Standpunkt

Unternehmensbesteuerung: Positive Impulse für Wachstum und Beschäftigung

Steuern sind die wichtigste Einnahmequelle des Staates, mit der alle staatlichen Aufgaben für die Bürger finanziert werden. Die Unternehmen leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag.

VCI-Präsident Hans Van Bylen - © Henkel AG & Co. KGaA © Henkel AG & Co. KGaA
VCI-Präsident Hans Van Bylen - © Henkel AG & Co. KGaA © Henkel AG & Co. KGaA

So zahlen die Industrieunternehmen in diesem Jahr allein auf ihre Erträge über 150 Milliarden Euro Steuern in die Staatskasse ein. Dazu kommen die weiteren positiven Steuereffekte wie Lohn- und Umsatz- oder Energiesteuern sowie sonstige Steuern. Damit tragen die Unternehmen bereits über ein Drittel des gesamten Ertragsteueraufkommens in Deutschland und leisten so einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt des Gemeinwohls. Davon profitieren alle Bürgerinnen und Bürger.

Eine wesentliche Voraussetzung für diese positive Entwicklung war die Unternehmensteuerreform im Jahr 2008. Sie verbesserte die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, weil sie zu einem ausgewogenen internationalen Belastungsniveau führte. Das wirkte sich positiv auf Investitionen und damit auch auf das Steueraufkommen aus. Doch heute, nach mehr als einem Jahrzehnt, wirkt die Reform der Unternehmensbesteuerung aufgrund gegenläufiger Entwicklungen nicht mehr.

Zum einen steht der Chemie- und Pharmastandort Deutschland durch weitere Steuersenkungen in Übersee und vielen europäischen Ländern unter erheblichem Wettbewerbsdruck. Zum anderen hat sich Deutschland durch eine schleichende Steuererhöhung wieder zu einem Hochsteuerland entwickelt. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Die im internationalen Vergleich höheren Steuerbelastungen für deutsche Unternehmen bewirken das Gegenteil von dem, was finanzpolitisch wünschenswert wäre. Auch der Sachverständigenrat hinterfragt in seinem aktuellen Jahresgutachten, ob wir uns langfristig die höchsten Steuersätze für die Unternehmen und nicht mehr zeitgemäße Steuerstrukturen leisten können. Darüber hinaus stellt sich auch die grundsätzliche Frage, warum Unternehmensgewinne in Deutschland insgesamt höher besteuert werden als alle anderen Einkünfte.

In Zukunft wird dieser steuerpolitische Standortnachteil zu einem Rückgang des Steueraufkommens in Deutschland führen. Daher dürfen Reformen für ein international wettbewerbsfähiges Steuerniveau nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden. Hier gilt: Weniger Steuerlast der Unternehmen bringt über die positiven Auswirkungen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung letztlich mehr für alle: Mehr Investitionen, mehr Beschäftigung, mehr Innovationen und damit ein insgesamt höheres Steueraufkommen.

In Anbetracht der großen Herausforderungen für Deutschland wie Klimaschutz, Energie- und Verkehrswende, Digitalisierung oder Infrastruktur brauchen wir deutlich mehr Investitionen. Hierfür sollten jetzt gemeinsam von Politik und Wirtschaft die Voraussetzungen geschaffen werden. Ein wichtiger Schritt dafür ist ein international wettbewerbsfähiges sowie investitions- und innnovationsfreundliches Steuerrecht.

Hans Van Bylen,
Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI)

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Ansprechpartner

Dipl.-Pol. Oliver Claas

E-Mail: claas@vci.de