Überarbeiteter BMU-Entwurf für Deutsches Ressourceneffizienzprogramm

Chemieindustrie lehnt absolute Senkungsziele ab

​Ressourcen noch effizienter zu nutzen, gehört zu den wichtigsten Herausforderungen der Zukunft. Um weiteres Wachstum zu ermöglichen, muss jedoch die Produktion und damit auch die Menge der eingesetzten Rohstoffe zunehmen können.

Im Oktober 2011 hat das Bundesumweltministerium (BMU) einen überarbeiteten Entwurf für das „Deutsche Ressourceneffizienzprogramm“ vorgelegt, der Anfang 2012 vom Bundeskabinett verabschiedet werden soll. Entgegen der ursprünglichen Beschränkung auf abiotische Rohstoffe (Erze, Industrie- und Bauminerale) bezieht der neue Entwurf nun auch stofflich genutzte nachwachsende Rohstoffe ein.

Die chemische Industrie hat selbst das größte Interesse daran, Ressourcen so effizient wie möglich zu nutzen: Hohe Rohstoffpreise und der intensive Wettbewerb zwischen den Unternehmen sorgen dafür, dass die Chemieindustrie aus jeder Tonne Rohstoff die größtmögliche Produktmenge gewinnt. Potenziale, die Rohstoffeffizienz in der Produktion zu steigern, sind aufgrund der kontinuierlichen Optimierung der Produktionsverfahren nur noch in sehr geringem Umfang vorhanden.

Die chemische Industrie lehnt das Ziel des Ressourceneffizienzprogramms, den Ressourcenverbrauch absolut zu senken, entschieden ab. Um weiteres Wachstum zu ermöglichen, muss die Produktion und damit auch die Menge der eingesetzten Rohstoffe zunehmen können. Ressourceneffizienz darf nicht die Produktion einschränken und so die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Industrie belasten.

Um Fortschritte bei der Ressourceneffizienz in den Unternehmen zu ermöglichen, sollte die Bundesregierung eine steuerliche Forschungsförderung einführen. Außerdem sollte sie die Standortbedingungen so gestalten, dass die Unternehmen in Neuanlagen in Deutschland investieren, um Innovationen und neue Verfahren hierzulande umzusetzen.

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Ansprechpartner

Dipl.-Kfm. Tilman Benzing

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