Erdgasförderung in Deutschland

VCI-Stellungnahme zum Gesetzespaket zum Verfahren der Fracking-Technologie

Mit Beginn des parlamentarischen Verfahrens hat der VCI das Positionspapier zur Erdgasförderung in Deutschland von Januar 2015 formell an den Stand des Gesetzgebungsprozess zum „Fracking-Paket“ angepasst und als VCI-Stellungnahme eingebracht.

Für die Produktion der chemischen Industrie ist eine verlässliche Energie- und Rohstoffversorgung ein wesentlicher Kosten- und Standortfaktor. Gas wird in der Chemie sowohl als Rohstoff für die Produktion als auch für die Energieerzeugung eingesetzt. So werden zum Beispiel gut ein Viertel des von der Chemie eingesetzten Erdgases stofflich genutzt und zu Basischemikalien verarbeitet, auf denen viele Wertschöpfungsketten aufbauen. Nur mit international wettbewerbsfähigen Energiepreisen können energieintensive Basischemikalien, die die Grundlage für die chemische Wertschöpfungskette bilden, auch in Zukunft am Standort Deutschland produziert werden. Die Förderung von heimischen Erdgas und zukünftig auch Schiefergas sollte einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit leisten.

Die Technologie des Hydraulic Fracturing wird in Deutschland schon seit den 1960er Jahren bei der Erdgasförderung aus konventionellen Lagerstätten wie z. B. Tight Gas angewendet und wurde seitdem stetig verbessert. Seit 2011 wurden jedoch keine neuen Fracturing-Maßnahmen mehr genehmigt. Die Folge davon ist ein starker Rückgang der heimischen Förderung. Deshalb sollte der bestehende Genehmigungsstau für das langjährig erprobte Fracturing bei konventionellen Lagerstätten schnellstmöglich aufgelöst werden. Die Erkundung heimischer Schiefergasvorkommen mittels „unkonventionellem Fracking“ sollte ermöglicht werden. Die Erkundung und Erforschung heute ist die Voraussetzung für eine Nutzung von Schiefergas morgen und hat damit langfristige Auswirkungen auf Investitionen und den Erhalt der industriellen Basis in Deutschland. Hierzu muss ein verlässlicher gesetzlicher Rahmen geschaffen werden.

Die im Kabinettsentwurf enthaltenen Vorschläge zur gesetzlichen Regelung von Fracking gehen in die richtige Richtung. Der Vorschlag, die konventionelle Gasförderung auch mittels Einsatz von Hydraulic Fracturing wieder zu erlauben, ist positiv. Gerade vor dem Hintergrund eines Rückgangs der heimischen Gasförderung aus Tight Gaslagerstätten, sollte dies jetzt auch so im Gesetzgebungsverfahren umgesetzt werden. Eine weitere Blockade gefährdet die langjährige bewährte Gasförderung in Deutschland.

Bei Schiefergas sehen wir weiteren Forschungsbedarf. Die Möglichkeit Schiefergaslagerstätten unter wissenschaftlicher Begleitung zu erforschen, ist deshalb ebenfalls vom Grundsatz her positiv. Dieser Prozess kann dazu beitragen, die öffentliche Debatte auf ein wissenschaftliches und faktenbasiertes Fundament zu stellen. Das Ergebnis der Expertenkommission sollte dann auch im weiteren Genehmigungsprozess von Schiefergasprojekten Widerhall finden und nicht aufgrund ideologischer Vorbehalte in Frage gestellt werden.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dipl.-Kfm. Tilman Benzing

E-Mail: tbenzing@vci.de

Sebastian Franke

E-Mail: sebastian.franke@vci.de