Carbon Contracts for Difference

Die EU-Kommission strebt im Rahmen des „Green Deal“ an, Europa bis 2050 zu einem treibhausgasneutralen Kontinent zu führen. In diesem Zusammenhang beabsichtigt die EU-Kommission auch die Erhöhung des bisherigen Klimaschutzziels 2030 von 40 Prozent auf mindestens 55 Prozent. Dies wird insbesondere die Industrie vor große Herausforderungen stellen.

Die Studie „Roadmap Chemie 2050“ des VCI zeigt auf, dass eine treibhausgasneutrale Produktion bis 2050 möglich ist. - Foto: © iStock.com/baona
Die Studie „Roadmap Chemie 2050“ des VCI zeigt auf, dass eine treibhausgasneutrale Produktion bis 2050 möglich ist. - Foto: © iStock.com/baona

Die deutsche Chemieindustrie unterstützt das 2050-Ziel. Neben der Treibhausgasreduktion über den EU-Emissionshandel trägt die Branche auch aktiv mit ihren Produkten zum Klimaschutz in anderen Sektoren bei. Die Studie „Roadmap Chemie 2050“ zeigt auf, dass eine treibhausgasneutrale Produktion bis 2050 möglich ist. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass dieses Ziel eine enorme technologische und ökonomische Herausforderung darstellt und nicht auf einem linearen Pfad erreicht werden kann. Zudem muss bedacht werden, dass die neuen Verfahren laut Analyse der Roadmap allesamt erst nach 2030, teilweise nach 2040 unter den gegebenen Annahmen wirtschaftlich und damit marktfähig werden. Fördert die Politik diesen Prozess sowohl in der Entwicklungsphase als auch in der Markteinführung, könnten bestimmte Verfahren auch früher im Einsatz sein. Der gesamte Transformationsprozess wird nur erfolgreich bewältigt werden können, wenn die geeigneten Rahmenbedingungen geschaffen werden. Die derzeitigen Instrumente reichen nicht aus, um die, aufgrund der erforderlichen Klimaschutzmaßnahmen nötig werdenden umfangreichen Investitionen zur Einhaltung der zeitlich gestaffelten Klimaziele rechtzeitig in die Wege zu leiten sowie die erhöhten Produktionskosten gegenüber Regionen ohne entsprechende Klimaschutzmaßnahmen längerfristig zu kompensieren. Auf erforderliche Kompensationen zur Schaffung eines weltweiten Level-Playing-Fields könnte verzichtet werden, wenn es gelänge, einen globalen CO2- Preis - zumindest auf G20-Ebene - umzusetzen. Solange jedoch eine solche globale Bepreisung nicht existiert, müssen in der EU weitere Instrumente zum Erhalt der industriellen Wettbewerbsfähigkeit entwickelt und eingeführt werden. Ein mögliches, derzeit auch auf europäischer und nationaler Ebene bereits diskutiertes Instrument für neue CO2-freie Produktionsprozesse sind die sogenannten Carbon Contracts for Difference (CCfD). CCfD helfen die Kostendifferenz zwischen den neuen, treibhausgasneutralen Technologien und den bisherigen Technologien auszugleichen, um die neuen Technologien (international) wettbewerbsfähig zu machen, da, solange es kein klimapolitisches Level-Playing-Field gibt, die alten Technologien international weiterbetrieben werden.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Ass. jur. Isabell Esterhaus

E-Mail: esterhaus@vci.de