Zukunftsdialog Chemie und Pharma

Startschuss mit Wirtschaftsminister Altmaier

Quo vadis? Wie werden jetzt die Weichen für den Standortort Deutschland gestellt? Genau diese Frage diskutierten das VCI-Präsidium, BAVC-Präsident Kai Beckmann sowie der IG BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. In der Videokonferenz am 11. November 2020 war die Themenliste lang. Deutlich wurde aber, dass Standortfragen vielschichtiger sind als das derzeit primär diskutierte Thema der Klimaschutzpolitik.

Der „Zukunftsdialog Chemie und Pharma“ fand coronabedingt online statt. Die Diskussion war aber deswegen nicht weniger intensiv. - Bild: © BMWi/Andreas Mertens
Der „Zukunftsdialog Chemie und Pharma“ fand coronabedingt online statt. Die Diskussion war aber deswegen nicht weniger intensiv. - Bild: © BMWi/Andreas Mertens

Bereits im Sommer hatten VCI-Präsident Christian Kullmann und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vereinbart, dass der „Zukunftsdialog Chemie und Pharma“ Handlungsempfehlungen für die drängendsten Herausforderungen der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland erarbeiten soll. Im Auftaktgespräch zeigten die Industrievertreter auf, warum drängende Standortfragen zeitnah bearbeitet werden sollten.

Wo Handeln nötig ist

Thema beim Dialog selbst waren die besonderen Herausforderungen der Pharmaindustrie, der Landwirtschaft und der Biotechnologie. Alle drei Bereiche haben eigene, besondere Fragestellungen. Als Innovationstreiber sind sie wichtig für den Standort und die Bewältigung der zukünftigen weltweiten Herausforderungen – ob Klimawandel oder die aktuelle Pandemie. Intensiv wurden daher Problembereiche wie die europäische Chemikalienpolitik, die Notwendigkeit einer Unternehmenssteuerreform, der Bürokratieabbau und die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren von den Präsidiumsmitgliedern dargelegt. Einig in der Debatte waren sich alle Beteiligten, dass Innovationen, Freihandel und Verbesserung der Infrastruktur ebenfalls zu den zentralen Standortfaktoren der Industrie gehören. Minister Altmaier stimmte hier vollumfänglich zu und deute an, sich gegen weitere Investitionshindernisse einzusetzen. Konkret nannte er die Ausgestaltung des Lieferkettengesetzes.

Drei Arbeitsgruppen gegründet

Altmaier erklärte, dass er gemeinsam mit den Unternehmen ein Handlungskonzept für die Branche erarbeiten wolle. Dies, so der Wirtschaftsminister, solle die Weichen stellen für eine starke und klimaneutrale Chemie- und Pharmaindustrie. Die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung beschlossen, drei Arbeitsgruppen aus Unternehmens-, Gewerkschafts- und Verbandsvertretern zu gründen. Diese sollen sich zeitnah konstituieren und noch vor Weihnachten das erste Mal tagen zu den Themen:

  • Pharma- und Chemiestandort Deutschland,
  • Klima- und Energiepolitik,
  • Chemikalienpolitik.

Die Empfehlungen für den Standort Deutschland werden im ersten Quartal 2021 erarbeitet, das Bundeswirtschaftsministerium will noch vor Beginn des Bundestagswahlkampfs das Handlungskonzept veröffentlichen. Altmaier hat außerdem einen Kabinettsbeschluss zum „Zukunftsdialog Chemie und Pharma“ für Mai kommenden Jahres angekündigt.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Norbert Theihs

E-Mail: theihs@berlin.vci.de