des VCI dazu auf, ihre Mitarbeiter zu motivieren, Ende Mai zur Europawahl zu gehen. Sie wird darüber entscheiden, ob die Vorteile der Europäischen Union erhalten bleiben und zugleich notwendige Reformen mit Nachdruck weiter vorangetrieben werden können.

VCI-Präsident Hans Van Bylen - Foto: © Henkel AG & Co. KGaA
VCI-Präsident Hans Van Bylen - Foto: © Henkel AG & Co. KGaA

Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland ist mit ihren weltweiten Innovationsnetzwerken, Liefer- und Wertschöpfungsketten global aufgestellt und richtet sich erfolgreich auf ihre weltweiten Absatzmärkte aus. Dennoch bleibt die Europäische Union der Heimatmarkt für die rund 2.000 Unternehmen unserer Industrie, die in Deutschland produzieren. Über zwei Drittel ihres Auslandsumsatzes erwirtschaften sie mit Kunden in der EU. Das entspricht inzwischen fast 60 Prozent der Geschäfte unserer Industrie.

Die deutschen Exporte von chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen in die EU haben sich in den letzten beiden Jahrzehnten mehr als verdoppelt. Der Handel ist aber keine Einbahnstraße: Auch die Einfuhren haben um rund 150 Prozent zugelegt. Sie erreichen heute ein Volumen von knapp 100 Milliarden Euro. Das unterstreicht: Die Unternehmen unserer Branche leben die europäische Integration jeden Tag. Wir pflegen vielfältige Geschäftsbeziehungen und Partnerschaften mit unseren Kunden und Lieferanten in den 27 weiteren Ländern in der EU.

Die Bedeutung des geeinten Europas allein auf die wirtschaftlichen Dimensionen zu reduzieren, greift jedoch zu kurz. Die europäische Einigung stellt eine der größten politischen Leistungen des letzten Jahrhunderts dar. Sie hat neben wirtschaftlichem Wohlstand vor allem Sicherheit, Stabilität und Frieden für über 500 Millionen EU-Bürger geschaffen. Die EU schafft auch unmittelbare Vorteile im Alltag der Bürger: Das Angebot an Waren und Dienstleistungen ist vielseitiger und durch den europaweiten Wettbewerb im Binnenmarkt günstiger geworden. Die gemeinsame Währung erleichtert das Reisen in den Ländern der Eurozone. Auch das hohe Verbraucherschutzniveau in den Mitgliedstaaten ist ein Verdienst der EU.

Vor diesem Hintergrund möchte ich alle Mitgliedsunternehmen des VCI dazu aufrufen, ihre Mitarbeiter zu motivieren, Ende Mai zur Europawahl zu gehen. Sie wird darüber entscheiden, ob die Vorteile der EU erhalten bleiben und zugleich notwendige Reformen mit Nachdruck weiter vorangetrieben werden können.

Die chemisch-pharmazeutische Industrie sagt klar: #JazuEuropa

Seien Sie dabei.

Hans Van Bylen,
Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI)

Ansprechpartner:
dialog@vci.de