Konsultation der Europäischen Kommission läuft

Bald strengere Luftgrenzwerte für Europa?

12. Oktober 2021 | Bericht

Die EU-Kommission hat vor Kurzem eine öffentliche Konsultation zu den EU-Vorschriften für Luftqualität gestartet.

Die EU will die Luftgrenzwerte enger an die neuen Empfehlungen der WHO angleichen. © Uwe Moser
Die EU will die Luftgrenzwerte enger an die neuen Empfehlungen der WHO angleichen. © Uwe Moser

Die Überarbeitung der geltenden Regeln ist nach Auffassung der Brüsseler Behörde eine wichtige Voraussetzung für den Green Deal der EU. Ziel ist, die Luftqualitätsnormen enger an die neuen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO anzugleichen und so die Gesundheit der Menschen zu schützen. Zudem will die Kommission „die Bestimmungen für die Überwachung der Luftqualität, die Modellierung und die Pläne zur Unterstützung der lokalen Behörden bei der Luftreinhaltung“ stärken. Die Konsultation läuft bis zum 16. Dezember 2021.

Der VCI prognostiziert, dass sich die Anpassungen der Luftqualitätsrichtlinien auf alle Bereiche der Industrie, des Verkehrs und der Haushalte wesentlich auswirken werden. Denn daraus leiten sich später die Maßnahmen ab, um die Einhaltung der Ziele zu erreichen, zum Beispiel Fahrverbote oder erhebliche Auflagen bei Industrieanlagen. Der VCI wird sich an der Konsultation beteiligen.

Auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu den gesundheitlichen Auswirkungen hat die WHO nach 15 Jahren in ihren neuen Luftqualitätsnormen die Empfehlungen für die Richtwerte für Luftschadstoffe verschärft. Das betrifft Stickstoffdioxid, Ozon, Schwefeldioxid und Kohlenstoffmonoxid sowie Feinstaub. Die neuen WHO-Werte für die Luftqualitätsnormen sind deutlich strenger als die aktuellen Werte, die zurzeit für die EU gelten. So liegt die WHO-Empfehlung jetzt für Stickstoffdioxid bei 10 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresdurchschnitt – davor waren es 40 Mikrogramm. Und bei Feinstaub mit Partikelgröße 2,5 (PM 2,5) Mikrometer senkte die WHO den Wert von 10 auf 5 Mikrogramm pro Kubikmeter. Der EU-Grenzwert für Feinstaub mit PM 2,5 liegt bei 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Verbindlich sind die neuen WHO-Empfehlungen für die EU zwar nicht. Allerdings hatte die EU-Kommission bereits im Februar in ihrem „Plan gegen Krebs“ deutlich gemacht, dass sie sich stärker an den Werten der Weltgesundheitsorganisation orientieren möchte.

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Dipl.-Ing. Benjamin Wiechmann

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