Treibhaus­gasneutralität

Carbon Contracts for Difference

09. März 2021 | Position

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Klimaschutzverträge sind ein wichtiges Instrument zur Sicherstellung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.

Die Studie „Roadmap Chemie 2050“ des VCI zeigt auf, dass eine treibhausgasneutrale Produktion bis 2050 möglich ist. © iStock.com/baona
Die Studie „Roadmap Chemie 2050“ des VCI zeigt auf, dass eine treibhausgasneutrale Produktion bis 2050 möglich ist. © iStock.com/baona

Klimaschutzverträge, wie zum Beispiel Carbon Contracts for Difference (CCfD), sind ein wesentlicher Baustein, um die Industrie unterstützend in die Transformation zu begleiten. Dabei schließt der Staat oder eine staatlich beauftragte Institution mit den jeweiligen Unternehmen Verträge und verpflichtet sich dabei, garantierte Preise für Produkte zu zahlen, die treibhausgasarm bzw. treibhausgasneutral hergestellt worden sind.

Die deutsche Chemieindustrie hat in ihrer „Roadmap 2050“ aus dem Jahr 2019 dargelegt, dass die Betriebskostendifferenzen in dem Transformationsprozess zwar die größere Rolle spielen werden, dennoch werden allein für treibhausgasneutrale Technologien im Bereich der Basischemie zusätzliche Investitionskosten von 45 Mrd. Euro erforderlich sein. Fördersysteme sind absolut notwendig, da sich während der Transformation sowohl die konventionelle als auch die treibhausgasarme bzw. treibhausgasneutrale Produktion im Weltmarkt behaupten muss. In der Regel ist die treibhausgasneutrale bzw. treibhausgasarme Produktion teurer als die konventionelle. Die treibhausgasarmen bzw. treibhausgasneutralen Prozesse können aufgrund der erheblichen Investitionen und den damit einhergehenden deutlich höheren Betriebskosten auf absehbare Zeit im internationalen Wettbewerb nicht bestehen. In die neuen Prozesse wird allerdings nur investiert, wenn eine ausreichende Planungssicherheit für den Ausgleich der Wettbewerbsnachteile erfolgt. Daneben ist zu beachten, dass Anlagen und Verfahren in der Industrie über sehr lange technische Lebensdauern verfügen, was eine hohe Relevanz zur Erreichung der Klimaschutzziele hat: Anlagen, die heute neu errichtet werden, können teilweise über 50 Jahre in Betrieb bleiben. Ihr Carbon Footprint ist für diesen Zeitraum in vielen Fällen verfahrenstechnisch festgelegt. Es drohen Carbon Lock-In Effekte, fehlgeleitete Investitionen und Investitionsstaus, wenn weder in konventionelle noch in transformative Technologien investiert wird. Um zeitnah die erforderlichen Investitionen auszulösen, bedarf es hier Fördersysteme wie beispielsweise CCfD. Denn diese dienen dazu, die Produkte weiterhin international wettbewerbsfähig zu halten, indem die Differenzkosten durch den staatlich garantierten Preis ausgeglichen werden. Für Investoren wäre es außerdem einfacher und planungssicherer, wenn Betriebskosten und Investitionskosten durch ein gemeinsames Instrument ausgeglichen werden könnten.

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Ass. jur. Isabell Esterhaus

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Ass. jur. Isabell Esterhaus

Rechtsfragen Energie und Klimaschutz, nationale und internationale Klimapolitik