Globales Umfeld

Für offene Märkte und internationale Regeln eintreten

Viele politische und gesellschaftliche Herausforderungen können in einer globalisierten Welt nur auf globaler Ebene gelöst werden. Die EU sollte daher stets über den Tellerrand hinausschauen, statt auf Insellösungen zu setzen – zumal die Industrie im internationalen Wettbewerb steht.

Die EU sollte sich aus Sicht der chemisch-pharmazeutischen Indusrtie für stabile Wirtschaftsbeziehungen, eine liberale und regelbasierte Welthandelsordnung im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO und für eine Deeskalation der internationalen Handelskonflikte einsetzen. - Foto: © thomaslerchphoto - Fotolia.com
Die EU sollte sich aus Sicht der chemisch-pharmazeutischen Indusrtie für stabile Wirtschaftsbeziehungen, eine liberale und regelbasierte Welthandelsordnung im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO und für eine Deeskalation der internationalen Handelskonflikte einsetzen. - Foto: © thomaslerchphoto - Fotolia.com

Die EU sollte sich geeint für stabile Wirtschaftsbeziehungen, eine liberale und regelbasierte Welthandelsordnung im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO und für eine Deeskalation der internationalen Handelskonflikte einsetzen. In einem zunehmend schwierigen globalen Umfeld ist es wichtig, eine selbstbewusste EU-Handelspolitik zu betreiben. Konkret heißt das:

Handelsabkommen vereinbaren

Multilaterale Regeln sind für stabile Handelsbeziehungen wesentlich. Die WTO-Regeln dienen weltweit der Stärkung von Wachstum und Wohlstand. Im Einklang mit diesen Regeln sollte die EU auch bilaterale Vereinbarungen anstreben. Die Freihandelsabkommen mit Japan, Vietnam und den südamerikanischen Mercosur-Staaten sind wichtige Schritte. Nach einem Brexit sollte die EU rasch ein Abkommen mit Großbritannien schließen.

INFOGRAFIK: Außereuropäischer Handel wird wichtiger

Verkaufsanteile der EU-Chemie- und -Pharmaindustrie nach Region; Quelle: Chemdata International

Die EU ist nach China zweitgrößter Chemieproduzent weltweit. 2018 erwirtschaftete die EU-Chemie- und -Pharmaindustrie einen weltweiten Gesamtumsatz von 878 Milliarden Euro. Dieser Erfolg gründet immer stärker auf den Exporten in alle Welt. Die weltweit guten Handelsbeziehungen zu stärken, wird deshalb immer wichtiger. - Copyright:
Die EU ist nach China zweitgrößter Chemieproduzent weltweit. 2018 erwirtschaftete die EU-Chemie- und -Pharmaindustrie einen weltweiten Gesamtumsatz von 878 Milliarden Euro. Dieser Erfolg gründet immer stärker auf den Exporten in alle Welt. Die weltweit guten Handelsbeziehungen zu stärken, wird deshalb immer wichtiger. - Copyright: © Chemdata International

Dialog mit den USA fortführen

Die jahrzehntelange und bewährte Partnerschaft mit den USA wird durch protektionistische Maßnahmen belastet. Vorhaben, die den europäischen Interessen entgegenstehen, sollte die EU WTO-konform abwehren. Falls die WTOStreitschlichtung funktionsunfähig wird, sollte die EU alternative Instrumente zur Durchsetzung schaffen. Zugleich gilt es, das gegenseitige Vertrauen durch intensiven Dialog und gemeinsame Projekte zu festigen.

Chinastrategie weiterentwickeln

China verfolgt ehrgeizige geo- und industriepolitische Ziele. Dieser Entwicklung sollte die EU selbstbewusst begegnen, indem sie den hiesigen Unternehmen einen besseren Marktzugang in China verschafft und auf besseren Schutz für das geistige Eigentum europäischer Investoren besteht. Darüber hinaus sollten Europäer auf Drittmärkten im Wettbewerb mit China gestärkt werden.

Regulatorische Kooperation forcieren

Die Zusammenarbeit mit anderen Staaten sollte gestärkt werden. Das gilt gegenüber den USA und China ebenso wie gegenüber wichtigen Schwellenund Entwicklungsländern.

Klimaschutz global verhandeln

Auch der Klimaschutz ist mit internationalen Partnern anzugehen. Ziel muss sein, eine weltweite CO2-Bepreisung einzuführen. So lange das nicht durchsetzbar ist, sollte sie zumindest auf G20-Ebene angestrebt werden. Nur so können Wettbewerbsverzerrungen zulasten der heimischen Industrie vermieden werden. Einseitige Sonderbelastungen verstärken den Trend zu Auslandsinvestitionen in andere Regionen, sparen aber keine einzige Tonne CO2 ein.

CO2-Grenzsteuer

Europa soll bis 2050 der erste treibhausgasneutrale Kontinent werden. Der Industrie entstünden daraus hohe Kosten. Damit die hiesigen Unternehmen im Wettbewerb gegenüber Asien und Amerika bestehen können, erwägt die EU, zusätzliche Kosten für EUProduzenten über eine CO2-Grenzsteuer auszugleichen. Auf den ersten Blick wirkt die Idee charmant. Zu bedenken ist jedoch, dass der bürokratische Aufwand und die rechtlichen Risiken verhältnismäßig hoch wären. Außerdem bestünde die Gefahr, dass ein Grenzausgleich Handelskonflikte herbeiführt.

Dieser Beitrag ist Teil des VCI-Politikbriefs spezial "EU 2024" (Oktober 2019).














Mehr zum Thema

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Jenni Glaser

E-Mail: glaser@vci.de