VCI-Diskussionspapier zur Industriepolitik der EU

Kickstart für die Renaissance der Industrie in Europa

Die Europäische Kommission will den Anteil der Industrie am BIP der EU erhöhen. Die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Industrie ist das Kernstück einer industriellen Renaissance. In Europa sank jedoch 2012 der Industrie-Anteil am BIP weiter. Der VCI schlägt Initiativen in sechs Bereichen vor, um der De-Industrialisierung Europas Einhalt zu gebieten und stattdessen mit der Re-Industrialisierung zu beginnen..

Themen des Europäischen Rates im März 2014: Neben Energie- und Klimapolitk auch Wettbewerbsfähigkeit. © European Union
Themen des Europäischen Rates im März 2014: Neben Energie- und Klimapolitk auch Wettbewerbsfähigkeit. © European Union

Hintergrund

Europa ist der Geburtsort der modernen Industrie. In den vergangenen Jahren vollzog sich jedoch in sehr vielen Staaten der EU bei eher schwachem Wirtschaftswachstum ein politisch induzierter struktureller Wandel zum Nachteil der Industrie. Zudem traten auf EU-Ebene ehrgeizige neue politische Ziele – insbesondere im Klima- und Umweltschutz – gegenüber dem Ziel einer starken, wohlhabenden und innovativen europäischen Wirtschaft in den Vordergrund.

In ihrer industriepolitischen Mitteilung vom Oktober 2012 wurde sich die Europäische Kommission dieser negativen Entwicklung bewusst und setzte ein neues Ziel: 20 Prozent des BIP sollen bis 2020 im Verarbeitenden Gewerbe erwirtschaftet werden, also 4,5 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2011. In ihrem Wettbewerbsbericht vom September 2013 musste die Kommission jedoch eingestehen, dass der Anteil der Industrie am BIP sogar weiter sinkt: auf 15,1 Prozent. Wie kann diese besorgniserregende Entwicklung umgekehrt werden?

VCI schlägt Initiativen in sechs Themenbereichen vor

Die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Industrie ist das Kernstück einer industriellen Renaissance. Der VCI schlägt Initiativen in sechs Bereichen vor, um der De-Industrialisierung Europas Einhalt zu gebieten und stattdessen mit der Re-Industrialisierung zu beginnen:

  1. Einen „Hüter für die Wettbewerbsfähigkeit“ für EU-Initiativen und ihre Umsetzung in den Mitgliedstaaten installieren
  2. Wirtschaftliche Folgen politischer Initiativen wirksam abschätzen
  3. Den europäischen Energiemarkt weiterentwickeln
  4. Innovationskräfte mobilisieren
  5. Europäische Infrastruktur modernisieren
  6. Auf eine Welt ohne Handelshemmnisse hinarbeiten

Die Re-Industrialisierung muss dabei auf die ganze Industrie setzen. Europa braucht stabile Wertschöpfungsketten zur Lösung der Herausforderungen von morgen – von den Grundstoffindustrien über Investitions- bis zu Konsumgütern.

Die Stärkung der Industrie ist kein Selbstzweck. Europa braucht fünf Jahre nach Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise dringend höheres und nachhaltiges Wachstum mit mehr Beschäftigung. Ohne eine starke Industrie kann Europa nicht auf einen neuen Wachstumspfad gelangen. Die Renaissance der Industrie geht also mit der Überwindung der Krise Hand in Hand. Sie muss daher unverzüglich eingeleitet werden.

Das vollständige VCI-Positionspapier (8 Seiten gesamt) kann im Downloadbereich im Kopf dieser Seite herunergeladen werden. Ebenso finden Sie dort einen Artikel aus dem chemie report 12/2013 zum Thema.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Matthias Blum

E-Mail: mblum@vci.de

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