VCI-Positionspapier

Forderungen der chemischen Industrie an die Verkehrspolitik

Die chemische Industrie in Deutschland verantwortet über sechs Prozent des gesamten Güteraufkommens und ist damit einer der transportintensivsten Industriezweige. Aus Sicht der Branche ist der Ausbau aller Verkehrsträger voranzutreiben – entsprechend dem Sanierungsbedarf, dem Verkehrsaufkommen und dem Wirtschaftspotenzial. Wichtig ist, einzelne Verkehrsträger oder Maßnahmen nicht losgelöst zu betrachten: Die Politik sollte der Vernetzung aller Verkehrsträger - der sogenannten Komodalität - größere Bedeutung beigemessen - auch und besonders im Sinne einer nachhaltigen Verkehrsinfrastruktur.

Eine zentrale Forderung des VCI: "Der Vernetzung aller Verkehrsträger sollte auch durch die Politik eine größere Bedeutung beigemessen und für eine sachgerechte Umsetzung gesorgt werden; die Komodalität muss gestärkt und alle Verkehrsträger gleichermaßen entwickelt werden.". - © Alle Fotos: Fotolia.com - Von links nach rechts und von oben nach unten: bluedesign; XXV; Marco2811; finecki
Eine zentrale Forderung des VCI: "Der Vernetzung aller Verkehrsträger sollte auch durch die Politik eine größere Bedeutung beigemessen und für eine sachgerechte Umsetzung gesorgt werden; die Komodalität muss gestärkt und alle Verkehrsträger gleichermaßen entwickelt werden.". - © Alle Fotos: Fotolia.com - Von links nach rechts und von oben nach unten: bluedesign; XXV; Marco2811; finecki

Hintergrund

Mobilität ist zur Wahrung unseres Wohlstandes unerlässlich. Sie ist Basis für eine funktionierende Wirtschaft, die auf eine reibungslose Warenversorgung angewiesen ist und jeder Bürger benötigt sie zur Befriedigung seiner individuellen Mobilitätsbedürfnisse.

Das von der chemischen Industrie erzeugte Produktsortiment umfasst praktisch alle Lebensbereiche. Allerdings werden nur zu einem geringen Teil Endprodukte hergestellt, denn der Schwerpunkt liegt bei Vor- und Zwischenprodukten. Rund 80 % der Chemieproduktion gehen an industrielle Weiterverarbeiter. So liefert die chemische Industrie Vorprodukte für andere Industriezweige wie z.B. Kunststoffverarbeitung, Automobil- oder Bauindustrie.

Die damit verbundenen Warenströme führen zu einem hohen Transportvolumen, wie an folgenden Zahlen deutlich wird: Im Jahr 2014 wurden allein in Deutschland mehr als 245 Mio. Tonnen chemischer Erzeugnisse transportiert. Damit verantwortet unsere Branche rund 6,1 Prozent des gesamten Güteraufkommens und ist eine der transportintensivsten Industriezweige .

Als eine der exportstärksten Branchen weltweit ist die chemische Industrie nicht nur national, sondern global auf funktionierende Verkehrssysteme angewiesen. Der internationale Handel ist in hohem Maße hiervon abhängig. Logistik ist daher gerade für uns, aber auch für die gesamte Außenwirtschaft von besonderer Bedeutung.

Durch die zentrale Stellung Deutschlands in Europa – sowohl in geographischer als auch in ökonomischer Hinsicht – ist eine wettbewerbsfähige, nachhaltige und kostengünstige Logistik für unser Land ein wichtiger Standortfaktor und -vorteil.

Verkehrspolitische Forderungen der chemischen Industrie

Basis für das optimale Funktionieren des Verkehrssystems ist eine bedarfsgerechte, intakte Infrastruktur. Es ist unabdingbar, dass der Infrastrukturbestand in einem leistungsfähigen Zustand erhalten wird. Eine wirtschaftliche Weiterentwicklung werden wir jedoch nur erzielen, wenn wir uns langfristig nicht nur auf den Erhalt des Bestehenden beschränken, sondern auch den Ausbau aller Verkehrsträger vorantreiben – und zwar entsprechend dem Sanierungsbedarf, dem Verkehrsaufkommen und dem Wirtschaftspotenzial.

Der VCI hat bereits in dem Dokument „Die wichtigsten Verkehrsinfrastrukturprojekte für die chemische Industrie“ für das ganze Bundesgebiet konkret aufgezeigt, welche Verkehrsprojekte aus Sicht der Branche so rasch wie möglich umgesetzt werden sollten. Rund 60 Maßnahmen schlägt sie vor, unterteilt nach Regionen und Verkehrsträgern. Zusätzlich wurde auf Grundlage des Bundesverkehrswegeplans und nun auch auf Basis des Entwurfs der Ausbaugesetze für die einzelnen Verkehrswege jedem Engpass ein Ampel-Symbol zugeteilt, um den Handlungsbedarf optisch zu untermauern.

Im vorliegenden Positionspapier erläutert der VCI in zusammengefasster Form nochmals seine zentralen Vorschläge:

  • Erhalt und Ausbau der Infrastruktur
  • Stärkung der Komodalität
  • Offensive Verkehrsverlagerung
  • Schaffung von zusätzlichen Knotenpunkten
  • Beseitigung von Engpässen
  • Effiziente Seehafenhinterlandanbindung
  • Schaffung, Erweiterung und Schutz von Güterverkehrskorridoren
  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs
  • Stärkung der Binnenschifffahrt
  • Förderung von vernetzten Telematiksystemen
  • Beschleunigung bei Planung, Genehmigung und Umsetzung von Baumaßnahmen
  • Zentrales Planungs-Kompetenzzentrum
  • Nachwuchsoffensive zur Rekrutierung von Planern und Projektingenieuren
  • Schaffung der Voraussetzungen für eine nachhaltige Logistik


Das vollständige Positionspapier mit einem Umfang von 7 Seiten kann im Download-Bereich im Kopf dieser Seite als sogenannten "Langfassung" heruntergeladen werden.

Mehr zum Thema

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Andrea Heid

E-Mail: heid@vci.de