Umfrage bei Anlagenbetreibern beginnt im Sommer

Daten entscheiden über künftige Abluftreinigung

In der EU laufen seit 2017 die Arbeiten für ein neues Merkblatt über die beste verfügbare Technik (BREF) in der Abluftreinigung. Dafür wird bald ein umfangreicher Informationsaustausch über den Stand der Technik in der Chemieindustrie durchgeführt.

Derzeit wird das WGC-BREF zum Thema „Common Waste Gas Treatment in the Chemical Sector" erarbeitet. Es betrifft die Abgasreinigung von 1.600 der knapp 1.900 Chemieanlagen in Deutschland. - Foto: © Dushlik/stock.adobe.com
Derzeit wird das WGC-BREF zum Thema „Common Waste Gas Treatment in the Chemical Sector" erarbeitet. Es betrifft die Abgasreinigung von 1.600 der knapp 1.900 Chemieanlagen in Deutschland. - Foto: © Dushlik/stock.adobe.com

Die beste verfügbare Technik zur Reduzierung von Umweltschadstoffen in Europa wird in verschiedenen „Best Available Techniques Reference Documents“ (BREF) beschrieben. Für die Erarbeitung ist jeweils ein sehr aufwendiger und langwieriger Prozess vonnöten. Derzeit wird das sogenannte WGC-BREF zum Thema „Common Waste Gas Treatment in the Chemical Sector“ erarbeitet. Es soll die Abluftreinigung in der chemischen Industrie regulieren.

Die Behörden der EU-Mitgliedstaaten müssen sicherstellen, dass die Vorgaben spätestens vier Jahre nach deren Veröffentlichung (rechtlich und technisch) umgesetzt sind. Der wichtigste Bestandteil des Prozesses ist die Datensammlung. Diese dient vor allem zur Ableitung der Emissionsbandbreiten in den BVT-Schlussfolgerungen. Die Datensammlung soll konsistente und realistische Bandbreiten gewährleisten. Dies ist ein essenzieller Punkt, auch für die chemische Industrie.

Machen Sie mit

Die nationale Implementierung des neuesten Standes der Technik über die BVT-Schlussfolgerungen können unter Umständen Nachrüstungen und Auflagen mit sich bringen. Nicht genehmigungsbedürftige Anlagen sind ebenfalls betroffen, da auch diese am geltenden Stand der Technik gemessen werden.

Das WGC-BREF betrifft die Abgasreinigung von 1.600 der knapp 1.900 Chemieanlagen in Deutschland. Aus diesem Grund sollten möglichst viele Anlagenbetreiber an der Datenerhebung teilnehmen. Nur so können Besonderheiten der deutschen Chemie im BREF-Prozess berücksichtigt werden.

Das Ziel des VCI ist, mindestens 600 Anlagen zusammenzubringen! Die Datensammlung wird vermutlich Anfang August starten und im Oktober enden. Anschließend müssen die Genehmigungsbehörde und das Umweltbundesamt die Fragebögen bis 23. Dezember plausibilisieren. Danach beginnen die Arbeiten am ersten BREF-Entwurf. Der VCI wird seine Mitgliedsunternehmen informieren und um Unterstützung bei der Datensammlung bitten, sobald diese beginnt.

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Dieser Artikel ist im chemie report 06/2018 erschienen.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Benjamin Wiechmann

E-Mail: wiechmann@vci.de