Höheres EU-Klimaziel erfordert weitere Schutzmaßnahmen

Zukunft der Industrie in Europa sichern

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) hält das höhere Klimaziel von 55 Prozent CO2-Minderung bis 2030 für die Europäische Union, das auf dem EU-Gipfel vom Rat beschlossen wurde, für sehr ambitioniert. Eine Zielverschärfung von 40 auf 55 Prozent müsse zwingend durch flankierende Maßnahmen begleitet werden, damit energieintensive Produkte weiter wettbewerbsfähig in Europa hergestellt werden können, so der Verband.

Große Entrup: "Die milliardenschweren Investitionen, die in der Chemie für die Entwicklung neuer, emissionsarmer Produktionsverfahren anfallen, könnten sich nur Unternehmen leisten, die wettbewerbsfähig sind." - Foto: © Mike Mareen/stock.adobe.com
Große Entrup: "Die milliardenschweren Investitionen, die in der Chemie für die Entwicklung neuer, emissionsarmer Produktionsverfahren anfallen, könnten sich nur Unternehmen leisten, die wettbewerbsfähig sind." - Foto: © Mike Mareen/stock.adobe.com

VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup sagte: „Ob Europa seine hohen Ziele erfüllen kann, hängt stark von einer leistungsfähigen Industrie ab. Denn es sind Branchen wie die Chemie, die Lösungen für den Klimaschutz in fast allen Bereichen liefern. Zugleich wird die Produktion in der EU für uns immer teurer. Brüssel muss sich daher gut überlegen, wie es die Zukunft der Industrie in Europa sichert.“ Die milliardenschweren Investitionen, die in der Chemie für die Entwicklung neuer, emissionsarmer Produktionsverfahren anfallen, könnten sich nur Unternehmen leisten, die wettbewerbsfähig sind.

Große Entrup forderte daher, den heutigen Schutzmechanismus für die produzierende Industrie zu verstärken. Dabei komme es aber auf die richtigen Maßnahmen an. Sinnvoll sei die Ausweitung der heutigen Instrumente im

EU-Emissionshandel, also eine ausreichend hohe Zuteilung von kostenlosen CO2-Zertifikaten als auch eine effektive Strompreiskompensation. Wenig hält Große Entrup dagegen vom Plan der Europäischen Kommission, Grenzausgleichmaßnahmen einzuführen: „Neue Handelsschranken für den Klimaschutz aufzubauen ist nicht zielführend. Klimazölle werden die Produktion in Europa verteuern und können zudem scharfe Gegenreaktionen unserer Handelspartner nach sich ziehen.“

Große Entrup forderte bei einem höheren EU-Klimaziel zudem eine faire Lastenverteilung zwischen den Sektoren. Die Chemie arbeite bereits an den Methoden für eine treibhausgasneutrale Produktion und auch daran, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Die Politik müsse aber auch Sektoren heranziehen, die bislang anders als die Industrie kaum zur Emissionsminderung beigetragen haben. Große Entrup: „Bisher leistete der Emissionshandel, zu dem auch die chemische Industrie gehört, den größten Beitrag zur Erreichung der Klimaziele. In Zukunft sollten auch andere Bereiche wie Verkehr und Gebäude einen größeren Beitrag erbringen.“


Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von über 1.700 deutschen Chemie- und Pharmaunternehmen sowie deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. 2020 setzte die Branche knapp 190 Milliarden Euro um und beschäftigte rund 464.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Kontakt: VCI-Pressestelle, Telefon: 069 2556-1496, E-Mail: presse@vci.de
Der VCI auf Twitter und Der VCI auf LinkedIn

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Stud. Ass. Manfred Ritz

E-Mail: ritz@vci.de