Vision Green Deal

Die Generationenaufgabe

Für die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, ist der Green Deal die Vision von einer klimaneutralen Zukunft Europas. Eine Vision, die nur mit Hilfe der chemisch-pharmazeutischen Industrie Wirklichkeit werden kann.

Die Branche unterstützt die Klimaziele von Paris. Als gesamtgesellschaftlicher Akteur bekennt sie sich zu ihrer Verantwortung, zu diesem Ziel beizutragen. Und sie handelt längst. Zwischen 1990 und 2019 konnte sie ihren Treibhausgas-Ausstoß bereits um mehr als die Hälfte senken.

INFOGRAFIK: Sinkende Emissionen bei steigender Produktion
Entwicklung in der deutschen Chemie/Pharma-Industrie, Veränderung 1990-2019 in %

*Treibhausgase: Energiebedingte CO2-Emissionen und Lachgasemissionen (N2O); Quelle: VCI-Berechnungen auf der Grundlage von Daten des Statistischen Bundesamtes, des Umweltbundesamtes und eigener Erhebungen
*Treibhausgase: Energiebedingte CO2-Emissionen und Lachgasemissionen (N2O); Quelle: VCI-Berechnungen auf der Grundlage von Daten des Statistischen Bundesamtes, des Umweltbundesamtes und eigener Erhebungen

Doch der Green Deal ist weit mehr als ein Klimaschutzpaket: Neben weitreichenden klima- und energiepolitischen Zielen und deren Umsetzung sind zusätzliche ambitionierte Maßnahmen geplant – vor allem in der Chemikalienpolitik, der Kreislaufwirtschaft und zur Förderung der Biodiversität. Die chemisch-pharmazeutische Industrie steht dadurch vor einer Mammutaufgabe. Nahezu alle Maßnahmen des Green Deal haben unmittelbar oder mittelbar Einfluss auf die Geschäftsaktivitäten der Branche. Zugleich sind gewaltige Innovations- und Investitionsanstrengungen nötig, um das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2050 zu erreichen.

Branche leistet viel

Als Lösungsindustrie will die Chemie- und Pharmaindustrie zur Erreichung der übergeordneten Ziele des Green Deal beitragen. Schon heute ist sie mit vielen innovativen Prozessen und Produkten – am Beginn nahezu aller industriellen Wertschöpfungsketten – Wegbereiter für mehr Nachhaltigkeit: Zum Beispiel mit Isoliermaterialien für die Hausdämmung, mit Autoreifen, die den Verbrauch senken, mit energiesparenden LED-Leuchten oder beim Wäschewaschen bei niedriger Temperatur. Die Branche setzt mit ihren Partnern konsequent auf neue Technologien und Geschäftsmodelle, etwa Wasserstoffwirtschaft, Biotechnologie, chemisches Recycling, Elektromobilität oder digitale Gesundheitswirtschaft.

Chancen richtig nutzen

Die Branche sieht im Green Deal grundsätzlich Chancen: für das Klima, neues Wachstum, neue Geschäftsmodelle, neue Produkte. Aber nur eine starke und wettbewerbsfähige Chemieindustrie kann mit ihrer Innovationskraft zum angestrebten Wandel zum Wohle der Gesellschaft beitragen. Bereits bestehende Belastungen für die Unternehmen sollten daher verringert, zusätzliche vermieden werden. Die Wirtschaft braucht gerade jetzt industriepolitische Unterstützung. Der Green Deal sollte als Motor aus der Krise genutzt werden.

VCI-Präsident Christian Kullmann. - Bild:
VCI-Präsident Christian Kullmann. - Bild: © Frank Preuss/Evonik
„Damit der Green Deal Wachstumskräfte freisetzen kann, braucht es eine Strategie, die Ökologie und Wirtschaft gemeinsam voranbringt. Europa braucht jetzt Unternehmertum und Anreize, nicht Dirigismus und Verbote.“






Balance herstellen

Aus Sicht der chemisch-pharmazeutischen Industrie fehlt es dem Green Deal bislang an einer ausgewogenen Balance zwischen Ökologie, Ökonomie und sozialen Aspekten. Der Green Deal sollte als Sustainable Deal umgesetzt werden. Auch müssen Zielkonflikte zwischen den einzelnen Strategien gelöst und die Maßnahmen aufeinander abgestimmt und in regelmäßigen Zeitabständen überprüft werden.

Damit die Generationenaufgabe Green Deal gelingt, müssen diese Weichen richtig gestellt werden:

  • Vorfahrt für Innovationen
    Innovationen sind der Schlüssel, damit die Mammutaufgabe zum Erfolg werden kann. Sie müssen technologieoffen und marktwirtschaftlich gefördert werden. Forschung muss international eingebettet sein.
  • Volldampf für Erneuerbare Energien
    Die Chemie der Zukunft braucht enorme Mengen erneuerbaren Stroms. Von heute 54 Terrawattstunden (TWh) würde der Branchenbedarf an grünem Strom auf über 600 TWh steigen. Und die müssen bezahlbar sein! Hinzu kommen muss eine leistungsfähige und verlässliche Energieinfrastruktur.
  • Belastungen auf ein Minimum beschränken
    Dabei geht es nicht nur um Bürokratieaufbau, sondern auch um Regulierungen, die Produktionsprozesse und die Herstellung von Produkten faktisch unmöglich machen.
  • Unterstützung für die Transformation
    Mobilisierung von mehr privaten und öffentlichen Mitteln für Forschung und Investitionen (insbesondere in der Entwicklungs- und Markteinführungsphase), Unterstützung der Digitalisierung, Carbon-Leakage-Schutz

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Katharina Mayer

E-Mail: mayer@vci.de