Innovationen

Forscherdrang engagiert fördern

Auf der Suche nach Lösungen für die globalen Herausforderungen der Zukunft findet weltweit ein Wettlauf um innovative Werkstoffe, Gesundheitsversorgung, Energiespeicher, neue Mobilitätsformen und Biotechnologie statt. Noch gehört die europäische Chemie- und Pharmaindustrie zu den Treibern vieler Entwicklungen und ist damit auch Auslöser innovativer Wertschöpfungsketten. Doch die internationale Konkurrenz nimmt zu.

Die europäische Chemie- und Pharmaindustrie gehört noch zu den Treibern vieler Entwicklungen und ist damit auch Auslöser innovativer Wertschöpfungsketten. Doch die internationale Konkurrenz nimmt zu. - Foto: © Jiri Bursik/ThinkstockPhotos
Die europäische Chemie- und Pharmaindustrie gehört noch zu den Treibern vieler Entwicklungen und ist damit auch Auslöser innovativer Wertschöpfungsketten. Doch die internationale Konkurrenz nimmt zu. - Foto: © Jiri Bursik/ThinkstockPhotos

Insbesondere Deutschland nimmt im internationalen Vergleich der Forschungsstandorte eine Spitzenstellung ein. Damit die Unternehmen sich im zunehmenden Wettbewerb behaupten können, sollte die neue EU-Kommission deren Innovationskraft unterstützen. Dazu gehört:

Innovationen Vorrang einräumen

Das 9. EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizont Europa“ kann erheblich dazu beitragen, dass Europas Industrie ihr Innovationspotenzial abruft. Dafür muss es finanziell gut ausgestattet werden und darf nicht gegen Agrar- und Regionalbudgets ausgespielt werden. Die Anforderungen der Industrie sind ausreichend zu berücksichtigen.

Innovationsprinzip verankern

Neue EU-Gesetzesinitiativen sollten Innovationen stärken. Dieser Ansatz ist als gleichberechtigte Ergänzung zum Vorsorgeprinzip rechtlich zu verankern. Zudem muss der Gesetzgeber seine Entscheidungen faktenbasiert treffen.

Patentschutz stärken

Patentschutz ist die Voraussetzung für Forschungsinvestitionen. Diesen gilt es zu stärken. So müssen ergänzende Schutzzertifikate Herstellern von Arznei- und Pflanzenschutzmitteln auch künftig eine Verlängerung der Patentlaufzeit ermöglichen. Die Patentierbarkeit von Pflanzen und Tieren, die mithilfe technischer Verfahren erzeugt werden, muss auch in Zukunft gewährleistet bleiben.

INFOGRAFIK: Innovationswettbewerb wird härter

Anteile an weltweiten internen Forschungsausgaben in Chemie und Pharma, in Prozent; Quellen: Chemdata International, VCI

Die EU-28 steht als Chemie-Forschungsstandort weltweit auf Platz 2. Allerdings sinkt der Anteil an den weltweiten Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich. Die Schwellenländer hingegen holen auf – allen voran China. Copyright:
Die EU-28 steht als Chemie-Forschungsstandort weltweit auf Platz 2. Allerdings sinkt der Anteil an den weltweiten Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich. Die Schwellenländer hingegen holen auf – allen voran China. Copyright: © Chemdata International/VCI

Potenziale der Biotechnologie nutzen

Biotechnologie bietet immense Chancen, um Gesundheit sowie Klima- und Umweltschutz voranzutreiben. Aktuell kommt es besonders darauf an, für Gene-Editing einen zukunftstauglichen Rechtsrahmen zu schaffen.

Wettbewerbsfähige Bioökonomie

Die Bioökonomie hat für die Nachhaltigkeitsstrategie der chemisch-pharmazeutischen und biotechnischen Industrie in Europa eine zentrale Bedeutung. Um ihre wirtschaftlichen und ökologischen Potenziale sowohl national als auch international ausschöpfen zu können, sollten die innovations-, industrie- und handelspolitischen Rahmenbedingungen entlang biobasierter Wertschöpfungsketten und -netze aufeinander abgestimmt und Hemmnisse abgebaut werden. Das bedeutet vor allem:

  • eine verlässliche Regelung der Rohstoffversorgung für die industrielle Biotechnologie
  • zügige europäische Genehmigungsverfahren für biotechnische Prozesse und Produkte auf naturwissenschaftlicher Basis
  • ein erheblich beschleunigter Marktzugang

Nur so kann eine international wettbewerbsfähige Bioökonomie in Europa entwickelt und ausgebaut werden.

Dieser Beitrag ist Teil des VCI-Politikbriefs spezial "EU 2024" (Oktober 2019).














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Ansprechpartner

Jenni Glaser

E-Mail: glaser@vci.de