Resonanz auf VCI-Veranstaltung zum Thema belegt hohen Informationsbedarf

Welche Chancen und Risiken bietet der "Product Carbon Footprint"?

Mitte April lud der VCI zu einer zweiten Informationsveranstaltung zum Thema „Product and Corporate Carbon Footprint“ (PCF und CCF) nach Frankfurt ein. Vor rund 220 Teilnehmern erläuterten Experten den Stand der Normung, die Chancen und Risiken beider Instrumente sowie die Herausforderungen für mittelständische Unternehmen.

Zweiter VCI-PCF-Workshop im April 2012 © FAZIT:DESIGN
Zweiter VCI-PCF-Workshop im April 2012 © FAZIT:DESIGN

Der CCF bilanziert Treibhausgasemissionen des Unternehmens und solche, die entlang der Wertschöpfungskette auftreten. Der PCF ist die Bilanz der Treibhausgasemissionen eines Produktes entlang des gesamten Lebensweges. Für die Chemieunternehmen werden PCF und CCF spätestens wichtig, wenn Kunden Anfragen zu CO2-Emissionen von Chemie-Produkten stellen. Über die Lieferkette kann die chemische Industrie auch von den Berechnungen eines Corporate Carbon Footprint nachgelagerter Unternehmen (z.B. Markenhersteller oder Handel) betroffen sein. Wenn diese einen CCF unter Berücksichtigung ihrer zugelieferten Produkte erstellen, fragen sie dazu den Hersteller dieser Vorprodukte. Daraus kann sich ein Marktdruck entwickeln, PCF-Daten über das eigene Produktportfolio zur Verfügung zu haben.

Bei der zweiten Veranstaltung zum Thema wurde die Position des VCI zu einem PCF bestätigt: Dieser ist aus Verbandssicht kein geeignetes Instrument zur Verbraucherkommunikation. PCFs sollten nur unternehmensintern und freiwillig verwendet werden, die Berechnung muss wissenschaftlich belastbar sein. Diese Position bringt der VCI in das deutsche Gremium zur Erarbeitung der Norm im DIN-Institut ein.

Für 2013 wird die Verabschiedung dieser ISO-Norm zum PCF erwartet. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema ist für Unternehmen sinnvoll. Die Norm wird produktunabhängige Regeln für die Berechnung und Kommunikation eines PCF liefern. Danach wird es darum gehen, produktgruppenspezifische Regeln für die Berechnung eines PCF aufzustellen. PCFs verschiedener Hersteller sind nur dann vergleichbar, wenn sie unter denselben Grundannahmen für die Berechnung, z. B. für die Nutzenphase des Produktes, erstellt wurden.

Für die Zeit, in der noch keine Norm zur Verfügung steht, können sich Unternehmen an einem BDI-Leitfaden zum PCF orientieren, an dem der VCI mitgewirkt hat.

Den Original-Bericht zur Veranstaltung aus dem chemie report 05/2012 finden Sie im Downloadbereich im Kopf dieser Seite.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Tina Buchholz

E-Mail: buchholz@vci.de