Klimaschutz und Energiewende

Produkte der Chemie schützen das Klima

Die chemische Industrie leistet viele Beiträge, damit die Kernaufgabe beim Klimaschutz für alle lösbar wird: weniger Energie zu verbrauchen und damit Treibhausgase einzusparen. Die Beispielsammlung des VCI illustriert das und liefert viele Daten und Fakten.

Energieverbrauch und Treibhausgase senken! - Dank der Beiträge der Chemie ist das machbar. © Luiz - Fotolia.com
Energieverbrauch und Treibhausgase senken! - Dank der Beiträge der Chemie ist das machbar. © Luiz - Fotolia.com

Weniger Energie verbrauchen und damit Treibhausgase einsparen lautet die technologische Kernaufgabe beim Klimaschutz. Die chemische Industrie leistet viele Beiträge, diese Herausforderung zu meistern. Die Beispiele reichen schon heute von der Gebäudedämmung, über den sparsamen Einsatz von Energie im Alltag und eine nachhaltige Mobilität bis hin zu Technologien für erneuerbare Energien.

Aber auch auf der politischen Seite stellt der Klimaschutz eine Herausforderung dar, die durch die deutsche Energiewende und die damit verbundenen Fragen nicht einfacher wird. Bisher belasten die deutschen und europäischen Klimaschutzauflagen die hiesige Industrie einseitig gegenüber ihren Konkurrenten auf dem Weltmarkt. Die deutsche Energiewende darf deshalb nicht zu weiteren Belastungen führen.

International steht der Klimaschutz auf der Stelle. Auch bei der letzten Klimaschutzkonferenz Ende 2012 in Doha ist kein internationales Abkommen zustande gekommen. Stattdessen wurde nur eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls beschlossen. Japan, Kanada und Russland beteiligen sich allerdings nicht mehr. Insgesamt repräsentiert die zweite Verpflichtungsperiode des Protokolls nur noch 15 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen.

Die chemische Industrie setzt sich für ein internationales Klimaschutzabkommen ein, das alle wesentlichen Verursacherländer von Treibhausgasen einschließt. Dazu gehört ein weltweiter Emissionshandel für alle. Die Branche selbst hat ihre eigenen Treibhausgasemissionen um knapp 49 Prozent gegenüber 1990 gesenkt (Stand 2011).

Eine international wettbewerbsfähige Chemieindustrie hierzulande kann viele Lösungen zum Klimaschutz und zur Energiewende beisteuern. Viele Innovationen der Chemie tragen dazu bei, Energie zu sparen und Emissionen zu vermeiden. Schon heute sorgen viele Produkte direkt oder mittelbar für weniger Energieverbrauch, zum Beispiel in Gebäuden, im Haushalt oder beim Autofahren. Die Kraft von Wind und Sonne lassen sich ohne Chemie überhaupt nicht in CO2-freien Strom umwandeln.

Beispiel Gebäudedämmung

© Ingo Bartussek - Fotolia.com
Dämmmaterialien auf der Basis von Polystyrol und Polyurethan sparen während ihrer Lebensphase ein Vielfaches der Energie ein, die für ihre Produktion notwendig war. Dadurch reduziert sich der Energieverbrauch durch Gebäude um zwei Drittel: Mit einer entsprechenden Dämmung auf Polystyrolbasis könnte der Heizenergiebedarf dieser Wohnungen von durchschnittlich 21 Liter Heizöl pro Quadratmeter auf 7 Liter je Quadratmeter und weniger verringert werden. Insgesamt ließen sich die CO2-Emissionen, die durch den Heizbedarf der Haushalte in Deutschland verursacht werden, um über 60 Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren, wenn Gebäude mit Dämmmaterialien aus Polystyrol und dem Einsatz moderner Gebäudetechnik saniert würden. Auch moderne Fenstersysteme wie Mehrscheiben-Isolierglasfenster funktionieren nur mit Technologien aus der Chemie (s. Downloadbereich).

