Energie- und Klimapolitik

Industrie als Teil der Lösung begreifen

Nur eine handlungsfähige EU findet passende Antworten auf supranationale oder gar globale Fragen der Zukunft – dies gilt in besonderem Maße auch in der Energie- und Klimapolitik. Aus Sicht energieintensiver Industrien wie der Chemie ist wesentlich: Anzuerkennen, dass sie auf Planungssicherheit und wettbewerbsfähige Energiepreise angewiesen und mit ihren innovativen Produkten und Technologien Teil der Lösung ist, um ambitionierte Klimaziele zu erreichen.

Klimaschutz, Energieversorgung und industrielle Entwicklung müssen Hand in Hand gehen: Um ihre klimapolitischen Ziele erreichen zu können, sollte die EU-Kommission die Industrie als wichtigsten Lösungsanbieter einbeziehen. Gerade die Chemie kann mit emissionsarmen und effizienten Produkten und Verfahren entscheidend zu positiven Ergebnissen beitragen. - Foto: © Kara/stock.adobe.com
Klimaschutz, Energieversorgung und industrielle Entwicklung müssen Hand in Hand gehen: Um ihre klimapolitischen Ziele erreichen zu können, sollte die EU-Kommission die Industrie als wichtigsten Lösungsanbieter einbeziehen. Gerade die Chemie kann mit emissionsarmen und effizienten Produkten und Verfahren entscheidend zu positiven Ergebnissen beitragen. - Foto: © Kara/stock.adobe.com

Zwar wurde mit der angestoßenen Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte innerhalb der EU schon der richtige Weg eingeschlagen, doch noch immer bestehen hohe Strompreisunterschiede. Die Weiterentwicklung des Energiebinnenmarktes ist ein Baustein für wettbewerbsfähige Energiekosten.

Die künftige EU-Kommission sollte deshalb ihre Aktivitäten zur Marktkopplung weiter vorantreiben und den grenzüberschreitenden Ausbau weiter fördern. Schon heute profitieren sogenannte „Projects of Common Interest“ für supranationale Strom- und Gasnetze von beschleunigten Genehmigungsverfahren und daraus resultierenden geringeren Verwaltungskosten. Die gewährten Anreize sollten beibehalten werden.

Die Chemie- und Pharmaindustrie steht zur Dringlichkeit eines effektiven Lösungsansatzes für den Klimaschutz und begrüßt, dass die EU-Kommission ihre ambitionierten Klimaschutzziele für 2050 mit einer Strategie begleiten will. Dazu empfiehlt die Branche:

Die Industrie einbeziehen

Um ihre klimapolitischen Ziele erreichen zu können, sollte die EU-Kommission die Industrie als wichtigsten Lösungsanbieter einbeziehen und ergebnisoffen über geeignete Maßnahmen beraten. Gerade die Chemie kann mit emissionsarmen und effizienten Produkten und Verfahren – beispielsweise für Leichtbau und Wärmedämmung – entscheidend zu positiven Ergebnissen beitragen. Klimaschutz und industrielle Entwicklung müssen Hand in Hand gehen.

Investitionen unterstützen

Klimaschutz gelingt nur mit innovativen Technologien in der Produktion und neuen Materialien sowie erheblichen Investitionen für mehr Energieeffizienz. All das ist nicht zum Nulltarif zu haben.

Alle Sektoren in die Pflicht nehmen

Energiewirtschaft und Industrie erfüllen ihre Ziele zur CO2-Reduktion bereits über den Emissionshandel. Auch die Zielsetzungen für alle anderen Sektoren, wie zum Beispiel Gebäude und Verkehr, sollten nachdrücklich verfolgt werden.

Globale Ansätze vorantreiben

Europas Industrie steht im globalen Wettbewerb. Deshalb ist ein möglichst weltweites System zur CO2-Bepreisung – mindestens auf G20-Ebene – einem europäischen oder gar nationalen vorzuziehen, um Produktionsverschiebungen in andere Regionen aufgrund nachteiliger Standortbedingungen zu verhindern.

Einschränkungen anerkennen

Noch behindern finanzielle, technologische und gesamtgesellschaftliche Einschränkungen viele notwendige Innovationen und Investitionen in eine CO2-arme Produktion. Die Politik kann hier Linderung verschaffen, indem sie für ausreichende Verfügbarkeit und vor allem Bezahlbarkeit erneuerbarer Energien und Rohstoffe sorgt.

INFOGRAFIK: Vorreiter Chemie

Entwicklung Treibhausgasausstoß - EU, Deutschland, deutsche Chemie, in Prozent, 1990 - 2017; Quelle: VCI

Zwischen 1990 und 2017 sanken die Treibhausgasemissionen in der EU um 22 Prozent, in Deutschland sogar um 28 Prozent. Dazu trug die Chemie überproportional bei: Dank innovativer Technologien senkten allein die deutschen Unternehmen ihren Ausstoß um 48 Prozent - und das bei einer Produktionssteigerung um mehr als zwei Drittel. - Klick auf die Grafik vergrößert sie!
Zwischen 1990 und 2017 sanken die Treibhausgasemissionen in der EU um 22 Prozent, in Deutschland sogar um 28 Prozent. Dazu trug die Chemie überproportional bei: Dank innovativer Technologien senkten allein die deutschen Unternehmen ihren Ausstoß um 48 Prozent - und das bei einer Produktionssteigerung um mehr als zwei Drittel. - Klick auf die Grafik vergrößert sie!


Dieser Beitrag ist Teil des VCI-Politikbriefs „Ja zu Europa"


Mehr zum Thema

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Jörg Rothermel

E-Mail: rothermel@vci.de