Reindustrialisierung Europas braucht die richtige Handelspolitik

10 Vorschläge des VCI für eine wachstums- und beschäftigungsfördernde EU-Handelspolitik

Europa braucht zur Überwindung der Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise mehr Wachstum und Beschäftigung - und dazu mehr Industrie. Dies hat auch die Kommission erkannt und setzt auf eine Renaissance der Industrie in Europa. Die dafür nötigen Wachstumsimpulse müssen auch aus dem Ausland kommen. Der VCI hat zehn Felder identifiziert, auf denen die Handelspolitik die richtigen Impulse liefern kann.

Der VCI hat zehn Vorschläge für eine gedeihliche europäische Handelspolitik erarbeitet. © Victoria - Fotolia.com
Der VCI hat zehn Vorschläge für eine gedeihliche europäische Handelspolitik erarbeitet. © Victoria - Fotolia.com

Hintergrund

Die EU hat sich seit 2010 eine neue Agenda gesetzt: “Europa 2020“: Sie will intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum für Europa. Die Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2008/09 hat neue Akzente in der europäischen Politik erforderlich gemacht. Wachstum, Arbeitsplätze und Haushaltskonsolidierung rücken stärker in den Fokus der Politik; die Wachstumsschwäche in weiten Teilen Europas hat zu mehr Ambition in der EU-Industriepolitik geführt: Die Kommission will zu Recht die Reindustrialisierung vorantreiben. Dabei strebt sie an, den Anteil des Produzierenden Gewerbes auf 20 Prozent des BIP zu erhöhen. Bisher ist es ihr aber noch nicht gelungen, eine Trendumkehr bei der Deindustrialisierung einzuleiten.

Zehn Vorschläge des VCI

Um diese Trendwende zu erleichtern, hast der VCI im vorliegenden Positionspapier zehn Vorschläge für handelspolitische Impulse zur Unterstützung der ReIndustrialisierung Europas zusammengestellt. Der VCI regt an

  1. die WTO nachhaltig aus der Verhandlungs-Sackgasse zu führen, den Schwung von Bali zu nutzen, und neue Themen aufzugreifen
  2. in Verhandlungen mit den USA und Japan Freihandel zu vereinbaren, NTBs abzubauen und regulatorische Konvergenz zu institutionalisieren
  3. bilaterale Freihandelsverhandlungen mit Schwellenländern so zum Abschluss führen, dass sie tatsächlich nachhaltige Wachstumsimpulse bringen
  4. Rohstoffmärkte zu öffnen und die Rohstoff- stärker mit der Entwicklungspolitik zu verzahnen
  5. global einen besseren Schutz geistiger Eigentumsrechte zu gewährleisten
  6. für Investitionen einen besseren Zugang zu neuen Märkten zu erzielen
  7. wirksam Investitionsschutz zu gestalten
  8. protektionistische Maßnahmen Dritter durch eine konsequente Strategie für mehr Marktzugang und bessere Rechtsdurchsetzung zu reduzieren
  9. an den EU-Außengrenzen auf eigenen Protektionismus zu verzichten und
  10. die internationale Wettbewerbsfähigkeit zum Maßstab für alle EU-Politiken zu machen.

Europa ist eng mit der Weltwirtschaft verflochten. Es gilt, die Verflechtung zu stärken und die Chancen hieraus für mehr Wachstum und Beschäftigung zu ergreifen. Dies sollte die EU in ihrer industriepolitischen Strategie stärker als bisher berücksichtigen.

Das vollständige VCI-Positionspapier (9 Seiten gesamt) kann im Downloadbereich im Kopf dieser Seite heruntergeladen werden.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Matthias Blum

E-Mail: mblum@vci.de