Wie viele Chemikalien werden transportiert und auf welchen Wegen?

Transport von Chemikalien

14. Januar 2022 | Bericht

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Chemikalien werden täglich auf Straßen, Schienen oder Wasserwegen befördert.

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Wie viele Chemikalien werden transportiert und auf welchen Wegen?

Chemikalien gehören zu den Wirtschaftsgütern, die täglich in erheblichen Mengen auf Straßen, Schienen oder Wasserwegen befördert werden. Als Vor-, Zwischen- oder Endprodukte spielen Chemikalien in vielen Industriezweigen eine wichtige Rolle. Das bedeutet, dass nicht nur Chemieunternehmen selbst, sondern auch andere Branchen und Handelsunternehmen in hohem Maße chemische Erzeugnisse transportieren.

Im Jahr 2020 wurden in Deutschland insgesamt 4 Milliarden Tonnen Güter befördert, davon entfielen rund 222 Millionen Tonnen auf Chemikalien : Etwa 40 Prozent der transportierten chemischen Erzeugnisse sind Gefahrgüter.

Chemische Erzeugnisse werden in Deutschland so transportiert:

  • 137 Millionen Tonnen mit dem Lkw,
  • 25 Millionen Tonnen mit der Eisenbahn,
  • 21 Millionen Tonnen mit dem Binnenschiff und
  • 22 Millionen Tonnen mit Seeschiffen.
  • Und 16,5 Millionen Tonnen per Pipeline.
    (Quelle: Statistisches Bundesamt, VCI).

Wie viele Transporte verantwortet die chemische Industrie?

Die chemische Industrie selbst verantwortete 2020 den Transport von rund 69,8 Millionen Tonnen Chemikalien. Davon sind schätzungsweise ca. 40 Prozent, also etwa 27 Millionen Tonnen, Gefahrgüter. Die Daten basieren auf dem Responsible-Care-Bericht 2020 des VCI.

2020 transportierten die Chemieunternehmen rund 67,7 Millionen Tonnen Chemikalien. Wichtigster Verkehrsträger für die Branche ist der Lkw, gefolgt von Pipeline und Eisenbahn.

Was leistet die chemische Industrie?

Für die Beförderung von Gefahrgütern gibt es in Deutschland und international umfassende gesetzliche Regelungen. Das Einhalten der Transportvorschriften ist Basis aller Distributionsaktivitäten in der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Außerdem ist die Sicherheit beim Chemikalientransport ein wesentliches Element im Rahmen der weltweiten Brancheninitiative „Responsible Care“. Die Unternehmen wollen das Risiko bei Transport und Umschlag von Chemikalien für Mensch und Umwelt kontinuierlich weiter verringern. Zu den umfangreichen Maßnahmen der Branche gehören:

  • Sie bildet regelmäßig alle am Transport und Umschlag beteiligten Mitarbeiter in Sicherheits- und Umweltfragen aus.
  • Sie wählt gezielt die Logistikpartner aus; zum Beispiel anhand der VCI-Anforderungsprofile und überwacht sie mithilfe standardisierter Fragebögen (Safety and Quality Assessment – SQAS). Dieses System informiert über den Schulungsstand der Mitarbeiter, die Reaktionszeit bei Notfällen, die Ausrüstung seiner Fahrzeuge oder vorhandene Sicherheitspläne von Dienstleistern.
  • Sie überprüft regelmäßig Transportvorgänge und Fahrzeuge inklusive Ein- und Ausgangskontrollen, zum Beispiel mit VCI-Checklisten für Gefahrgutkontrollen.
  • Der VCI stellt den Mitgliedsunternehmen weitere Leitfäden und Hinweise zum Gefahrgut-Transport zur Verfügung, um die Umsetzung sicherheitserhöhender Maßnahmen in der Transportpraxis zu erleichtern.

Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem TUIS

Trotz aller Vorsorge- und Sicherheitsmaßnahmen lassen sich Unfälle mit gefährlichen Gütern nicht völlig ausschließen. Deshalb hat der VCI 1982 ein freiwilliges Hilfeleistungssystem bei Unfällen mit Chemikalien aufgebaut: das Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem (TUIS) der deutschen chemisch-pharmazeutischen Industrie. Es bietet mit seinen etwa 130 TUIS-Mitgliedern rund um die Uhr ein dreistufiges Hilfeleistungspaket bei allen Transportunfällen mit chemischen Produkten an: Beratung durch Experten am Telefon oder direkt vor Ort sowie technische Hilfe am Unfallort durch gut ausgebildete Werkfeuerwehren. Nähere Informationen unter: www.tuis.org.

Das ausführliche Dossier mit weiteren Informationen und Grafiken finden Sie im Download-Bereich im Kopf dieser Seite.

Kontakt

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Dipl.-Kfm. Tilman Benzing

Kontaktperson

Dipl.-Kfm. Tilman Benzing

Chlorchemie, Verkehr und Logistik