Normen müssen Wettbewerbsfähigkeit dienen

VCI-Grundsätze für die Mitarbeit von Vertretern der chemischen Industrie in Normungsgremien

Das Thema Normung hat für die Unternehmen der chemischen Industrie einen hohen Stellenwert und wird weiterhin an Bedeutung gewinnen. Der VCI betont in seinen Grundsätzen für die Normungsarbeit der Chemie die Marktrelevanz von Normen. Das heißt im Klartext: Normen, die nicht der Wettbewerbsfähigkeit der Chemieunternehmen dienen, sind abzulehnen.

Der VCI appelliert: Normen konsequent auf Wirksamkeit, Einfachheit, leichte Umsetzbarkeit und Minimierung von Aufwand und Bürokratie ausrichten! - Foto: © Coloures-pic - Fotolia.com
Der VCI appelliert: Normen konsequent auf Wirksamkeit, Einfachheit, leichte Umsetzbarkeit und Minimierung von Aufwand und Bürokratie ausrichten! - Foto: © Coloures-pic - Fotolia.com

Welchen ökonomischen Nutzen machen Normen aus? Sie können Rechtssicherheit stärken, sind Know-how-Träger und ermöglichen einen erleichterten Zugang zu den Märkten. Das gilt technische Normen und Produktnormen ebenso wie für Normen zur Betriebsorganisation beziehungsweise für Managementsysteme. Dabei sollen Normen die Innovationsfähigkeit von Unternehmen fördern, ohne die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden. Somit sind Normen nicht nur ein Thema für Experten.

Der VCI fordert, dass Normen konsequent auf Wirksamkeit, Einfachheit, leichte Umsetzbarkeit und Minimierung des Aufwands und der Bürokratie ausgerichtet sein müssen. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis muss sorgfältig analysiert werden. Verlässliche Rahmenbedingungen für die Normung sind essenziell: Normen sollen die Durchsetzung von Zielen unterstützen, die im besonderen öffentlichen Interesse liegen, beispielsweise im Gesundheits-, Verbraucher- und Umweltschutz. Normen dürfen jedoch grundsätzlich kein Ersatz für Gesetzgebung sein.

Der VCI sieht mit Sorge, dass nach Veröffentlichung von Normen ohne Marktrelevanz in der Chemieindustrie für den jeweiligen Nachweis der Normenkonformität weitere Kosten entstehen, denen kein Zusatznutzen gegenübersteht. Normen, die nicht der Wettbewerbsfähigkeit dienen, sind aus VCI-Sicht abzulehnen. Normungsprojekte, die das Votum betroffener Stakeholder beziehungsweise betroffener Anwender nicht berücksichtigen, sind ebenfalls abzulehnen.

Der VCI betrachtet es als einen wichtigen Schritt, die Mitgliedschaften der Vertreter der chemischen Industrie in den Normungsgremien systematisch und lückenlos zu erfassen. Deshalb werden die Mitglieder in Normungsgremien mit Bezug zur Chemie gebeten, ihre MItarbeit dem VCI mitzuteilen.


Das vollständige Grundsatzpapier des VCI für die Mitarbeit von Vertretern der chemischen Industrie in Normungsgremien kann im Downloadbereich im Kopf dieser Seite heruntergeladen werden ("Langfassung").

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Hermann Köhler

E-Mail: koehler@vci.de