Auf einen Blick - VCI zum Freihandel zwischen Europa und Kanada

Handelsabkommen CETA ratifizieren

Angesichts der aktuellen Debatte um das europäisch-kanadische Handelsabkommen CETA hat der VCI seine wichtigsten Argumente und Positionen zum Thema in Kurzform zusammengefasst: CETA bringt der deutschen Wirtschaft Vorteile und sollte daher möglichst rasch von Bundesregierung und Bundestag ratifiziert werden.

Pulsierender Betrieb im Hafen von Vancouver: CETA eröffnet der europäischen Chemieindustrie einen interessanten Absatz- und Rohstoffmarkt: Kanada verfügt über eine Vielzahl natürlicher Ressourcen und mehr als 30 Millionen gut ausgebildeter, kaufkräftiger Einwohner.- Foto: © Sam Spiro - Fotolia.com
Pulsierender Betrieb im Hafen von Vancouver: CETA eröffnet der europäischen Chemieindustrie einen interessanten Absatz- und Rohstoffmarkt: Kanada verfügt über eine Vielzahl natürlicher Ressourcen und mehr als 30 Millionen gut ausgebildeter, kaufkräftiger Einwohner.- Foto: © Sam Spiro - Fotolia.com

Offene Märkte sind eine wichtige Grundvoraussetzung zur Schaffung von Wohlstand und zur Stimulierung des Wirtschaftswachstums. Sie erleichtern den Austausch von Gütern, Dienstleistungen und Ideen sowie die Mobilität von Menschen. Gleichzeitig ermöglichen sie die Schaffung hoher internationaler Standards für den Schutz von Verbrauchern, Arbeitnehmern und Umwelt.

EU und Kanada verhandeln seit 2009 über Freihandel

Seit dem Jahr 2009 verhandeln die EU und Kanada über das umfassende Freihandels-abkommen CETA. Im Herbst 2014 wurden die Verhandlungen politisch für beendet erklärt, im Rahmen der nachfolgenden Rechtsförmlichkeitsprüfung noch einige Änderungen eingefügt - unter anderem das Investment Court System verankert. Im Sommer 2016 hat die EU den Ratifizierungsprozess als gemischtes Abkommen eingeleitet, so dass neben den Regierungen auch die nationalen Parlamente dem Abkommen zustimmen müssen.

Kanada - ein interessanter Absatz-und Rohstoffmarkt

CETA eröffnet der europäischen Chemieindustrie einen interessanten Absatz- und Rohstoffmarkt: Kanada verfügt über eine Vielzahl natürlicher Ressourcen und mehr als 30 Millionen gut ausgebildeter, kaufkräftiger Einwohner. Deutschland exportierte 2015 chemisch-pharmazeutische Produkte im Wert von 1,3 Mrd. Euro nach Kanada und erzielte einen Exportüberschuss von 1 Mrd. Euro. Insgesamt verbrauchte Kanada Chemieerzeugnisse im Wert von über 35 Milliarden Euro und bietet Europas Chemie somit beträchtliches zusätzliches Exportpotenzial, da sich der Nachteil europäischer Anbieter zum Beispiel gegenüber Anbietern aus den USA oder künftig auch anderen TPP-Mitgliedsstaaten verringert.

CETA bringt europäischen Unternehmen deutliche Vorteile

Europas Unternehmen können von CETA durch erleichterten Marktzugang, vollständigen Abbau der Industriezölle, Zugang zum öffentlichen kanadischen Vergabemarkt auch unterhalb der Bundesstaatsebene, erleichterte Einreisebestimmungen für Geschäftszwecke und Entsendung von Mitarbeitern in Tochterunternehmen sowie besserer regulatorischer Zusammenarbeit profitieren.

Baustein für eine neue Weltwirtschaftsordnung mit einem verlässlichen Europa

CETA kann mit seinen vielen neuen Regelungen als Blaupause für moderne Freihandels-abkommen ebenso dienen wie als Baustein für eine Weltwirtschaftsordnung für das 21. Jahrhundert. Zudem ist CETA als ein living agreement konzipiert - also als ein Abkommen, das auch künftige Themenfelder aufnehmen und regulieren kann.

Tritt CETA zügig in Kraft, demonstriert die EU der Welt, dass sie ein verlässlicher und handlungsfähiger Handelspartner ist. Scheitert CETA, verspielt die EU unnötig internationales Vertrauen.

Dafür setzt sich der VCI beim Thema CETA ein

  • Vorteile von CETA nutzen
    CETA bietet Vorteile für Unternehmen, Beschäftigte und Verbraucher in der EU. Daher sollte das Abkommen in seiner jetzigen Form in Kraft treten - vorläufig und endgültig.
  • Bundesregierung und Bundestag sollten CETA schnell ratifizieren
    Damit das Abkommen schnell in Kraft treten kann, sollten die Bundesregierung, die in ihr vertretenen Parteien und der Bundestag CETA so schnell wie möglich zustimmen.
  • Kompetenzfragen rasch klären
    Die derzeit noch umstrittenen Fragen der Kompetenzverteilung zwischen der EU und ihren Mitgliedsstaaten müssen möglichst rasch und eindeutig geklärt werden, damit CETA zügig umgesetzt werden kann.

Mehr zum Thema

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Katharina Mayer

E-Mail: mayer@bruessel.vci.de

Prof. Dr. Reinhard Quick

E-Mail: quick@bruessel.vci.de