Thomas Wessel, Vorsitzender des Ausschusses Forschung, Wissenschaft und Bildung im Verband der Chemischen Industrie

Wir müssen zurück in die Zukunft

Ein halbes Jahr Corona-Pandemie liegt hinter uns. Der Lockdown der Weltwirtschaft war auch für unsere Branche eine enorme Herausforderung. Trotz Lockerungen, Liquiditätshilfen und Konjunkturprogramm bleibt die gesamtwirtschaftliche Lage weiterhin schwierig.

Thomas Wessel, Vorsitzender Ausschuss Forschung, Wissenschaft und Bildung im VCI. - Foto: © Evonik
Thomas Wessel, Vorsitzender Ausschuss Forschung, Wissenschaft und Bildung im VCI. - Foto: © Evonik

Wir stellen uns zwar auch in Forschung und Entwicklung (FuE) auf schwierige Zeiten ein. Aber in eine Schockstarre verfallen die Unternehmen nicht: Nach der VCI-Umfrage halten 60 Prozent der Unternehmen an ihren Forschungsprojekten in diesem Jahr fest. Das ist eine gute Nachricht in herausfordernden Zeiten.

Denn was in der Vergangenheit gegolten hat, gilt mit Blick auf eine der größten Herausforderungen in Deutschland, ja weltweit, umso mehr: Uns allen führt die Pandemie vor Augen, wie wichtig Forschung und die Folgen von Forschung sind - zum Beispiel für die Entwicklung eines Impfstoffs oder von Arzneimitteln gegen das neue Virus. Diese Aufgabenstellung zeigt geradezu prototypisch, worum es in der Forschung geht: Nämlich Herausforderungen mit Intelligenz und Innovationen zu begegnen. Das gilt nicht nur im Bereich Gesundheit. Auch im Klimaschutz, bei der Ernährung oder der Mobilität sind neue Ideen, Produkte und Verfahren Treiber für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Damit das gelingt, sind die Rahmenbedingungen entscheidend.

Starke Leistungen der Branche in der Corona-Pandemie

Weltweit forschen Wissenschaftler an Impfstoffen, erproben vorhandene Medikamente und entwickeln Arzneimittel gegen das neue Coronavirus. Und deutsche Pharmaunternehmen sind mittendrin und engagiert dabei. Diese Innovationsstärke unserer Branche sollte uns zuversichtlich stimmen, dass Lösungen gefunden werden. Mehr noch: Die Suche nach einem Impfstoff und nach Medikamenten gegen das Virus hat viele Menschen erstmals dazu gebracht, über Forschung und ihre Bedeutung für die Menschheit nachzudenken.

Forschungsstandort Deutschland stärken

Dieses Bewusstsein müssen wir nutzen, die Rahmenbedingungen für Forschung und neue Technologien hierzulande bestmöglich zu gestalten. Wir müssen zurück in die Zukunft! Die Bundesregierung hat im Rahmen der Rettungsschirme mit sehr viel Geld die Liquidität für FuE-Projekte und andere Unternehmensbereiche gerettet. Und das war gut so. Jetzt muss sie weitermachen. Sie muss Defizite bei den Standortbedingungen für Innovationen zügig abbauen. Diese betreffen beispielsweise die nach wie vor zu geringe Wachstumsfinanzierung von Start-ups oder die außerordentlich hohe Bürokratie bei den Förderverfahren.

Unsere Branche ist überzeugt: Wenn die Politik mutig handelt, dann wird Deutschland auch in Zukunft zu den wichtigsten Innovationsstandorten weltweit gehören. Die Chancen stehen gut, gestärkt aus der Krise herauszukommen.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Monika von Zedlitz

E-Mail: zedlitz@vci.de