Beispiele alltägliche Produkte

© fotomek - Fotolia.com
Energiesparlampen und LED-Leuchten sind echte Energiesparer – nicht zuletzt durch die Chemie. Edelgase, Leuchtstoffe und Halbleiter machen das möglich. Analysten erwarten, dass bis zum Jahr 2025 jede dritte Lichtquelle eine LED sein wird. Dadurch kann der weltweite Stromverbrauch um 10 Prozent sinken. Einer anderen Schätzung zufolge könnten in Europa durch den Einsatz von LED-Lampen in Haushalten und Büros, in der Industrie sowie in der öffentlichen Beleuchtung rund 42 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.

Moderne Wachmittel reinigen schon ab 15°C. Dadurch wird nicht mehr so viel Energie für das Aufwärmen des Wachwassers benötigt. Würden alle privaten Haushalte in Deutschland die Temperatur der Waschprogramme nur um eine Stufe senken (also von 95 auf 60 Grad, von 60 auf 40 Grad oder von 40 auf 30 Grad) ergäbe sich daraus eine enorme Energieersparnis. Dadurch würden ungefähr 1,3 Millionen Tonnen CO2 vermieden.

Dämmstoffe auf Polyurethanbasis kommen nicht nur bei der Gebäudedämmung zum Einsatz. Sie haben auch in Kühlschränken dafür gesorgt, dass der Stromverbrauch dieser Haushaltsgeräte allein zwischen 2000 und 2011 um über 70 Prozent gesunken ist (s. Downloadbereich).

Beispiel Mobilität

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Rund 18 Prozent der globalen CO2-Emissionen werden derzeit durch den Straßenverkehr verursacht. Es ist deshalb von entscheidender Bedeutung für den Klimaschutz, Mobilität so effizient wie möglich zu machen. Ein Lösungsansatz ist beispielsweise, Automobile mit Verbrennungsmotor so weiterzuentwickeln, dass sie möglichst wenig Treibstoff verbrauchen. Ein anderer ist die Elektromobilität. Zu beiden Ansätzen liefert die Chemie wichtige Beiträge, zum Beispiel Leichtbaumaterialien und Kautschuke für spritsparende Reifen oder Technologien für leistungsfähige Batterien und das Energiemanagement in Elektroautos.

Wie beispielsweise Kunststoffe im Automobil zur CO2-Minderung beitragen, zeigt folgendes Beispiel: Kunststoffe verringern das Gewicht einzelner Bauteile um 30 bis 50 Prozent. 100 Kilogramm weniger Gewicht sparen im Durchschnitt bis zu 0,2 Liter Sprit auf 100 Kilometer. Gemessen an den rund 41 Millionen Pkws in Deutschland sind das pro gefahrene 100 Kilometer rund 8,2 Millionen Liter. Das entspricht einer Vermeidung von rund 19.000 Tonnen CO2 (s. Downloadbereich)

Beispiel Energieerzeugung

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Erneuerbare Energien erzeugen CO2-frei Strom. Auch sie funktionieren nicht ohne Chemie. Photovoltaik und Windenergie beruhen ganz entscheidend auf Materialien aus der Chemie: Sie stellt das hochreine Solarsilizium aus Quarzsand her. Und Windkraftanlagen können mithilfe der faserverstärkten Kunststoffe und Beschichtungssysteme aus der Chemie nicht nur immer größer und effizienter werden, sondern auch über einen langen Zeitraum Wind und Wetter trotzen. Rechnet man den Aufwand für die Herstellung und die Vorhaltung herkömmlicher Kraftwerke für wind- und sonnenlose Zeiten heraus, erzeugen Photovoltaik und Windkraft über einen Großteil ihrer Lebensphase CO2-frei Strom.

Problematisch ist allerdings die Fördersystematik für die erneuerbaren Energien. Sie führt dazu, dass sich über die EEG-Umlage die Stromkosten permanent für Verbraucher und Industrie erhöhen. Für die energieintensiven Industrien sind die klar definierten Entlastungen deshalb von großer Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit (s. Downloadbereich).

Die vollständige und ausführliche Beispielsammlung finden Sie im Downloadbereich im Kopf dieser Seite (PDF, 20 Seiten). Die diversen Kapitel stehen auch einzeln zum Download bereit.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Jörg-Olaf Jansen

E-Mail: jansen@vci.de

Dr. Jörg Rothermel

E-Mail: rothermel@vci.de

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