EU stellt neue Pharmastrategie vor

Mehr Rückenwind für den Pharmastandort Europa

Die EU-Kommission hat Ende November ihre lang erwartete Pharmastrategie mit neu formulierten Zielen für die EU veröffentlicht. Neben dem „Green Deal“ und der damit einhergehenden Chemikalienstrategie ist dies das nächste Großprojekt, das Unternehmen aus der chemisch-pharmazeutischen Industrie vor große Herausforderungen stellt. Der VCI bewertet die Pläne der EU-Kommission daher insgesamt skeptisch.

Die EU-Pharmastrategie soll Patienten den Zugang zu innovativen und erschwinglichen Arzneimitteln garantieren und die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit sowie die Nachhaltigkeit der Pharmaindustrie unterstützen. - Foto: © vchalup/sotck.adobe.com
Die EU-Pharmastrategie soll Patienten den Zugang zu innovativen und erschwinglichen Arzneimitteln garantieren und die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit sowie die Nachhaltigkeit der Pharmaindustrie unterstützen. - Foto: © vchalup/sotck.adobe.com

Nach der Vorstellung der EU-Pharmastrategie sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup: „Die Corona-Pandemie macht mehr als deutlich, wie wichtig Innovationen für eine gute Gesundheitsversorgung der Menschen sind. Die EU-Pharmastrategie muss daher die Attraktivität des Forschungs- und Produktionsstandorts Europa insgesamt deutlich erhöhen – und zwar für Start-ups, mittelständische bis hin zu großen pharmazeutischen Unternehmen. Denn dort, wo geforscht wird, wird auch produziert, vorausgesetzt das politische Rezept ist richtig ausgestellt. Ein essenzieller Wirkstoff wäre, den Schutz von Patenten und Geistigen Eigentums als Garant für neue Medikamente und Therapien zu verbessern.“

Den Überblick behalten

Wesentlich ist aus Sicht des VCI, dass die EU-Kommission jetzt den Überblick behält. Denn sie hat mittlerweile zahlreiche Initiativen und Strategien angestoßen, die dringend aufeinander abgestimmt werden müssen. Neben dem „Green Deal“ und der damit einhergehenden Chemikalienstrategie stellt nun auch die neue Pharmastrategie die Unternehmen vor große Herausforderungen.

Nach Auffassung des VCI wäre beispielsweise die Schaffung eines EU-weit einheitlich wirkenden ergänzenden Schutzzertifikats (SPC) und eines einheitlichen Erteilungsverfahrens ein Instrument mit vielen Vorteilen. Große Entrup: „Es könnten damit bestehende Rechtsunsicherheiten ausgeräumt, der bürokratische Aufwand sowie die Kosten und Ressourcen für die Beantragung von SPC in den verschiedenen Mitgliedstaaten verringert werden.“ Das Einheits-SPC könnte mittels einer eigenständigen EU-Verordnung errichtet werden, so dass eine Änderung der existierenden SPC-Verordnungen entfiele.

Service:

Was sagen die VCI-Fachverbände zur EU-Pharmastrategie?

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

M.A. Monika von Zedlitz

E-Mail: zedlitz@vci.de