Impulskonferenz Innovationsmotor Chemie NRW

Ready, steady, Start-up

Vom Hörsaal in den Chefsessel: Wie können Studierende Unternehmer werden? Darum ging es bei der Impulskonferenz „Innovationsmotor Chemie NRW: ready, steady, Start-up“ Mitte Oktober in Düsseldorf.

Die Organisatoren der Impulskonferenz Innovationsmotor Chemie NRW wollten Studierende der Chemie und der Life Sciences mit den vielfältigen Aspekten rund um die Gründung eines Start-ups vertraut machen. - Foto: © BillionPhotos.com/stock.adobe.com
Die Organisatoren der Impulskonferenz Innovationsmotor Chemie NRW wollten Studierende der Chemie und der Life Sciences mit den vielfältigen Aspekten rund um die Gründung eines Start-ups vertraut machen. - Foto: © BillionPhotos.com/stock.adobe.com

Ein vielfältiges Programm zum Thema Entrepreneurship erwartete die rund 110 Teilnehmer, die der Einladung von VCI und VCI-Landesverband NRW, DECHEMA, Gesellschaft Deutscher Chemiker, High-Tech-Gründerfonds und Heinrich-Heine-Universität gefolgt waren. Vorträge, Kurzinterviews und eine Talkrunde vermittelten unterschiedliche Aspekte rund um Unternehmensgründungen.

In den Kurzinterviews ging es darum, wie die Chemie in Nordrhein-Westfalen ihre Wirtschaftskraft und Wettbewerbsfähigkeit stärken kann – beispielsweise durch vermehrte Ausgründungen von Start-ups durch die Hochschulen sowie eine intensivere und vor allem kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen bestehenden Unternehmen und Firmengründern. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart sprach von gezielten „Entfesselungspaketen“, wie die geplante Digitalisierungsoffensive. Damit will die Landesregierung die zahlreichen Möglichkeiten in Wissenschaft und Industrie besser ausschöpfen. Thomas Müller-Kirschbaum, Corporate Senior Vice President der Henkel AG & Co. KGaA, hob hervor, dass es bei den etablierten Chemieunternehmen in puncto Innovationsanstrengungen noch „Luft nach oben“ gebe. Dies gelte für die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft und für das Engagement, Ausgründungsaktivitäten an den Hochschulen zu unterstützen – finanziell oder durch Einbringen unternehmerischer Expertise.

Forschungskooperationen und Ausgründungen

Viele Hochschulen nehmen Forschungskooperationen mit der Wirtschaft und Ausgründungen mittlerweile erfolgreich wahr, legte Malte Brettel von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen dar. An den außeruniversitären Forschungseinrichtungen seien die Bedingungen für das Ausgründen von Start-ups allerdings meist günstiger als an den Universitäten, lobte Thomas Schwarz, Gründer der bitop AG. Er argumentierte, dass angehende Gründer an externen Forschungseinrichtungen in der Regel länger in der Inkubationsphase gehalten werden können. Dies sei für das Arbeiten an technisch-wissenschaftlich ambitionierten Meilensteinen im Vorfeld der Ausgründung von Vorteil.

In der anschließenden Diskussion mahnte Gründer und Geschäftsführer der Adhesys Medical GmbH, Marius Rosenberg, eine deutliche Verbesserung der Patentverwertung durch die Hochschulen an. Unter der Überschrift „Geld und andere Zutaten“ ging es schließlich um strategische Partnerschaften, Finanzierung durch den High-Tech-Gründerfonds und darum, wie sogenannte Inkubator-Konzepte konkret umgesetzt werden können.

Patrick van der Meer, Director Brightlands Innovation Factory, bot schließlich Einblicke in das auf Open Science und intensivem Transfer basierende „innovation ecosystem“ der Niederländer.

Die Konferenz machte einmal mehr deutlich: Ein erfolgreiches Start-up kann auf die Beine gestellt werden, wenn die Zutaten stimmen: eine gute Idee, viel Einsatz, Beharrlichkeit, ein starkes Team und eine passgenaue Unterstützung durch Geld und Expertise zum richtigen Zeitpunkt.


Dieser Artikel ist im chemie report 11/2017 erschienen.

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Ansprechpartner

Dr. Gerd-Ludwig Schlechtriemen

E-Mail: schlechtriemen@vci.de