VCI stellt falsche Darstellungen eines Klima-Blogs richtig

Greenpeace-Magazin-Lügendetektor nennt nicht alle Daten

In seinem „Klima-Lügendetektor“ für das Greenpeace-Magazin behauptet der Autor Toralf Staud, dass die Leistungen der deutschen Chemie beim Klimaschutz nur auf den Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft zurückgehen. An dieser Stelle soll Klarheit zur Klimastatistik der Chemie geschaffen werden.

Im Jahr 1990 hatte die deutsche Chemieindustrie Treibhausgase (energiebedingte CO2-Emissionen und Lachgas) in Höhe von insgesamt 89,2 Mio. Tonnen ausgestoßen. 2008 waren es nur noch 56 Mio. Tonnen, was einer Minderung von 37,2 Prozent oder 33,2 Mio. Tonnen entspricht. Im gleichen Zeitraum stieg die deutsche Chemieproduktion um 58 Prozent.

Diese Entkoppelung von Emissionen und Produktion gelang auf verschiedenen Wegen: Zum einen wurde der Energiemix von kohlenstoffreichen Energieträger wie Braun- und Steinkohle auf Erdgas umgestellt. Zusätzlich unternahm die deutsche Chemie aber gewaltige finanzielle Anstrengungen zur Modernisierung ihrer Anlagen:

Dazu investierte sie zwischen 1991 und 2008 insgesamt 113,3 Mrd. Euro, davon 15,4 Mrd. Euro auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Die Energieeffizienz bei bestehenden Anlagen wurde so verbessert, und effiziente neue Anlagen ersetzten veraltete Produktionsstätten. Nur mit diesem Kraftakt über 20 Jahre hinweg konnte die Entkopplung gelingen.

In Westdeutschland hatte die Chemie schon aus wirtschaftlichen Gründen lange vor 1990 - und lange bevor es überhaupt Klimaschutzziele gab – begonnen, ihre Energieeffizienz zu steigern. So wurde die Nutzung von Kraftwärmekopplung an den Standorten stark ausgebaut und die Energieverwendung an den Verbundstandorten optimiert.

Westdeutschland hatte dadurch 1990 bereits einen großen Effizienz-Vorsprung gegenüber der DDR, der im Osten nach der Wende aufgeholt werden musste. Dort fand deshalb ein Großteil der Minderung von Treibhausgasen erst ab 1990 statt. Die Minderung in Ostdeutschland wurde aber nicht wie in vielen Regionen Osteuropas dadurch erreicht, dass die Produktion einfach stillgelegt wurde: Teilweise übernahmen die effizienten westdeutschen Betriebe Kapazitäten. Zudem wurde die ostdeutsche Chemie auf dem neuesten Stand der Technik wieder auf- und sogar ausgebaut: Heute produziert die Chemie insgesamt und auch die ostdeutsche Chemieindustrie wieder deutlich mehr als 1990.

Fakt ist, dass die deutsche Chemie ihren Ausstoß von Treibhausgasen von 1990 bis 2008 um 37 Prozent gesenkt hat. Dies hat sie gerade nicht durch den Abbau von Produktion geschafft, denn diese stieg im gleichen Zeitraum um 58 Prozent. Dies ist ein Erfolg, auf den die deutsche Chemie zu Recht stolz sein darf.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Jörg-Olaf Jansen

E-Mail: jansen@vci.de