Abluftreinigung

Datensammlung zum WGC-BREF - Bereiten Sie sich vor!

In Sevilla werden derzeit die Weichen für neue Luftgrenzwerte für deutsche Chemieanlagen gestellt. Die neuen Emissionsanforderungen werden über den sogenannten WGC-BREF festgeschrieben. Sie können auch zur Anpassung bestehender Genehmigungen führen. Jetzt haben Chemieunternehmen die Möglichkeit, diese Weichen mitzugestalten. Der VCI unterstützt dabei mit Informationen, Webinaren und Workshops.

Im Rahmen der europäischen Industrieemissionsrichtlinie (IED) werden derzeit neue Anforderungen an die Emissionen in die Luft für Chemieanlagen erarbeitet. Die Unternehmen haben ab August 2018 die Gelegenheit, diesen Prozess aktiv mitzugestalten! - Foto: © Oleg Totskyi/stock.adobe.com
Im Rahmen der europäischen Industrieemissionsrichtlinie (IED) werden derzeit neue Anforderungen an die Emissionen in die Luft für Chemieanlagen erarbeitet. Die Unternehmen haben ab August 2018 die Gelegenheit, diesen Prozess aktiv mitzugestalten! - Foto: © Oleg Totskyi/stock.adobe.com

Hintergrund

Die beste verfügbare Technik zur Reduzierung von Umweltschadstoffen in Europa wird in sogenannten BREFs beschrieben. BREF steht für „Best Available Techniques Reference Document“. Die BREFs werden in Sevilla verhandelt, weswegen dieser Prozess auch „Sevilla-Prozess" genannt wird. Der VCI bekennt sich klar zu diesem Prozess.

Derzeit wird der sogenannte WGC-BREF erarbeitet – ein Referenzdokument zur Regulierung der Abluftreinigung in der chemischen Industrie, über den neue Emissionsanforderungen festgeschrieben werden. Der WGC-BREF wird den besten Stand der Technik für die Abgasbehandlung in Chemieanlagen festlegen. WGC ist die Abkürzung für „Common Waste Gas Treatment in the Chemical Sector“.

Der WGC-BREF wird die künftigen Anforderungen an Emissionen in die Luft für Chemieanlagen im Rahmen der europäischen Industrieemissionsrichtlinie (IED) 2010/75/EU regeln. Mit einer Veröffentlichung ist Anfang 2021 zu rechnen. Die Anforderungen müssen dann rechtsverbindlich in den nationalen Immissionsschutzgesetzen umgesetzt werden, was beispielsweise eine Anpassung der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) zur Folge hat und eine Anpassung der bestehenden Genehmigungen nach sich ziehen wird.

Die Datensammlung

Der wichtigste Bestandteil des Prozesses ist die Datensammlung. Sie dient vor allem zur Ableitung der Emissionsbandbreiten in den sogenannten BVT-Schlussfolgerungen. Diese Schlussfolgerungen müssen am Ende in nationales Recht implementiert werden. Die Datensammlung soll konsistente und realistische Bandbreiten gewährleisten. Dies ist ein essenzieller Punkt auch für die deutsche chemische Industrie. Ohne ausreichende Daten steht zu befürchten, dass die Besonderheiten der deutschen chemischen Industrie nicht ausreichend berücksichtigt werden. Insbesondere die bisher geltenden Massenstromregelungen der TA Luft müssen ihren Weg in den BREF finden.

Insgesamt fallen fast alle genehmigungsbedürftigen Chemieanlagen in Europa unter den WGC-BREF. In Deutschland ist die Abgasreinigung von 1.600 der knapp 1.900 Chemieanlagen betroffen. Das heißt, es ist notwendig, dass möglichst viele Anlagen teilnehmen. Nur so kann der Chemieverband in Sevilla argumentieren und die Besonderheiten der deutschen Chemieindustrie vorbringen. Unser Ziel ist es, mindestens 600 Anlagen zusammenzubringen. Dieses Ziel können wir nur mit Ihrer Hilfe erreichen.

Bitte machen Sie mit!

Wie die Datensammlung genau funktioniert, zeigt zum einen die im Download-Bereich im Kopf dieser Seite verfügbare Präsentation mit den wesentlichen Kernpunkten zur Datensammlung (Bedeutung des Sevilla-Prozesses, Fragebogenaufbau, Ablauf Datensammlung und Zeitplan) Des Weiteren steht dort ein Video-Podcast für Sie bereit, der die Datensammlung im Detail erklärt. Letzterer kann auch über den hier unterlegten Link heruntergeladen werden ; zum Abspielen empfehlen wir den Windows Media Player.

Auch wenn die Teilnahme an der Datenerhebung freiwillig ist, möchte der VCI mit Ihrer Hilfe einen wesentlichen Beitrag liefern, um die zukünftigen Emissionsanforderungen aktiv mitgestalten zu können. Für die Datensammlung wird es vom europäischen Umweltbüro einen strukturierten Fragebogen in Form einer Excel-Datei geben. Der VCI ist an der Erstellung des Fragebogens aktiv beteiligt, organisiert den brancheninternen Arbeitslauf und wird den gesamten Datenerhebungsprozess begleiten.

Den Fragebogen haben wir am 27. Juli 2018 an die Mitgliedsunternehmen per Mail versandt. Er sollte dann bis zum 15. Oktober 2018 ausgefüllt werden, bevor er durch die Genehmigungsbehörde überprüft und über das Umweltbundesamt bis spätestens 21. Dezember 2018 an das europäische Umweltbüro weitergeleitet wird. Deshalb: Bitte machen Sie mit und füllen Sie den Fragebogen der Kommission aus.

Weitere Unterstützung bei der Datensammlung

Zur Unterstützung der Datensammlung zum WGC-BREF bietet der VCI den Anlagenbetreibern einen Bundesworkshop und zwei Webinare an. Anhand einer fiktiven Anlage werden wir Ihnen dort zeigen, wie der Fragebogen auszufüllen ist. Mit dem Workshop möchten wir Ihnen aber auch die Hintergründe des Fragebogens erläutern und allgemeine wie auch spezifische Fragen direkt vor Ort klären. Das sind unsere Angebote - bei Interesse melden Sie sich bitte direkt über den jeweiligen Link an:

Weitere Veranstaltungen zu diesem Thema werden von den VCI-Landesverbänden angeboten. Entsprechende Einladungen bekommen Sie von Ihrem jeweiligen Landesverband zugesandt. Folgende Workshop-Termine sind bisher geplant:

Landesverband Baden-Württemberg 12. September 2018
Landesverband Bayern 14. September 2018
Landesverband Hessen 14. August 2018
(zusammen mit dem Bundesworkshop)
Landesverband Nordost 18. September 2018
Landesverband NRW 7. September 2018
Landesverband Rheinland-Pfalz 10. August 2018

Wir danken Ihnen schon jetzt für Ihre Unterstützung und Ihren Beitrag zum Gelingen des WGC-BREFs.

Mehr zum Thema

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Benjamin Wiechmann

E-Mail: wiechmann@vci.de