VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann bezieht Stellung

Drei Fragen und drei Antworten zum 24. Weltklimagipfel in Polen (COP24)

VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann: „Die deutsche Chemie ist sehr aktiv im Klimaschutz. Die Unternehmen treiben Lösungen voran, um Emissionen in der Produktion zu mindern oder Kohlendioxid als Rohstoff in Produkte einzubinden. Zum Klimaschutz gehört aber auch, dass andere Weltregionen ebenfalls konkrete Schritte zur Emissionsminderung machen.“

VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann bezieht Stellung zum 24. Weltklimagipfel in Polen - Foto: © VCI/Arne Landwehr
VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann bezieht Stellung zum 24. Weltklimagipfel in Polen - Foto: © VCI/Arne Landwehr

Warum ist der 24. Weltklimagipfel in Polen wichtig für die deutsche Chemie?

„Die deutsche Chemie ist selbst sehr aktiv im Klimaschutz. Die Unternehmen in Deutschland treiben Lösungen voran, um Emissionen in der Produktion zu mindern, oder um CO2 als Rohstoff in Produkte einzubinden. Gleichzeitig unterliegen wir als Branche ambitionierten klimapolitischen Vorgaben, vor allem dem EU-Emissionshandel, der einen festen Minderungspfad vorgibt. Es ist jedoch sehr wichtig, dass auch andere Weltregionen mehr konkrete Schritte zu Emissionsminderung machen. Ein Weltklimagipfel wie im polnischen Kattowitz ist der Ort, an dem sich die internationale Staatengemeinschaft hoffentlich auf Fortschritte hin zu einem globalen Handeln einigen kann."

Welche Fortschritte erhoffen Sie sich konkret vom Gipfel in Kattowitz?

„Ich hoffe, dass vom Klimagipfel ein starkes Signal ausgeht, dass Klimaschutz und die Umsetzung des Pariser Abkommens nur als gemeinsame und multilaterale Anstrengung erreichbar ist. Konkret erwarten wir Beschlüsse zum „Paris Rulebook“: also zu dem Regelwerk, das festlegt, wie transparent und nachprüfbar die Ziele des Pariser Abkommens umgesetzt werden. Aus Sicht der Industrie wäre wichtig, dass dieses Regelbuch eine langfristige Perspektive für die klimapolitischen Ziele aufstellt. Transparenz sollte in der internationalen Klimapolitik ein Leitprinzip sein. Schließlich wäre es toll, wenn in Kattowitz auch Schritte zu einem internationalen, marktbasierte CO2-Bepreisung passierten. Zu dem Emissionshandel, den wir in Europa haben, gibt es international kein Äquivalent, da braucht es Fortschritte."

Was macht die deutsche Chemie vor Ort?

„Wir werden wie im letzten Jahr in Bonn auch in Kattowitz mit mehreren Veranstaltungen beim Klimagipfel dabei sein und unsere Positionen mit Stakeholdern aus der Politik diskutieren. Sicher werden wir dabei unsere positive Bilanz einfließen lassen, denn die deutsche Chemie hat ihre Treibhausgasemissionen seit 1990 nahezu halbiert. Wir werden aber auch einen Blick nach vorne werfen. Wir arbeiten selbst momentan an einer „Roadmap“, die aufzeigen soll, welche Optionen die deutsche chemische Industrie langfristig hat, um CO2 entsprechend den Vorgaben des Paris-Abkommens weiter zu mindern. Diese Roadmap werden wir 2019 fertigstellen."

Hinweis:
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Ansprechpartner

Dr. Jörg Rothermel

E-Mail: rothermel@vci.de