Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen

Gemeinsame Erklärung des VCI-Stakeholder-Dialogs Dekarbonisierung

Die deutsche Chemieindustrie bekennt sich zu den in Paris festgelegten Klimaschutzzielen. Gleichzeitig benötigt sie große Mengen Energie für Produktionsprozesse. Wie eine Dekarbonisierung der Branche gelingen kann, haben Expertinnen und Experten aus Industrie, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft seit 2017 im VCI-Stakeholder-Dialog Dekarbonisierung diskutiert. Jetzt haben sie eine gemeinsame Erklärung zum Ausbau erneuerbarer Energien veröffentlicht.

Der VCI-Stakeholder-Dialog Dekarbonisierung stellt fest: Ohne weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien kann der prognostizierte Strombedarf der chemischen Industrie nicht gedeckt werden. - Foto: © picture alliance/dpa
Der VCI-Stakeholder-Dialog Dekarbonisierung stellt fest: Ohne weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien kann der prognostizierte Strombedarf der chemischen Industrie nicht gedeckt werden. - Foto: © picture alliance/dpa

Es gibt derzeit noch wenige Modellrechnungen, die sich mit dem Strombedarf zur vollständigen Treibhausgasneutralität befasst haben. In der aktuellen Studie von DECHEMA und FutureCamp im Auftrag des VCI „Roadmap Chemie 2050: Auf dem Weg zu einer treibhausgasneutralen chemischen Industrie in Deutschland“ prognostiziert die deutsche chemische Industrie für 2050 eine massive Steigerung des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien auf 628 TWh pro Jahr. Heute beträgt der Strombedarf der chemischen Industrie in Deutschland 54 TWh pro Jahr. Auch in den Szenarien der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg im Rahmen des Kopernikus-Projektes „Optionen für ein nachhaltiges Energiesystem mit Power-to-X Technologien“ , gehen die Forscher von einem hohen Strombedarf aus, der durch einen zusätzlichen Ausbau an erneuerbarer Stromerzeugung gedeckt werden müsste, um den Einsatz von Kohle, Mineralöl und Erdgas zu ersetzen. Die Szenarien beziehen sich allerdings auf die gesamte deutsche Industrie und prognostizieren insgesamt eine Reduktion des Endenergieverbrauchs durch Effizienzmaßnahmen von heute 760 TWh auf etwa 500 TWh. Die Prognosen über die künftige Entwicklung des Strombedarfs bis 2050 liegen also weit auseinander. Die Dialoggruppe erwartet aber für die chemische Industrie einen stark steigenden Bedarf an erneuerbaren Energien, um fossile Energieträger zu ersetzen, treibhausgasneutrale Prozesse aufzubauen und die Produktion in Deutschland zu halten.

Der Stakeholder-Dialog Dekarbonisierung stellt fest, dass ohne einen weiteren Ausbau von erneuerbaren Energien in Deutschland und Europa der prognostizierte Strombedarf der chemischen Industrie in keinem der Szenarien gedeckt werden kann. Von zentraler Bedeutung – auch in Deutschland – sind geeignete regulatorische, wirtschaftliche, ökologische und sozial verträgliche Rahmenbedingungen für den Ausbau und die Nutzung erneuerbarer Energien. Die Gruppe sieht hier deutlichen Handlungsbedarf.

Hinweis

Die vollständige Erklärung finden Sie im Downloadbereich im Kopf dieser Seite.

Teilnehmende des Stakeholder-Dialogs Dekarbonisierung: Expertinnen und Experten aus den folgenden Organisationen:

  • BASF SE
  • Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI)
  • Covestro Deutschland AG
  • Dow Deutschland Inc.
  • DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e. V.
  • Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung e. V. (DIW)
  • Evonik Industries AG
  • Germanwatch e. V.
  • IG BCE
  • Infraserv GmbH & Co. Höchst KG
  • KfW Bankengruppe
  • LANXESS Deutschland GmbH
  • Mineralölwirtschaftsverband e. V.
  • Verband der Chemischen Industrie e. V. (VCI)
  • Verbraucherzentrale NRW e. V.
  • Wacker Chemie AG
  • Worlée-Chemie GmbH
  • Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH
  • WWF Deutschland

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Jörg Rothermel

E-Mail: rothermel@vci.de