VCI-Informationsveranstaltung

Neues vom Gefahrgutrecht

Wer Chemikalien auf Straßen, Schienen und/oder Binnenwasserwegen oder im Luftverkehr transportieren möchte, muss umfangreiche Vorschriften beachten. Um Änderungen in diesen Regelwerken ging es bei einer VCI-Infoveranstaltung zum Gefahrgutrecht 2020. Risikomanagement bei der Beförderung gefährlicher Güter war ein weiterer Themenschwerpunkt. Rund 150 Vertreter von VCI-Mitgliedsunternehmen waren der Einladung des Verbands gefolgt.

Die VCI-Infoveranstaltung zu den Gefahrgutvorschriften 2020 behandelte die wesentlichen Neuerungen bei allen Verkehrsträgern. Rund 150 Gäste waren der Einladung des VCI gefolgt. - Foto: © B. Wylezich - Fotolia.com
Die VCI-Infoveranstaltung zu den Gefahrgutvorschriften 2020 behandelte die wesentlichen Neuerungen bei allen Verkehrsträgern. Rund 150 Gäste waren der Einladung des VCI gefolgt. - Foto: © B. Wylezich - Fotolia.com

Einen Ausblick auf die kommenden Neuerungen im Gefahrgutrecht gab die Vorsitzende des VCI-Arbeitskreises Gefahrguttransportvorschriften, Sabine Schultes, Bayer. Sie zeigte dabei zudem auf, wie der Verband die Mitglieder bei diesen Änderungen unterstützt. Dazu gehören nach wie vor Veröffentlichungen wie „Anforderungen an Standardcontainer“, der Leitfaden zur Umsetzung der gesetzlichen Sicherungsbestimmungen für die Beförderung gefährlicher Güter oder die VCI-Anforderungsprofile an Logistikdienstleister. Im kommenden Jahr wird ein Leitfaden mit den Vorschriftenänderungen 2021 erscheinen.

Über die Initiative der EU-Kommission ein europaweites Risikomanagement im Gefahrgutregelwerk einzuführen, berichtete Gernot Knoth, BASF. Ob und wie ein solches Instrument tatsächlich in eine europäische Richtlinie münden könnte, ist allerdings noch offen.

Harald Schlegel, ebenfalls BASF, erläuterte das Unternehmensprojekt „BASF Class Tankcontainer“. Für dieses neuartige Transportkonzept hat das Unternehmen gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin eine Risikoabschätzung durchgeführt.

Erwin Sigrist vom schweizerischen Chemieverband (scienceindustries) stellte die Änderungen der Transportvorschriften für den Luftverkehr (IATA-DGR) in den Fokus seines Vortrags. So müssen ab 2020 Hersteller und Vertreiber von Lithium-Ionen-Batterien beispielsweise ausführlichere Informationen bereitstellen.

Auch die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) unterstützt die Unternehmen der Branche bei der Umsetzung von Gefahrgutvorschriften. BG-RCI-Vertreter Philipp Steimer stellte das Modul „Gefahrgut interaktiv“ vor. Allgemeine Themen wie Kennzeichnung, die „1000-Punkte-Regel“, aber auch spezielle Themen wie der Transport von Lithium-Ionen-Akkus werden anwendergerecht dargestellt. Das Modul enthält außerdem Übungsaufgaben zum Gefahrgutrecht als digitale 3D-Modelle.

Ein Vortrag des ehemaligen Gefahrgut-Referatsleiters im Bundesverkehrsministerium, Helmut Rein, rundete die Informationsveranstaltung ab. Rein blickte dabei nicht nur auf das Gefahrgutrecht der letzten 25 Jahre und die damit verbundenen Auswirkungen zurück, sondern gab – basierend auf seiner langjährigen Erfahrung – einen dezidierten Ausblick auf künftige Entwicklungen.

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Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Jörg Roth

E-Mail: jroth@vci.de