Rund 150 Gäste beim Parlamentarischen Abend des VCI in Brüssel

Zurück zur gemeinsamen Sache

Abgeordnete des Europäischen Parlaments, Vertreter der Europäischen Kommission und weitere Gäste aus Verbänden, Wirtschaft und Medien kamen zum Parlamentarischen Abend des VCI in Brüssel. Beherrschende Themen beim Informationsaustausch mit der Chemie waren der Bürokratieabbau und die Wettbewerbsfähigkeit Europas.

Rund 150 Gäste aus Politik und Wirtschaft begrüßte der VCI beim Parlamentarischen Abend in Brüssel. © VCI/Veldeman
Rund 150 Gäste aus Politik und Wirtschaft begrüßte der VCI beim Parlamentarischen Abend in Brüssel. © VCI/Veldeman

Zum mittlerweile zehnten Mal hatte der VCI Ende November zum Parlamentarischen Abend in Brüssel eingeladen. Veranstaltungsort war die traditionsreiche Bibliotheque Solvay. Die zahlreich erschienenen Gäste aus verschiedenen politischen Lagern und Institutionen waren sich bei ihrem Besuch in der Einschätzung einig, dass ein starker produzierender Sektor entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit Europas ist. Speziell die Europaparlamentarier machten deutlich, dass sie die Forderung der Industrie nach einer Entbürokratisierung der europäischen Gesetzgebung teilen.

Gemeinsame Vision statt widersprüchlichem Regulierungsdickicht

© VCI/Veldeman
VCI-Präsident Dr. Karl-Ludwig Kley hob in seiner Rede hervor, was die deutsche Chemie vor allem von Brüssel erwartet: ein gemeinsames europäisches Vorgehen, das in sich stimmig ist. „Wir brauchen eine klare Vision von dem, was Europa sein soll. Wir dürfen uns dabei nicht im Kleinklein des Regulierungsdschungels verlieren.“ Als wichtigste Handlungsfelder für die EU in den nächsten Jahren nannte Kley die Bereiche Industriepolitik, Energie und Handel. Die Industriepolitik sei bislang lediglich auf der Metaebene vorhanden, eine abgestimmte Strategie in Sachen Wettbewerbsfähigkeit nicht erkennbar.

Energiepolitik wird zum „toxischen Gebräu“

Alle Redner waren sich darin einig: Die Energieversorgung ist ein für die Chemie besonders folgenschweres Negativbeispiel fehlender europäischer Koordinierung und widersprüchlicher Regulierungen. Alexander Graf Lambsdorff, Vorsitzender der FDP-Gruppe im Europäischen Parlament, sagte: „Die Diskrepanz zwischen der Existenz des größten Binnenmarktes der Welt auf der einen Seite und 170 unterschiedlichen Regelungen im Energie- und Klimabereich auf der anderen Seite ist besonders groß.“ VCI-Präsident Kley betonte, dass vor allem der mögliche Wegfall der Entlastungsreglungen für die energieintensiven Industrien eine bedrohliche Verquickung einer EU-weiten Regelung und eines nationalen Alleingangs sei. „Heraus kommt ein toxisches Gebräu für die deutsche Industrie.“

Transatlantischer Freihandel als große Chance

Einhellig begrüßten alle Anwesenden die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen mit den USA. Das Abkommen sei die große Chance, Spielregeln für den weltweiten Freihandel festzulegen, bevor es andere tun. VCI-Präsident Kley mahnte in diesem Zusammenhang an, dass die EU in den Verhandlungen geeint und selbstbewusst auftreten müsse.

Unterstützung für Europa sehr willkommen

Neben aller Kritik in Sachfragen machte Kley in seiner Ansprache aber auch deutlich, dass die deutsche chemische Industrie klar für das „großartige Projekt Europa“ eintritt. Diese Haltung und die Tatsache, dass der VCI sich aktiv in die europäische Politik einmischt, wurden von allen Gästen sehr begrüßt. Jutta Steinruck, Mitglied des Europäischen Parlaments, betonte stellvertretend: „Es ist unheimlich wichtig, dass auch in Deutschland eine Auseinandersetzung mit europäischer Politik stattfindet. Schön, dass Sie heute Abend hier in Brüssel sind.“

VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley (2. v. rechts) mti den Gastrednern des Abends: Von links: Alexander Graf Lambsdorff, Vorsitzender der FDP-Gruppe im EP; Jutta Steinruck, Fraktion der Sozialdemokraten im EP; Markus Ferber, Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im EP - Foto: © VCI/Veldeman
VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley (2. v. rechts) mti den Gastrednern des Abends: Von links: Alexander Graf Lambsdorff, Vorsitzender der FDP-Gruppe im EP; Jutta Steinruck, Fraktion der Sozialdemokraten im EP; Markus Ferber, Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im EP - Foto: © VCI/Veldeman © VCI/Veldeman

Der Abend in Schlaglichtern:


Markus Ferber - Foto: © VCI/Veldeman
Markus Ferber - Foto: © VCI/Veldeman © VCI/Veldeman
Markus Ferber, Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament
„Nicht jedes Problem in Europa muss auch durch Europa gelöst werden.“

Jutta Steinruck, Fraktion der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament
„Eine integrierte EU-Industriepolitik ist ein Kernelement der zukünftigen europäischen Wettbewerbsfähigkeit.“
Jutta Steinruck - Foto: © VCI/Veldeman
Jutta Steinruck - Foto: © VCI/Veldeman © VCI/Veldeman

Alexander Graf Lambsdorff - Foto: © VCI/Veldeman
Alexander Graf Lambsdorff - Foto: © VCI/Veldeman © VCI/Veldeman
Alexander Graf Lambsdorff, Vorsitzender der FDP-Gruppe im Europäischen Parlament
„Die chemische Industrie ist eine Art zentrales Nervensystem eines Industrielandes.“
Mit regen Diskussionen und intensivem Austausch endete der zehnte Parlamentarische Abend des VCI in Brüssel.

Einen ausführlichen Bericht zur Veranstaltung lesen Sie in der Dezemberausgabe des chemie report.
Foto: © VCI/Veldeman
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Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Reinhard Quick

E-Mail: quick@bruessel.vci.de

Jürgen Udwari

E-Mail: udwari@vci.de