Aus dem chemie report 09-2009

Optimale Allianz: Klimaschutz und Chemie

Vorbildlich: Im Editorial des chemie report 09-2009 verweist der Präsident des VCI auf den Beitrag der Chemie zum Klimaschutz.

Prof. Dr. Ulrich Lehner © VCI
Prof. Dr. Ulrich Lehner © VCI

Chemie wirkt im Hintergrund. Nur in wenigen Fällen kann die Öffentlichkeit auf Anhieb erkennen, wie chemische Produkte unseren Alltag bereichern und sicherer machen. Der Beitrag unserer Branche zum spritsparenden Auto, zum neuesten Mobiltelefon oder zum leichteren Sportschuh bleibt für den Verbraucher fast immer verborgen. Das gilt insbesondere für unsere Beiträge zum Klimaschutz.

Als energieintensive Branche wird die chemische Industrie von der Politik − vor allem in Brüssel − in erster Linie als Teil des Problems betrachtet. Das Gegenteil ist der Fall: Chemie und Klimaschutz bilden eine optimale Allianz, wenn es um die Vermeidung von Treibhausgasen geht. Das belegt jetzt eine globale Studie des Weltchemieverbandes ICCA.

Das zentrale Ergebnis aus der Untersuchung von rund hundert typischen Produkten aus allen Bereichen der chemischen Industrie macht uns stolz und hilft uns in der politischen Diskussion: Wir können jetzt belegen, dass der Einsatz von Chemieprodukten im Alltag mehr als doppelt so viel Emissionen einspart, wie ihre Produktion verursacht. Unabhängige Experten haben den methodischen Ansatz der Studie bestätigt. In der Klimadiskussion sollten wir das nutzen, um selbstbewusster aufzutreten. Das Motto lautet: In puncto Klimaschutz ist die Chemie häufig konkurrenzlos und liefert gegenüber anderen technischen Optionen die bessere, weil günstigere Lösung.

Nachhaltigkeit ist für die chemische Industrie in Europa im Übrigen auch in Bezug auf die Produktionsprozesse schon lange viel mehr als nur ein Modewort. Ihre Energieeffizienz ist vorbildhaft: Seit 1990 wurden die Treibhausgasemissionen absolut um 30 Prozent gesenkt, bei gleichzeitiger Produktionssteigerung um 60 Prozent. Schon aus wirtschaftlichem Eigeninteresse forschen wir intensiv an Innovationen zur weiteren Verbesserung dieser Emissionsbilanz.

Der Beitrag der Chemie zum Klimaschutz fällt daher am größten aus, wenn die Herstellung ihrer Produkte am Standort Europa bleibt und nicht aus Kostengründen an Regionen mit niedrigeren Umweltstandards verloren geht. Um Letzteres zu vermeiden, bedarf es gleicher Wettbewerbsbedingungen auf den Weltmärkten für die industrielle Produktion. In diesem Sinne muss sich die Bundesregierung bei der anstehenden Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen dafür einsetzen, dass die EU nicht wieder – wie beim Emissionshandel − mit Initiativen vorprescht, die auf die EU beschränkt sind.

Professor Dr. Ulrich Lehner
Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI)

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Stud. Ass. Manfred Ritz

E-Mail: ritz@vci.de