Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz COP24 im Dezember 2018

Statement des Weltchemieverbandes ICCA zur Klimapolitik

Im „ICCA Climate Policy Statement" bekennt sich der Weltchemieverband zu effektivem Klimaschutz und gibt Empfehlungen, mit welchen politischen Instrumenten der Klimaschutz aus Sicht der globalen Chemieindustrie am besten weltweit umgesetzt werden könnte.

Die chemische Industrie weltweit bekennt sich zu effektivem Klimaschutz und arbeitet mit ihren Innovationen und Lösungen aktiv daran mit. Der Weltchemieverband ICCA hat Empfehlungen für eine globale Klimapolitik vorgelegt. - Bild: © ICCA
Die chemische Industrie weltweit bekennt sich zu effektivem Klimaschutz und arbeitet mit ihren Innovationen und Lösungen aktiv daran mit. Der Weltchemieverband ICCA hat Empfehlungen für eine globale Klimapolitik vorgelegt. - Bild: © ICCA

International Council of Chemical Associations (ICCA) – Stellungnahme zur Klimapolitik

Der Klimawandel ist eine globale Herausforderung, die ein langfristiges Engagement und Handeln aller Gesellschaftsgruppen erfordert. Es bedarf einer Kombination aus technologischen, marktbasierten und politischen Lösungen, um den Ausstoß an Treibhausgaben (THG) zu verringern und Klimaziele, wie beispielsweise die Ziele des Pariser Abkommens, zu erreichen.

Die chemische Industrie und Innovationen in der Chemie sind Teil der Lösung zum Klimawandel. Als bedeutender Fertigungssektor verbessern wir kontinuierlich die Energieeffizienz und -intensität in unseren eigenen Betrieben und Aktivitäten. Und wir setzen unsere klügsten Köpfe ein, um transformative Technologien zu entwickeln, die Emissionen reduzieren, die Energieeffizienz erhöhen und eine gesellschaftlich, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltige Zukunft möglich machen.

Chemie ist unerlässlich, um gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern

Die chemische Industrie schafft bahnbrechende Produkte und Materialien, die wesentlich sind, um die Bedürfnisse der Gesellschaft von heute und morgen zu erfüllen. Durch die Chemie ermöglichen wir eine ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln und sauberem Wasser sowie medizinischen Fortschritt, angemessene Lebensbedingungen und eine gesunde Umwelt für eine wachsende Bevölkerung.

Chemische Technologien stehen in unmittelbarem Einsatz gegen den Klimawandel: als unersetzliche Bestandteile moderner Baumaterialien und Batterien, nachhaltiger Energiequellen, elektrischer und hochleistungsfähiger Fahrzeuge und Kunststoffverpackungen mit geringem Gewicht. All dies verbessert die Energieeffizienz und verringert den Ausstoß an Treibhausgasen in unserer gesamten Wirtschaft.

Wir arbeiten mit unseren Kunden, Partnern im öffentlichen Sektor und anderen Interessengruppen zusammen, um neue und kreative Wege zu finden, mit denen Chemie auch künftig in der Praxis angewandt werden kann, um den gesellschaft-lichen Erfordernissen gerecht zu werden und Treibhausgase entlang der Lieferkette insgesamt zu reduzieren.

Unsere Industrie wächst, um die steigende Nachfrage nach den Produkten, Materialien und Innovationen, die für eine nachhaltige Zukunft erforderlich sind und zu mehr wirtschaftlichen Wohlstand beitragen, zu erfüllen. Hierbei sind wir bestrebt, die wirtschaftlich und technisch tragfähigsten Roh- und Ausgangsstoffe mit der höchsten Ressourceneffizienz zu verwenden.

Grundsätze für eine weltweite Verringerung der THG-Emissionen

Eine konsistente und berechenbare Politik und gesetzliche Rahmenbedingungen, die Innovationen, Investitionen und wirtschaftliches Wachstum fördern, sind von grundlegender Bedeutung für eine Verringerung von THG-Emissionen – gemeinsam mit weiteren Fortschritten im Bereich Nachhaltigkeit und einer weitestgehenden Verringerung der Kosten für die Gesellschaft.

Wir unterstützen eine Klimapolitik, die folgende Punkte beinhaltet:

  • Förderung der weltweiten Beteiligung aus allen Bereichen der Gesellschaft
  • Nettoverringerung der THG-Emissionen global und Vermeidung der Verlagerung von Emissionen zwischen Regionen oder Ländern („carbon leakage“)
  • transparente Überwachungs-, Berichts- und Überprüfungssysteme („monitoring, reporting and verification systems" - „MRV")
  • Förderung der Verwendung energieeffizienter Produkte und Technologien
  • Einbeziehung von Minderungs- und Anpassungsstrategien
  • auch künftig bezahlbare Energiepreise und Vermeidung von Marktverzerrungen
  • verstärkte Betrachtung von Lebenszyklen und Entscheidungen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse
  • ausreichende Flexibilität, um örtlichen, nationalen oder regionalen Gegebenheiten Rechnung zu tragen
  • transparente, vorhersehbare und technologieneutrale wirtschaftliche Signale, die verringerten THG-Emissionen förderlich sind, zum Beispiel Preissignale zu externen Effekten in Zusammenhang mit Treibhausgasen (wie CO2-Emissionen) oder Anreize zur Unterstützung neuer Technologien hin zu deren Vermarktung
  • Anerkennung der Rolle von Kohlenstoff und biobasierten Rohstoffen für unbedingt notwendiger Produkte
  • Förderung der Einbeziehung regionaler oder nationaler Strategien in der Klima- und Energiepolitik
  • Minimierung von Komplexität und Verwaltungskosten

Die chemische Industrie ist überzeugt, dass wir durch kontinuierliche weltweite und regionale Dialoge zum Austausch von Erfahrungen und besten Praktiken sowie durch eine konstruktive Klimadiplomatie und die Zusammenarbeit zwischen Industrie, Regierungen, Interessensgruppen und Gemeinschaften echte Fortschritte erzielen können, um die uns alle betreffende Herausforderung des Klimawandels erfolgreich zu bewältigen.

Infografik

Beiträge der Chemie zum Klimaschutz - Klick auf die Grafik vergrößert sie! - Grafik:
Beiträge der Chemie zum Klimaschutz - Klick auf die Grafik vergrößert sie! - Grafik: © ICCA
In einer Infografik stellt ICCA dar, wie die chemische Industrie mit ihren Innovationen und Aktionen zu Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Energieeffizienz beiträgt. Sie finden die Datei im PDF-Format und als jpg-Datei in druckfähiger Auflösung im Download-Bereich im Kopf dieser Seite.












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Ansprechpartner

Ass. jur. Tara Nitz

E-Mail: nitz@vci.de