Zum Nutzen der Patienten

Medizinische Biotechnologie setzt Wachstum fort

Der aktuelle Report zur Lage der medizinischen Biotechnologie in Deutschland liegt vor. Die Neuauflage ist von The Boston Consulting Group (BCG) für vfa bio im Verband Forschender Arzneimittelhersteller erstellt worden und umfasst alle Aktivitäten der roten Biotechnologie, von Start-ups bis zu Großunternehmen.

Im Report von BCG und vfa bio „Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2016 “ geht es um Impfstoffe. - Foto: © pix4U / Fotolia.com
Im Report von BCG und vfa bio „Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2016 “ geht es um Impfstoffe. - Foto: © pix4U / Fotolia.com

Wie in den Vorjahren hat sich die medizinische Biotechnologie in Deutschland im vergangenen Jahr positiv entwickelt. Der Umsatz mit Biopharmazeutika erhöhte sich 2015 gegenüber 2014 um 9,7 Prozent und beläuft sich auf rund 8,2 Milliarden Euro. Der Umsatzanteil am Gesamtpharmamarkt beträgt damit 22,9 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter in der medizinischen Biotechnologie ist um 6,7 Prozent auf nunmehr gut 40.000 gestiegen.

Die umsatzstärksten Bereiche sind – wie in den Vorjahren – die Immunologie, Onkologie und Therapie von Stoffwechselerkrankungen, die zusammen gut 70 Prozent des Gesamtumsatzes mit Biopharmazeutika ausmachen. In der Immunologie ist der Umsatzanteil von Biopharmazeutika mit 74 Prozent besonders hoch. In den Bereichen Stoffwechsel und Onkologie sind es jeweils knapp 40 Prozent.

Mit 50 zugelassenen neuen Arzneimitteln war 2015 ebenfalls ein Rekordjahr – dies war die höchste Zahl an Neuzulassungen seit über zehn Jahren. In dieser Gruppe befinden sich 15 Original- Biopharmazeutika. Sie stellen wie bereits 2014 30 Prozent aller Neuzulassungen. Die Zahl der biopharmazeutischen Präparate in der klinischen Entwicklung hat sich binnen Jahresfrist von 604 auf 627 erhöht. Das zeigt, dass die Firmen weiterhin in innovative Produkte investieren. Dabei wuchs die Pipeline in der frühen Phase der klinischen Entwicklung besonders stark (+11 Prozent in Phase I). Medizinisch gesehen liegt der Entwicklungsschwerpunkt seit 2010 kontinuierlich auf den onkologischen Projekten und Antiinfektiva, die zusammen rund die Hälfte aller Entwicklungskandidaten repräsentieren.

Ende 2015 waren insgesamt 240 Biopharmazeutika auf dem deutschen Markt zugelassen, rund vier Fünftel davon gentechnisch hergestellte Arzneimittel und Impfstoffe. Dies entspricht insgesamt einem Zuwachs von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit 25 Prozent bilden die 60 Impfstoffe dabei die größte Gruppe.

Nutzen von Impfstoffen

Im Mittelpunkt des diesjährigen Reports stehen Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten, die durch Erreger wie Bakterien, Viren oder Parasiten hervorgerufen werden. Sie gehören neben Antibiotika sowie sauberem Wasser und Hygiene zu den Grundpfeilern der Bekämpfung von Infektionskrankheiten und bilden dadurch ein unverzichtbares Rückgrat für das Leben in der globalisierten Welt. Durch Impfstoffe konnte ein signifikanter Rückgang an Erkrankungen in Ländern mit hoher Impfdisziplin erreicht werden. Die Kosten für Impfungen in Deutschland sind seit vielen Jahren gering. Ein Schutz vor 14 (bei Männern) beziehungsweise 15 (bei Frauen) Infektionskrankheiten ist für lediglich 20 bis 23 Euro pro Versichertem und Jahr möglich. Jedoch wird in Deutschland der Zugang zu Impfstoffen, der durch die Biotechnologie ermöglicht wird, aufgrund einer gewissen Impfmüdigkeit nicht ausreichend genutzt. Bestehende Impflücken sollten möglichst geschlossen werden.

Innovationen durch Investitionen

Um das große Potenzial der medizinischen Biotechnologie in Deutschland zu sichern und weiter zu heben, braucht die Branche langfristig belastbare und innovationsförderliche Rahmenbedingungen. Die Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen sowie die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung würden helfen, die defizitäre Finanzierungssituation von forschenden Unternehmen hierzulande zu verbessern.

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Ansprechpartner

Stanislaus Koch

E-Mail: s.koch@dib.org